Mittwoch, ich bin jetzt seit einer Woche hier. Heute wartet die nächste qualvolle Entscheidung auf mich – welche der zahlreichen Wanderungen, soll ich ausprobieren? Kepler, Milford, oder, oder … Kann man das alleine oder kann man/frau sich da auch gut verlaufen? (und das ist eins meiner zahlreichen Talente). Ich beschließe einen geführten Tagestrail zu buchen um mal zu sehen wie das hier funktioniert. Und habe wieder Glück! Als kleine Gruppe starten wir, inklusive Guide zu viert, in Richtung Routeburn Track. Mit der Verlauferei hätte ich mir keine Sorgen machen zu brauchen. Die Wege sind hier extrem gut gekennzeichnet und ausgebaut wie Rennstrecken. Wenn man Karten oder Beratung braucht, wendet man sich in diesem Fall nicht an die i-site sondern an die, ebenfalls in allen Gebieten vertretenen DOC Info-Center. Die geführte Tour hat sich allemal gelohnt, unser Guide hat ein schier unerschöpfliches Wissen und erklärt und zeigt uns geduldig alles zur heimischen Pflanzen und Tierwelt.
Beruhigend finde ich, dass auch Muttersprachler ab und zu mal beim Kiwi-Dialekt nachfragen müssen. Hier trifft im übertragenen Sinn der Bayer auf den Schwaben. Nach einer Woche habe ich mich so langsam reingehört und festgestellt, dass aus der seven eine siieven wird, aus dem head ein hied und mein langsamer Kopf rafft inzwischen auch, dass kein Weizen auf der Straße liegt, sondern die Straße einfach nass ist. Ich bin total stolz!
Unser Spaziergang führt uns durch den tropischen Regenwald, bis hinauf zum Key Summit und um den Lake Marian herum, durch einen Märchenwald voller seltener Pflanzen, riesenhafter Farne, Moose und Flechte im Lichterspiel der unterschiedlichen Bewölkung. Gandalf haben wir nicht getroffen, hätte mich aber echt nicht gewundert …
Viele Dank für diesen wunderbaren Tag an unseren Guide Stephen und an die Wanderkollegen Holly und Dough!