Als DIS Betroffene fragt dich niemand wann wer da sein möchte. Das wird nicht bestimmt, das passiert einfach.
So wie jetzt. Jetzt während das Abendessen in der Pfanne dampft ... und die Sicht verschwommen wird, Kopfschmerzen stärker und plötzlich bin ich da.
Stehe vor einem Küchenregal, das scheinbar neu sortiert wurde und hab selber das Bedürfnis mich erst zu sortieren. Doch es bleibt keine Zeit, denn auch jetzt tauchen wieder die Erinnerungen auf die mich seit Wochen begleiten, mich quälen. Immer das selbe. Immer der gleiche Ablauf, der gleiche Schmerz.
Dabei weiß ich doch ganz genau wie furchtbar er sein kann, wie grausam ... und doch bei diesen Traumaerinnerungen ist es noch intensiver, noch aufdringlicher... keine Minute Pause ...
Also steh ich da vor dem Küchenregal, die Sicht noch leicht verschwommen vom Wechsel. Die Kopfschmerzen stärker. Schwindel, Übelkeit... Bilder im Kopf. Gleich verlier ich den Halt denke ich.
Spüre die Enge im Hals, im Brustkorb. Mir wird immer übler. So oft habe ich es schon durchlebt und dennoch gewöhne ich mich nie dran...
Wie der Körper reagiert, sich übergeben will. Immer und immer wieder. Still, heftig, ruckartig. Schmerzhaft, so schmerzhaft das es zieht im Brustkorb und Bauch. Über Stunden danach...
Doch heute zeigt der Körper Gnade, verfällt nicht sofort in die heftigen Körperflashbacks, schickt mir Signale... schnell überlege ich. Was kann mir gerade am besten helfen?
Ein Parfum und saures Bonbon sind die Lösung. Mein Gewichtskuscheltier im Arm, ich summe leise vor mich hin. Hoffe so sehr, dass die Bilder verschwinden, der Körper wieder versteht das es vorbei ist.
Denn ich weis wenn die körperlichen Symptome schlimmer werden, dauert es nie lang und ich stecke wieder fest. Fest in den grausamen Erinnerungen, die mich ewig lang quälen. Fest in Damals, das doch schon so lang vorbei ist...
Und trotzdem quält es mich, holt es mich ein. Fast immer wenn ich hier vorne bin im Außen.
Ich finde zurück, der Körper auch. Das Essen in der Pfanne, ich darf es nicht vergessen.
Der Schmerz weiter weg, aber immernoch da. Die grausamen Erinnerungen werden leiser, doch sind nie ganz fort ... und doch für eine klitzekleinen Moment is da Stolz, Erleichterung.
Das ich den Flashback früh genug erkannt hab und was tun konnte... Ich kenne die Traumaerinnerungen bereits lieber Körper.
Ich weis wie schrecklich es ist. Bitte hör auf mich, für den Abend wenigstens ...
Trauma fragt nicht nach Zeit oder ob es gerade passt. Es passiert. Manchmal laut und heftig, manchmal leise und dissoziativ. Es begleitet mich. Schritt für Schritt...
- S🌷














