April 2021, aber schon seit einem Jahr
Klingel ohne Draht und Batterie
Am Wohnhaus von A. klebt eine Klingel, die ich als nachträglich angeklebte Funkklingel erkenne, weil ich so was seit einigen Jahren häufiger sehe. Offenbar gibt es viele Leute, die keine Lust haben, wegen einer Klingel extra Klingeldraht zu verlegen, oder auf deren Grundstück das sehr aufwändig wäre, weil die Klingel nicht am Haus angebracht ist, sondern am Gartentor. Man muss dann eben, soweit ich weiß, hin und wieder die Batterie im Klingelknopfgehäuse austauschen.
Hier ist es aber, wie ich jetzt erfahre, anders: Der Klingelknopf erzeugt seinen eigenen Strom. Und zwar nur aus dem Druck beim Klingeln, der ungefähr dem beim Betätigen eines Knackfroschs entspricht. Aus diesem Strom macht die Klingel ein Funksignal, meiner mühsam herbeirecherchierten Meinung nach (die Klingeln sind schlecht dokumentiert) durch den piezoelektrischen Effekt. Der Empfänger des Signals, aus dem dann auch der (einstellbare) Klingelton zu hören ist, steckt in einer Steckdose im Haus.
Der Grund für die Anbringung einer Zusatzklingel ist folgender: “Das Haus hat eine eingebaute Klingel fürs Erdgeschoß und eine für den ersten Stock. Wenn man im Bad ist und die Leute die Klingel vom anderen Stockwerk benutzen, hört man das aber gar nicht, weil sie ziemlich leise ist. Das ist uns schon mehrmals passiert. Und für den zweiten Stock, wo die Praxis ist, gibt es gar keine Klingel. Die Zusatzklingel ist laut und man kann sie immer in dem Stockwerk einstecken, in dem man gerade ist.”
(Kathrin Passig)









