Dirk Maxeiners Klimawandel-Rückblick:
War 2010 das „wärmste Jahr aller Zeiten“, wie es diverse Medien vermeldeten? Natürlich nicht. Es gab erdgeschichtlich schon sehr viel wärmere Zeiten als heute (besonders ganz am Anfang als die Erdkruste noch brodelte...). Gemeint war wohl eher das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Aber auch das ist eher unwahrscheinlich. Die meisten Institute, die die globale Durchschnittstemperatur ermitteln, gehen davon aus, dass es zwar eines der wärmsten in der jüngeren Vergangenheit war, aber keinen neuen Rekord markierte. Als die genauesten Messungen gelten die Satelittenangaben, der University of Alabama in Huntsville (UAH), nach denen der Rekord von 1998 nicht geknackt wurde. Das Institute for Space Studies der US-Raumfahrtagentur Nasa unter dem einschlägig als Klimakatastrophist bekannten James Hansen sieht den Rekord gebrochen, tendiert aber traditionell zu etwas höheren Werten. 1998 stand unter dem Eindruck eines ausgeprägten El Niño, bei dem sich der pazifische Ozean stark erwärmt. Das gleiche gilt für 2010, in das ebenfalls die Ausläufer eines El Niño hereinreichten. Die zyklische Meereserwärmung ist ein natürliches Phänomen und hat nichts mit der globalen Erwärmung zu tun.
Im Grunde ist die Auseinandersetzung um das wärmste Jahr aber ein Streit um des Kaisers Bart, denn es geht meist um Unterschiede von wenigen hunderstel Grad, die unterhalb der Messungenauigkeit liegen. Die vergangenen zehn Jahre liegen insgesamt so dicht beisammen, dass man von einem verharren der Temperaturen auf einem relativ hohen Plateau sprechen kann. An der Börse würde man von einer „Seitwärtsbewegung“ sprechen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Jahren liegen im Bereich des statistischen Rauschens.
Wärmer geworden ist es in dieser Zeit jedenfalls nicht. Ob es sich bei diesem Verharren auf hohem Niveau um einen Wendepunkt handelt, ab dem die Temperaturen wieder sinken – oder ob sie erneut ansteigen wird die Zukunft zeigen. In jedem Fall geht die Schere zwischen alarmistischen Prognosen zur Erderwärmung und der tatsächlichen Klimaentwicklung seit nunmehr über zehn Jahren immer weiter auseinander. Der Glaubwürdigkeitstest für die gängigen Klimadogmen wird jedenfalls von Jahr zu Jahr interessanter. Und das gleiche gilt für jene, die den Einflüssen der Sonne einen erheblich größere Bedeutung einräumen. Sie haben im Moment einen deutlich besseren Lauf als die Kohelendioxid-Fraktion. Das muss aber nicht so bleiben.
Die Klimna-Propaganda, die auch das Jahr 2010 begleitete, hat jedenfalls heute schon ein Glaubwürdigkeitsproblem. Aus zahlreichen Meinungsumfragen geht hervor, dass die Skepsis der Menschen gegenüber dem Klimabetrieb weltweit wächst. Der Ratschlag „Wenn man in einem Loch sitzt, soll man aufhören zu graben“, scheint dennoch unbekannt zu sein. Einschlägige Forschungen, nach denen harte Winter eine Folge der globalen Erwärmung seien, lösen beim gemeinen Bürger inzwischen allgemeine Heiterkeit aus. Besonders weil solche Erkenntnisse immer erst dann auftauchen, wenn die eigenen Hypothesen nachträglich der tatsächlichen Entwicklung angepasst werden müssen.
Auch die Versicherungswirtschaft wird in Klimadingen zunehmend als das angesehen, was sie ist: Ein Lobbyist in eigener Sache. Besonders die Münchner Rückversicherung, die nicht müde wird Naturkatastrophen auf die zunehmende globale Erwärmung zurückzuführen. Gerade behauptete sie gegenüber der FAZ über die Hurrikan-Saison 2010: „Die Zahl der Stürme liegt weit über dem Durchschnitt“. Diesen Durchschnitt würde man gerne einmal sehen. Besonders wenn man sich die neusten Zahlen zur Hurrikan-Häufigkeit der Florida State University ansieht. Original-Zitat: „ For the calendar-year 2010, there were 66-tropical cyclones globally, the fewest in the reliable record (since 1970)“.
Und jetzt zu Deutschland: Die Durchschnittstemperatur in Deutschland lag bei kühlen 7,9 Grad und damit deutlich unter dem Durchschnitt der Zeit von 1961 bis 1990. Der Dezember war sogar der kälteste seit 1969. Kleine persönliche Anmerkung: Einerseits würde ich unseren selbstgewissen Klima-Katastrophisten eine kalte Bauchlandung wünschen. Andererseits wünsche ich es mir aber gerade nicht: Kalte Zeiten wären für uns alle keine besonders lustige Angelegenheit. Dann lieber etwas wärmer. Dieser an und für sich banale Gedanke ist in den letzten Jahren ein wenig verloren gegangen.