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Das Erbe der Götter
Hi Leute,
ich arbeite seit geraumer Zeit an einem Projekt, besser gesagt an einem Buch. Momentan schreib ich neben der Schule immer wieder, aber jetzt denke ich, dass es soweit vorangeschritten ist, dass ich Meinungen von anderen Leuten einhole kann. Bis jetzt weiß niemand davon und ich will meinem Bekanntenkreis auch erst darüber aufklären, wenn es fertig ist, aber trotzdem will ich wissen, was ihr davon haltet ;)
Ich hab mir gedacht, ich werd immer wieder Kapitel hochladen, sobald ich mit dem nächsten Kapitel fertig bin ladt ich’s dann wieder hoch. Natürlich freu ich mich über Verbesserungsvorschläge oder etwaige Fehler oder Widersprüche, die sicherlich genügend in diesem Text sind. Trotzdem will ich betonen, dass alles aussschließlich meinem Copyright zugrunde liegt und ich allein das Urheberrecht habe.
Hoffentlich gefällts euch und viel Spaß beim Lesen :)
Prolog
In den weiten Tiefen der Bibliothek Kurûms lagerte ein Buch, das seit dem Anbeginn der Menschheit die Geschichte der Welt notierte. Genannt wurde es Oritus und dies ist ein Auszug aus der Entstehung der Welt. Bevor das Licht der Welt das Universum erhellte herrschte Finsternis und sie wurde von Göttern beherrscht. Drei Brüder waren es, gemeinsam teilten sie die finsteren Tage, Zeit gab es für die Allmächtigen jedoch nicht. Doch nach Jahrtausenden der Einsamkeit und Finsternis wurde selbst ihnen langweilig und sie formten einen Gedanken. Den Gedanken einer Welt, einem Ort, wo sie gemeinsam voller Friede und Liebe mit ihrer Schöpfung leben konnten. Doch Ate, der jüngste der drei Götter, verabscheute die Dunkelheit und wollte nicht, dass seine Kinder in derselben Finsternis leiden mussten, die er erfahren hatte. Deshalb erschuf er die Sonne und alle Sterne, damit sie selbst in den dunkelsten Nächten noch immer einen Lichtschimmer am Himmel sehen konnten. Nachdem er sein Werk vollendet hatte, war er begeistert von der strahlenden Kraft der Sonne, aber unbewusst war der Ursprung eines ewig währenden Krieges geschaffen worden. Tyr brannte das Licht in den Augen und er wandte sich vom Antlitz der Sonne ab. Er nahm einen Stern, um daraus eine Maske zu schmieden, welche sein Gesicht verdeckte und seine Augen vor dem Feuer der Sonne schütze. Der Kampf zwischen Helligkeit und Dunkelheit übermannte die beiden und ein heftiger Streit brach zwischen ihnen aus. Ran war der älteste und weiseste der drei Götter. Er wusste, wenn er keinen Keil zwischen die beiden treiben würde, würden sie in ihrer blinden Torheit ihre Schöpfung wieder vernichten. Dennoch war er fasziniert von der Kraft der Sonne und so formte er den Mond, für das Gleichgewicht zwischen seinen Brüdern. Nachdem Ate die Sonne erschaffen hatte, Ran den Mond und Tyr seine Maske, hielten sich die drei Götter an den Händen und begannen die Welt zu formen. Sie wählten ihre Worte mit Bedacht und Vorsicht, um keine Fehler zu begehen, schließlich war ihr oberstes Gebot, eine nach ihren Vorstellungen perfekte Welt zu erschaffen. Nach und nach strömte die Energie aus ihnen heraus und langsam begann die Welt Formen anzunehmen. Sie erschufen einen Kontinent und nannten ihn Ryn. Ihm zum Schutze umhüllte Ran ihn mit Wasser und füllte den Rest der Welt mit gewaltigen Ozeanen. Währenddessen hauchten Ate und Tyr dem Kontinent Leben ein. Der Jüngste wanderte in den Norden und ließ einen prachtvollen Wald erblühen. Es war ein Wald so herrlich und durchaus würdig einen Gott zu beherbergen. Stolz führte er sein Meisterwerk seinen Brüdern vor und stachelte deren Ehrgeiz an, jeder wollte die anderen übertrumpfen und den schönsten Ort erschaffen. Tyr wanderte von Norden nach Osten und durchzog das Land mit den mächtigsten Gebirgen. Eines überragte das andere und zwei von ihnen flachte er ab, damit sich dort später die Hochelfen und Orks niederlassen konnten. Die beiden Gebirge umschlossen ein drittes, Arengaard nannte er es und es war ausschließlich den Göttern vorbehalten. Er fügte allerlei Tücken und Fallen hinzu und machte es für jeden Normalsterblichen unpassierbar. In das Gebirge grub er die tiefsten Höhlen und voller Begeisterung beschloss er, sich nach getaner Arbeit dorthin zurückzuziehen, um sich vor dem Licht der Sonne zu schützen. Der Älteste marschierte in den Süden