Teren Badan: Jezycjada : Research Area; Registered trademark
Teren Badan: Jezycjada : Research Area; Registered trademark
Titeländerung wegen Urheberrecht.
Foto: Dustin Weiss
Als ich relativ verplant in die Kufa zur Aufführung von Teren Badan […] geradelt bin, ist mir aufgefallen, dass ich vergessen habe den Programmtext zu lesen, und deswegen nicht den leisesten Schimmer, was gleich passieren wird.
Als wir uns auf die im Kreis um die Mitte des Raums angeordneten Kissen und Sofas gefläzt hatten, wurde mir klar, dass das gar nicht so schlimm war. Zwei Performerinnen gaben uns eine kurze Einführung, auf Englisch und auf Deutsch.
In der Performance soll es um eine in den 90er Jahren in Polen populär gewordene Jugendbuchreihe gehen. Aber bevor ich jetzt das Programmheft wiederhole, lest das da doch nach.
Auf der Bühne stehen vier Instrumente: ein Mischpult mit Syntheciser, eine E-Gitarre, eine Akustikgitarre und ein Schlagzeug, alle einander zugewand. Dazu kamen vier Performer*innen, die diese immer abwechselnd bespielt haben. Es ging wohl um Sexismus, um die polnische Mittelschicht, um Eliten, Weiblichkeit, und sehr vieles mehr. Ich habe nur ein Konzert gesehen, ein gutes Konzert zwar, aber eben nur ein Konzert. Ich spreche kein polnisch und kenne die polnische Kulturgeschichte erstaunlich schlecht. Während der gesamten Performance hat mich das Gefühl nicht verlassen, dass der wichtigste Teil einfach an mir vorbeizieht und ich keine Chance habe, ihn einzufangen. Eins habe ich bemerkt: Bücher wurden als Ablageflächen für alles benutzt, nur nicht zum lesen. Das war dann wohl die angekündigte Intellektuellenkritik.
Mein Fokus, hat sich während der Aufführung sehr ins Visuelle verschoben. Ich habe mir zwischendurch extra für euch aufgeschrieben, wie die Performer*innen gekleidet waren, zum Nachstylen:
Die Frau trug ein Minisamtkleid mit einem tiefen Rückenausschnitt, der durch Riemchen gehalten wurde. Sie hatte sich unter dieses Kleid, ein bisschen zu tief, um wirklich für schwanger gehalten zu werden, ein Kissen gestopft. Über einer Brust hatte sie ein schwarzes Kreuz aus Klebeband geklebt, und im Rückenausschnitt ihres Kleids stand RIOT. Ihre Haare waren wie ein Stück Geschenkband nach oben gebunden, ihr Pony war sehr kurz. Dazu trug sie Docks und eine zerrissene Strumpfhose. Ein Mann hatte einen wunderbaren hellblauen Flauschepulli an, eine enge Hose, und Chucks dazu. Auf dem Kopf trug er Glatze. Ein anderer Mann trug Shinyshorts (silbern glitzernde, sehr kurze Shorts), Flipflops, ein schwarzes Tanktop und eine lange Kette mit Prisma, dazu einen Undercut auf dem Kopf. Ein anderer Mann trug eine schwarze Lederjacke, darunter nichts, eine enge schwarze Hose, darunter vermutlich auch nichts, sein Po war sehr gut zu sehen, wenn er sich vorbeugte oder die Arme hob. Dazu hatte er schwarze Lederschuhe an. Seine Haare waren wild und gleichzeitig elegant nach hinten gestrubbelt.
Alle einzeln, aber besonders zusammen, sahen sehr fancy aus.
Ich möchte mich für mein Nichtverstehen dieser Performance entschuldigen, hoffe aber, euch mit der Beschreibung der Outfits ein paar Ideen gegeben zu haben.
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