Historiker und TVP Mitglied Jérôme Segal traf sich in Israel mit vier Zeitzeug_innen, die von ihren Erinnerungen an Wien erzählten. Die fertigen Videos wird es auch auf unserer APP und auf unserer Homepage zu finden geben. Hier zu sehen: Gideon Eckhaus (geb. 1923) erzählt über die Synagoge in der Seitenstettengasse.
Historiker und TVP Mitglied Jérôme Segal traf sich in Israel mit vier Zeitzeug_innen, die von ihren Erinnerungen an Wien erzählten. Die fertigen Videos wird es auch auf unserer APP und auf unserer Homepage zu finden geben. Hier zu sehen: Trude Lang (1920, geborene Brantweiner) erzählt über den Sportverein Hakoah.
Historiker und TVP Mitglied Jérôme Segal traf sich in Israel mit vier Zeitzeug_innen, die von ihren Erinnerungen an Wien erzählten. Die fertigen Videos wird es auf unserer APP und auf unserer Homepage zu finden geben. Hier gibt es schon mal einen kleinen Einblick: Georg Ehud Jungwirth (geb. 1923) erzählt über die Wiener Staatsoper.
Im Fokus seiner Tätigkeit stehen „die Wichtigkeit der Erinnerung und Probleme die mit Vergangenheitsbewältigung zu tun haben“, erzählt er. Was ihn an der Geschichte interessiert ist „ihre Wirkung in die Gegenwart und in die Zukunft“. Für The Vienna Project hat er 38 Orte der Erinnerung ausgewählt und historisch aufgearbeitet. Um mehr über ihn und seinen Zugang zum Projekt zu erfahren, erklomm ich fünf Stockwerke ohne Lift und besuchte ihn in seinem Büro:
Du bist hauptverantwortlich für die historische Aufarbeitung der 38 Orte der Erinnerung. Was war Dir besonders wichtig bei der Auswahl dieser?
Wichtig war für mich neue Orte zu finden. Es gibt natürlich bereits bekannte Orte, wie den Morzinplatz, wo die Gestapo Leitstelle für Wien war, die Oper oder das Parlament. Das sind natürlich wichtige Orte, die wir auch mit einbezogen haben. Ich wollte aber zusätzlich Orte finden wo man zeigen kann, dass die Geschichte neu ist, dass sie erst vor zehn Jahren geschrieben wurde. Zum Beispiel hat man erst Ende der 90er Jahre erfahren, dass es im Naturhistorischen Museum eine antisemitische Ausstellung gab, die zeigte „wie man Juden erkennen kann“. Jetzt ist dann natürlich die Frage was macht man mit den Ausstellungsstücken, wo sind die jetzt? Was wurde restituiert? Was nicht?
Ein zweiter wichtiger Punkt für mich waren Opfergruppen die vergessen wurden: zum Beispiel Roma und Sinti und die Zeugen Jehovas. Natürlich gab es mehr Juden unter den Ermordeten, aber es gab auch andere Gruppen. Deswegen bin ich auch ins Projekt mit eingestiegen, weil ich gesehen habe, dass von Anfang an verschiedene Opfergruppen berücksichtigt wurden. Darum war es mir ein Anliegen, auch Orte für diese Gruppen im Projekt zu benennen.
Welcher Aspekt gefällt Dir besonders bei TVP?
Mir gefällt die Interdisziplinarität. Es sind Künstler und Historiker involviert, aber auch Leute die PR-Arbeit machen. Sydney Ogidan (Projektmanager von TVP, Anm. J.T.) hat viel Erfahrung mit Projekten solcher Art und kennt sich gut mit Kunst im öffentlichen Raum aus, es gibt Blogger...
Es ist wirklich sehr breit gefächert. Ich habe auch einen Blog, ich mag es über Facebook tätig zu sein und ich finde es schön, dass es im Team Leute gibt, die das auch tun.
Meine letzte Frage: Wenn du TVP mit drei Wörtern beschreiben müsstest, welchen wären das?
Wirksamkeit, Interdisziplinarität und Internationalität.