und brachte die Lagawüste hervor. Doch als er in der prallen Hitze des Ortes stand, wusste er, dass die Lebewesen Ryns unweigerlich daran sterben würden. Um sie zu schützen schöpfte er Wasser aus den Ozeanen in eine Grube und schon bald erfüllten die prächtigsten Oasen die Ufer. Er schüttete eine Sandinsel in der Mitte des Salzwassersees auf und errichtete einen Palast um dort zu studieren, sobald die Götter ihr Werk vollbracht hatten. Damit er nicht gestört werden würde, sorgte er dafür, dass niemals ein ungebetener Gast die Insel betreten würde und keiner, der sie je suchte, kam lebend zurück. Ate genoss die geballte Hitze der Wüste, vereinigt mit der seiner Sonne und nistete sich in einem kleinen Wäldchen am Rande der Wüste ein. Als jeder seinen Teil zu seiner Zufriedenheit erschaffen hatte, trafen sie einander in den Höhlen Arengaards wieder. Gemeinsam formten sie die Zentralebene in der Mitte Ryns. Dort lagen die saftigsten Wiesen und erblühten die schönsten Blumen. Sie unterteilten die Nord- und Südhälfte Ryns durch eine Gebirgskette, die quer durch die Ebene verlief. Miteinander streiften sie durch die Welt und verbesserten einige Kleinigkeiten, so entstanden die Dionen, ein weitläufiges Höhlensystem tief unter dem Eirwald. Im Süden der Lagawüste durchzog bald ein Gebirge von härtestem Gestein den Sand und drängte diesen zurück. Doch bevor die Götter sich ausruhen konnten erschufen sie noch die vier Völker. In den Eirwald schickten sie die Elfen. Die Hochelfen wanderten zur Hochebene des Dag-Gebirges und erbauten drei große Städte. Ihre Brüder und Schwestern blieben im Wald und teilten sich auf. Die Waldelfen errichteten ein Dorf, während die Dunkelelf die Oberfläche verließen und sich in die Dionen zurückzogen. Tief unter der Erde lebten sie im Höhlensystem und waren kaum mehr auf der oberen Welt zu sehen. Die Menschen siedelten sich auf der Zentralebene an und bekamen von den Göttern selbst den Auftrag sechs Städte zu erbauen. Fünf große Herrscher wurden auserwählt um mit Güte und Weisheit ihr Volk zu führen. Sie wurden von den Göttern gesegnet und das Zeichen der Götter brannte sich auf ihre Stirn, seit diesem Tag an trägt in jedem Geschlecht einer in jeder Generation dieses Zeichen. Laut den alten Legenden überreichten die Götter selbst den Menschen die Baupläne für ihre Städte. Doch nicht einmal die ältesten Bewohner Ryns konnten sich an diesen Tag entsinnen. Im Osten Ryns stand der Hod, das Gewaltigste, das auf Ryn existierte. Ein einzelner Berg, größer als alle andere Bergketten, bot genügen Platz für die Horden der Orks. Sie wanderten mit ihrem Vieh als Nomaden über die Steppen des Hochplateaus. In Städten aus Zelte und Hütten auf Rädern zogen sie über die schieren Weiten des Berges. Im Gegensatz zu den anderen Völkern besitzen die Orks keine festgelegte Rangordnung, wer an jenem Tag ihr Anführer war, konnte schon am nächsten Morgen tot in der Erde verscharrt liegen. Die Orks waren wohl die kämpferischsten Bewohner Ryns, ihr ganzes Leben drehte sich um Kampf und Duelle. Einerseits wohl, um die kalte Zeit auf dem Berg totzuschlagen und um sich aufzuwärmen, andererseits mussten die Rangoberen nicht das Vieh hüten und konnten sich genüsslich zurücklehnen und das war wohl Grund genug so eine Position erlangen zu wollen. Und als letztes wurden die Zwerge in die sengende Hitze der Lagawüste ausgesetzt. Zuerst streiften sie ziel-und hilflos durch die Sanddünen und drohten zu verdursten. Gegen den Willen seiner Brüder führte Ran sie zu dem Gebirgsmassiv im Süden. Begeistert und voller Freude stürzten sie sich auf den Felsen und gruben sich tief hinein. Was sie aber nicht wussten, war, dass die Berge durch und durch von Edelsteinen und Edelmetallen durchzogen waren. Als sie im Inneren des Berges zum ersten Mal auf eine Goldader stießen schäumten ihre Herzen über vor Gier. Immer tiefer hackten sie sich in den kernigen Felsen und scheffelten mehr und mehr Reichtum. Die Götter belächelten die Naivität der Zwerge und betrachteten die Habgier als kein Problem. Um für Ordnung und Recht zu sorgen, streiften sie von Zeit zu Zeit durch die Welt. Lediglich Tyr war nach der Erschaffung der Welt nicht mehr gesehen worden. Viele Gerüchte machten die Runde, einige behaupteten er wäre an seiner Einsamkeit gestorben, andere meinten, er hätte