Bond & Share – Der Wertpapiersammler 1986-1997
Anfang 1986 kündigte Wilhelm (Bill) Kuhlmann seine neue Fachzeitschrift, die „Bond & Share – Der Wertpapiersammler“, an.
Bond & Share: Nullnummer im Januar 1986
Seine Pläne waren überaus ambitioniert, wie er im Januar 1986 in der Nullnummer seiner geplanten Zeitschrift verriet: Monatliche Erscheinungsweise, Auflage 20.000, farbige Abbildungen, Redaktion in New Jersey (später: Hannover, dann Überlingen), Herausgeber: Kuhlmanns Aktien-Galerie GmbH - gegründet 1974 in Hannover, Heft-Einzelpreis 5 DM, gleichzeitig war eine englischsprachige Version mit 10.000 Auflage in Planung (und wurde nie verwirklicht). Die Zeitschrift sollte in Form eines Sammelwerks die deutsche Fassung seines 1983 erschienenen Fachbuchs „China`s Foreign Debt“ enthalten.
Kuhlmann`s China-Katalog in deutscher Sprache
Aus damaliger Sicht war das Ganze ein durchaus realistisches Vorhaben, da das Sammeln „Historischer Wertpapiere“ sich zu dieser Zeit als ein unterhaltsames und instruktives Hobby darstellte, das zudem noch gewinnbringend war und deshalb von Monat zu Monat mehr Zulauf fand.
Soviel zu den Plänen. Die Realität sollte eine andere sein. Im Mai 1986 erschien das erste Heft. Die folgenden Hefte enthielten – wie angekündigt – als Sammelbeilage ab der ersten Ausgabe den deutschsprachigen Katalog „Chinas-Auslandsanleihen von 1865-1982“ (je Heft 4-8 Seiten). Die tatsächliche Erscheinungsweise der Hefte ging relativ schnell von vier Heften jährlich auf gelegentliches Erscheinen über, wie die folgende Tabelle zeigt:
Die meisten der Firmengeschichten in Bond & Share, überwiegend zu amerikanischen Gesellschaften, wurden von Bill Kuhlmann persönlich geschrieben. Weitere Autoren waren: Karen Kestermann, Ed Slade, Manfred Denecke (Zuckerwerte) und Sabine Fürnkranz (Österreichische Titel). Alle Ausgaben enthielten darüber hinaus:
Aktuelle Berichte aus der Londoner City und der Wall Street.
Den „aktien-ticker“, quasi Preislisten für Historische Wertpapiere der Kuhlmann`schen Aktien-Galerie.
Anzeigenähnliche Angebote alter Wertpapiere durch die Aktien-Galerie (Angebot des Monats, Investmentangebote, etc.), Briefauktionen ab 1988, die Gold Corner ab 1995.
In der Spitze brachte es Kuhlmann nach eigener Aussage auf rund 1.000 Abonnements. Durchaus glaubwürdig, denn er startete seine Zeitschrift zum richtigen Zeitpunkt in den Gründerzeiten des Sammelgebiets „Historische Wertpapiere“.
Bond & Share: Heft 24 von 1996
Allerdings fiel Kuhlmanns Zeitschrift ab 1990 rasch in Lethargie und wandelte sich eher in einen Verkaufskatalog um. Das soll nicht heißen, dass Bill Kuhlmann seinerzeit lethargisch wurde. Nein, im Gegenteil. Zu dieser Zeit lief er in London zur Höchstform auf: Araber hatten die Spekulation in China-Bonds entdeckt, der Markt mit den „Chinesen“ boomte. Bill Kuhlmann ergriff seine Chance – mit großem Erfolg, wie sich später herausstellte.
1997 erschien mit der Nummer 27 das letzte Heft von Bond & Share. Aus heutiger Sicht lesen sich viele Beiträge spannend. Auch die farbigen Darstellungen in seinen Heften – seinerzeit teuer und selten – können einen Sammler noch heute begeistern.
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Abbildungen: Dank an die Sammlerkollegen und EDHAC-Mitglieder Dirk Brodowski und Martin Zanke (8/2020)