Mittwochabend
Mir glaubt man nicht wenn ich sage "Das ist zu viel für mich.. Ich kann langsam nicht mehr."
Sie denken es ist eine Floskel.
Einfach so dahin gesagt.
So jemand wie ich.. der kann doch immer. Dem ist nichts zu viel.
Wenn sie mich sehen würden.
Der verschmierte Mascara in meinem Gesicht.
Die Flasche in der zitternden Hand.
Die Beine baumeln aus dem Fenster über dem Abgrund.
Nur ein Stück nach vorne rutschen. Dann wäre mein Kopf still und meine Seele frei.
Und plötzlich lasse ich mich nach hinten fallen. Fühle den harten Küchenboden unter mir als ich unsanft lande.
Ich lache wie eine Irre. Ich bin eine heimliche Irre.
Ich stehe auf und zünde mir eine Zigarette an. Hebe die Flasche auf und male mit meinem Zeh ein Bild aus Rotwein auf die weißen Fliesen.
"Vielleicht rutsche ich beim nächsten Mal ja ein Stück nach vorne.."
Ich werfe einen letzten Blick hinunter in den Hof. Sehe mich dort liegen. Verdreht. Aber zufrieden. Denn ich habe Ruhe.
Ich schließe das Fenster.
Wische den Boden.
Drücke meine Zigarette aus.
Ob mir jemals jemand glaubt? Das es zu viel ist. Das ich nicht mehr kann.
Das es keine Floskel ist.
Das so jemand wie ich nicht immer kann. Dem es auch zu viel sein kann.