sich in die Unterwelt zurückgezogen und wachte dort über die Toten. Bald fanden sowohl Ate, als auch Ran viele Anhänger bei ihren Streifzügen und einigen erlaubten sie, sie bei ihrer Reise zu begleiten. Aber nur ein paar Auserwählten wurde es gestattet, den Göttern in ihre Heimat zu folgen. Der jüngste Gott führte seine Jünger zu seinem Wald und bald bekam er den Namen Atewald. Sie huldigten Ate als den Herrscher der Sonne, widmeten ihm das Element des Feuers und verehrten ihn als Feuergott und Gott der Lebenden. Schnell konnte er sich mit diesem Schicksal abfinden und er lehrte seine Jünger, wie sie sein Element beherrschen konnten. Auch Ran führte seine Anhängerschaft zu seiner Insel. Den Salzwassersee nannten sie Plejmeer und beteten ihren Gott als Herr über das Wasser an. Er stand für das Gleichgewicht, jedes Lebewesen brauchte Wasser zum Überleben, dennoch hatte es eine genauso zerstörerische Kraft. Auch er brachte seinen Anhängern bei, wie sie über Wasser herrschen konnten und schon nach kurzer Zeit konnte er sich wieder seinen Studien widmen. Viele Abenteurer wollten sich beweisen und suchten nach der Insel, selten kehrte aber jemand lebend zurück und jene, die überlebten waren nicht mehr bei klarem Verstand, als sie wieder einen Fuß auf festen Boden setzten. Tyrs Ableben sorgte für allerlei Aufregung unter den Völkern. Man munkelte über seinen Tod und manche gingen sogar so weit, dass sie seine bloße Existenz abstritten. Viele weitere Gerüchte machten die Runde und über die Zeit bekam der Gott den Ruf, er hätte sich in die Welt der Toten zurückgezogen. Seit jeher wird er als ihr Herr und Beschützer gesehen, der sorgsam für jede einzelne, verstorbene Seele sorgte. Über die Zeit häuften die Zwerge Unmengen an Schätzen an und mit ihrer Gier wuchs auch das Misstrauen den anderen Völkern gegenüber. Die einzelnen Rassen verfielen dem Argwohn und jede sah sich als die Betrogene und Hintergangene an. Einzig und allein die Elfen erkannten die Gefahr und zogen sich in die geschützten Tiefen des Eirwaldes zurück und entsagten jeder Form von Geld. Etliche Zwerge rebellierten gegen die unbändige Habsucht ihrer Brüder und Schwestern, stießen aber gegen harten Widerstand. Die Rebellion wurde zerschlagen und die bezwungenen Zwerge in die Wüste geschickt. Sie streunten ziellos durch die unerbittlichen Sandweiten ehe sie in dem Schillern der Sonne das Plejmeer erblickten. Sie liefen darauf zu, in voller Hoffnung endlich einen neuen Ort ihre Heimat nennen zu können. Erschöpft sanken sie am Ufern nieder und tranken gierig das Wasser. Angewidert stellten sie fest, dass es Salzwasser war und verzweifelt wanderten sie an dem Ufer weiter. Schon bald aber, fanden sie eine herrliche Oase die in das Plejmeer mündete. Um sie herum erstreckten sich saftige Wiesen und die Zwerge wussten, dass sie endlich ein neues Zuhause gefunden hatten. Sie ließen sich dort nieder und widmeten ihr Leben nun besinnlicheren Dingen als das stumpfe Hacken nach Gold. Auch bei den Orks gab es Machtkämpfe, ein plötzlicher und umstrittener Machtwechsel löste eine hitzige Debatte aus. Viele wollten den neuen Herrscher nicht anerkennen, in der Voraussicht er würde das Volk in den Untergang führen. Sie verließen den Hod und wurden an der Küste sesshaft. Seit jeher trennte tiefer Groll die beiden Stämme und oft endeten sie in verheerenden Gefechten, die auf beiden Seiten zahlreiche Verluste einbrachten. Die Götter wussten, dass der Weltfriede an der Kippe stand und versuchten ihn mit allen Mitteln zu bewahren. Ate und Ran wanderten wieder durch die Welt, während Tyr mit magischen Ritualen versuchte, die Bewohner Ryns zu besänftigen. Obwohl es ihnen nach langer Mühe gelang, die Völker wieder zu vereinen und den Streit zu schlichten, zogen sich alle Völker zurück. Die einstige Brüderlichkeit zwischen den Rassen war verschwunden und nicht einmal die Götter selbst konnten das noch ändern. Geschlagen mussten die Schöpfer eines feststellen, sie hatten einen schweren Fehler begangen. So perfekt ihnen die Welt gelungen und anfangs auch erschienen war, hatten sie den Bewohnern Ryns den freien Willen geschenkt. Und dieser war unvorhersehbar und nur schwer beeinflussbar. Die Dinge nahmen von selbst ihren Lauf und die Götter konnten nur untätig zusehen, wie ihre Welt aus ihren Händen entglitt.