11. Dezember: Die Erbin von Flandern (neuer Titel: Schwertkämpferin)
Jean-Claude van Rijckeghem, Pat van Beirs: Jonkvrouw, 2005
Marguerite von Male ist das einzige Kind des Grafen von Flandern. Sie ist keine vollendete Dame, aber ein Junge – ein Sohn – ist sie auch nicht und so eckt sie überall an, vor allem bei ihrem Vater. Der befindet sich ständig auf den Schlachtfeldern des Hundertjährigen Krieges und sieht für seine Tochter und seine Grafschaft nur eine Möglichkeit: Marguerite muss möglichst gewinnbringend verheiratet werden. Sie jedoch hat nicht die Absicht, sich kampflos zu ergeben…Doch was ihr Vater an ihr hat, wird beiden erst klar, als Krieg, Pest und die Ränke der flämischen Kaufmannsleute Marguerite von Flandern getrennt haben.
Ja, Ritterromane. Ihr wisst Bescheid. Dieser hat außerdem eine sympathisch unsympathische weibliche Hauptperson – ein Mädchen, das mit den Jungs gegen Bäume pinkelt und grobe Witze reißt und sich mit Stöcken und Schwertern prügelt und doch nie wirklich dazugehört. Hach, was habe ich Marguerite geliebt! Außerdem ist dieses Buch ziemlich echt, so wie es von den…Unannehmlichkeiten…des Lebens im Mittelalter erzählt, von mangelnder Körperhygiene, lachhaften Medizinkenntnissen, dem Grauen der Pest und der Abwesenheit eines Kanalisationssystems. An manchen Stellen kann man Brügge 1350 förmlich riechen.