Ich beginne mit dem Kofferpacken und kläre die Schuhfrage
So, also, fangen wir an mit Kofferpacken: Wir reisen, wie gesagt, nach Südostasien, und der Monsun ist dort noch nicht vorbei und es ist heiß und kann viel regnen. Was bedeutet das für meinen Kofferinhalt? Ich habe mir für 50 Cents einen leichten Poncho gekauft. Meine Freundin T. hat jetzt gesagt, ich sollte lieber einen ordentlichen Regenponcho mitnehmen, also kramte ich meinen alten ordentlichen Regenponcho heraus (Schwarzwaldwanderung 1986, glaub’ ich) und zog ihn probehalber an. In meiner Wohnung herrschen im Moment 22º Grad, nach ein paar Sekunden war ich klatschnass geschwitzt, da kann ich mich auch gleich nassregnen lassen. Also, der ordentliche Regenponcho ist out, der 50 Cents-Poncho ist in (im Sinne von in meinem Koffer). Schirm werde ich keinen mitnehmen, wenn man einen braucht, kann man ihn sicher vor Ort kaufen. Wir werden ja sehen, wie sich die Einheimischen vor dem Regen schützen und können dasselbe machen (wahrscheinlich bleiben sie in ihren Häusern, während die Touristen draußen herummarschieren, so, wie in Spanien in der Sommerhitze). Für Hanoi sind für die nächsten Tage 30º-32º Grad und Regen vorhergesagt. Da stellt sich auch die Frage nach geeignetem Schuhwerk. Ich werde zwei Paar eingelaufene bequeme Sandalen und ein Paar schicke Sandalen mitnehmen, sowie ein Paar Sandalen aus Crocs-Material, die man einfach abtrocknen kann, wenn sie nass werden, und Tape gegen Blasen natürlich, bei all der Nässe. Flip-Flops wahrscheinlich nicht, die sind mir zu unbequem, wenn wir den ganzen Tag herumlaufen. Vielleicht wäre es eine gute Idee, die Flip-Flops in der Handtasche mitzuführen und die Schuhe zu wechseln, wenn es anfängt zu regnen. Ich habe echt ü-ber-haupt keine Ahnung, was uns dort erwartet. Ich glaube, ich entscheide mich für die Flip-Flop-Variante und lasse die Sandalen aus Crocs-Material zuhause, die sind auch nicht so bequem. In Flip-Flops tun mir aber nach fünf Minuten die Waden höllisch weh. Meine Fitflops dagegen sind sehr bequem, aber voluminös. Okay, also Fitflops, die ich auf der Reise tragen werde (warme Socken nicht vergessen, im Flugzeug kann es sehr kalt werden), + 2 Paar bequeme Sandalen + 1 Paar schicke Sandalen. Falls die dort alle in Gummistiefeln herumlaufen, kann man die ja auch vor Ort kaufen. Von den bequemen Sandalen ist ein Paar so alt, dass ich sie dort entsorgen und damit Platz für Souvenirs schaffen kann. So, damit wäre die Schuhfrage geklärt. Allerdings quietschen die Fitflops sehr laut, wenn sie nass sind, das ist mir nämlich schon mal passiert. Quietsch, quatsch, quietsch, quatsch, quietsch, quatsch, und die Leute gucken. Alle Schuhe haben Vor- und Nachteile. Und wenn ich nur die bequemen und die schicken mitnehme? Ja, so werde ich es machen. Und ein Paar bequeme ziehe ich schon auf der Reise an, die bequemsten. Damit ist die Schuhfrage geklärt.
Mein mittlerer Sohn, der noch nie in Südostasien war, hat mich darauf hingewiesen, dass es dort keine gescheiten Klos gibt, nur Erdlöcher. Naja gut, wir haben für die ersten Tage ein Fünf-Sterne-Hotel gebucht, da kann ich mir das nicht so recht vorstellen. Mein jüngster Sohn, der schon länger in Indien war, in wissenschaftlicher Mission, auch auf dem Land, hat mir empfohlen, stets Toilettenpapier aus dem Hotel mitzunehmen, man wüsste nie, was man da draußen vorfindet. Mann, Mann, Mann, die Spannung steigt...
Okay. Was ist bis jetzt im Koffer? Eine Plastiktüte für schmutzige Wäsche, ein Fläschchen Rei in der Tube, drei Sommerkleider (wie Träger-T-Shirts, nur lang), zwei Paar Sandalen... mein Gatte sagt, der Koffer müsste zur Hälfte leer bleiben, man würde dort viel einkaufen. Meine Freundin J. hat erzählt, ihr Sohn hätte aus Thailand viel Fake-Zeug mitgebracht und das hätte sich alles als Schrott erwiesen. Die andere J. hat erzählt, es gäbe dort denselben chinesischen Müll wie bei uns, Markenwaren seien teuer. A., deren Tochter seit einem Monat in Peking arbeitet, sagt, dort wäre es genau wie bei uns, im chinesischen Supermarkt gäbe es spanische Marken, Sekt und Fischkonserven und so. Dann zeigte sie ein paar Fotos von hässlichen Hochhäusern und ich dachte, gut, dass es bei uns nicht so ist. T. hat erzählt, ihr Sohn J. hätte von einer sehr ähnlichen Reise wie der unseren gar nichts mitgebracht. Morgen geht’s weiter mit Packen...
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