Kreuzbandriss Teil 5
Ich war inzwischen im Krankenhaus angekommen. Hatte keine Schmerzen und es ging mir ganz ok. Nach und nach kamen sich die Schwestern und Ärzte vorstellen und immer mit der Bitte bescheid zu sagen wenn was ist. Ich durfte auch nicht alleine auf Toilette ich sollte dann klingeln. Sehr kurze Zeit später kam auch schon Mittagessen. Ich durfte wählen, nahm die vegetarischen Schupfnudeln. Hatte keinen großen Hunger. Meine Bettnachbarin und ich haben uns auch sehr nett unterhalten. Via WhatsApp brauchte ich alle auf den neusten Stand. Nachmittags klopfte es an der Tür und zu meiner Überraschung stand meine Workbuddie in der Tür, mit Blümchen und Nervennahrung. Das hatte mich sehr gefreut. Mein Mann kam dann auch noch dazu und bis dahin war die Welt wieder in Ordnung.
Wenn dann aber alle weg sind wird es einsam abends. Der Gang zur Toilette war die Hölle, den ich hatte ne absolut grade Schiene an und darunter einen dicken Verband und Drainagen. Das war auch etwas worauf ich gar keinen Bock hatte. Als ob das nicht mit dem tauben Bein schon schwer genug ist, kannst ja nicht auftreten. Meine Nachbarin merkte an warum man keinen Rollstuhl oder Toilettenstuhl dafür nimmt? Ja hat sie Recht. Den nach dem ersten Gang zögerte ich natürlich mit dem nächsten. Die Betäubung lässt ja langsam nach und es fühlt sich alles wabbelig an. Die Schwestern waren alle sehr nett, ich habe mich 100x entschuldigt, das ich dafür Hilfe brauche. Für die Krankenschwestern kein Problem, für mich eine Blockade und dann noch diese Drainage, wo du nicht weißt wohin und hast Angst die rauszuziehen. Ist so schnell nicht möglich, aber trotzdem. Man hat Angst was kaputt zu machen. Man will ja ein gutes Ergebnis haben.
Abends kam dann noch die Visite mit Medikamenten und abendessen. Die Nacht war verdammt lang. Ich konnte so gut wie nicht schlafen. Soooo langsam bekam ich auch Gefühl Ins Bein. Ich merkte wie es zuckte, pochte, stach und kribbelte.
Am nächsten Morgen Frühstück, der Operateur schaute vorbei, es lief alles super. War auch wirklich nur das Kreuzband kaputt und damit hatte ich ja quasi Glück im Unglück.
Als nächstes kam jemand von der Orthopädie Technik mit der Orthese, die ich zur Entlassung bekommen sollte. Stellte sie auf 60 Grad ein, ich habe ihm ein paar Fragen gestellt und weg war er. Etwa ne halbe Stunde später kam der Physiotherapeut. Aufstehen. Naja. OK. Ich war extrem unsicher und humpelte die ersten 2/3 Schritte. Ich hatte Angst. Nicht vor dem Schmerz,.sondern was kaputt zu machen. Ich sollte auftreten, leicht bis 20kg. Ja was sind den 20kg? Ja hm ne. Er drückte meine Schulter um mir das zu demonstrieren. Wie soll das den gehen?
Also zusammen. Krücken vor, operiertes Bein vor, Gewicht auf die Krücken und durch. Und nochmal und nochmal. Bis zur Treppe. Er bestärkte mich, weil ich offen gesagt habe das ich struggle. So sind wir durch den Flur, zur Treppe. Ich ganz kurz erläutert wie ich das geübt habe und einmal ein Stock hoch und runter. Das klappte. Den mitgenommen Rollstuhl bräuchte ich nicht. Sehr gut. Selbstbewusstsein geboostet. Aber nicht lange. Nach kurzer Zeit fing mein Oberschenkel an zu zucken und zu arbeiten, das war richtig wild. Auf Nachfrage sei das aber normal.
Dann gab es irgendwann Mittag und spät nachmittags bekam ich nochmal Besuch von 2 Freundinnen und meinem Mann. Das tut schon gut. Die Situation war bis auf diese beiden Drainagen, ich nannte sie Hanni und Nanni OK. Die beiden Dinger nerven mich so sehr.
Ich wollte dann abends nochmal auf Toilette und hatte so eine Blockade im Kopf. Es ging nichts. Wir hatten das doch geübt? Warum geht das den jetzt nicht? Wohin mit den scheiß Drainagen? Ich hätte mich dafür selbst Klatschen können. Es müsste nochmal ein Pfleger kommen zum unterstützen.
Was aber auch maximal nervig ist, das man nicht auf der Seite liegen kann. Du liegst wie ein Brett da. Hatte das Bett immer halb hoch gemacht. Bei der abendlichen Visite Gabs nochmal Medikamente und am nächsten Tag sollte ich entlassen werden. Die Nacht verlief dann etwas besser.
Morgens kam dann die Visite, es gab Medikamente und für mich schon alle Papiere. Nach dem Frühstück sollte ich die Drainagen entlich rausbekommen und die orrhese an bekommen. Hehe ich wartete natürlich mit dem Toilettengang. Die Zeit kam mir allerdings extrem lang vor. Es gab Frühstück. Ich ass dann wenigstens ein Brötchen mit Marmelade. Bin ehrlich da ich faste, esse ich kein Frühstück. War auch noch nie meins, bekomme einfach nichts runter morgens.
Die Ärztin kam und endlich endlich kamen die scheiß Dinger raus. Mir war scheiß egal, ob es wehtut oder nicht. Ich wollte die nur endlich loswerden. Bisschen Bammel kam aber dann doch. Sie Schnitt den Verband auf, reinigte. Sie wollte mich vorwarnen. In dem Moment kam der Operateur nochmal, es sollte wohl nochmal Physio eigentlich gemacht werden. Beide waren wir erstaunt. Warum entlässt man mich dann quasi?
Im gleichen Moment sagte er: einmal Luft anhalten! Und zog die Schläuche raus. Keine Vorwarnung, aber sie waren raus. Weh tat das nicht, war nur kurz unangenehm. Es kamen Pflaster drauf. Die Orthese drum und ich wollte vor dem gehen kurz zum Röntgen. Das machten wir. Mit Schuhen und Krücken ging das laufen dann problemlos. Kurz das Bild gemacht. Eine befreundetes Pärchen fuhr mich dann nach Hause.








