Laktase: Schlüssel zur Verdauung von Milchzucker
Entdecke, wie du mit Laktase und bewusster Ernährung Laktoseintoleranz meisterst. Tipps zu Symptomen, Präparaten und Lebensmitteln für mehr Lebensqualität!
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Laktase: Schlüssel zur Verdauung von Milchzucker
Entdecke, wie du mit Laktase und bewusster Ernährung Laktoseintoleranz meisterst. Tipps zu Symptomen, Präparaten und Lebensmitteln für mehr Lebensqualität!
Laktase: Schlüssel zur Verdauung von Milchzucker
Entdecke, wie du mit Laktase und bewusster Ernährung Laktoseintoleranz meisterst. Tipps zu Symptomen, Präparaten und Lebensmitteln für mehr Lebensqualität!
Wie wird Laktoseinterolanz festgestellt ?
Symptome: Laktose ist der Zucker der Milch. Bei einer Laktoseintoleranz wird das Verdauungsenzmy Laktase nur unzureichend produziert. Dies bedeutet, dass die Laktose im Körper gar nicht oder nicht vollständig verdaut wird und es kommt zu leichten bis starken Beschwerden. Die häufigsten Beschwerden sind, Übelkeit, Völlegefühl, Durchfall, Bauchkrämpfe und Blähungen. Allerdings kann es auch zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel oder sogar Depressionen kommen. Dabei hängt die Stärke der Symptome von der Menge der Laktose ab. Produkte wie Milch und Sahne enthalten deutlich mehr Laktose als Süßigkeiten und führen daher zu stärkeren Beschwerden. Außerdem vertragen alle Menschen unterschiedlich viel Laktose und erleiden daher unterschiedlich starke Beschwerden. Diagnose: Laktoseintoleranz kann sehr leicht mit einem Selbsttest diagnostiziert werden. Dazu einfach einen Becher Yoghurt oder ein Glas Milch trinken und überprüfen, ob der Körper negativ reagiert. Bei Laktoseintoleranz sollte es nach fünfzehn bis dreißig Minuten, spätestens nach wenigen Stunden, zu einer starken Gasbildung und anderen Symptomen kommen. Die Empfindlichkeit gegenüber Laktose unterscheidet sich allerdings von Mensch zu Mensch deutlich und sollte daher genauer von einem Arzt überprüft werden. Um Laktoseintoleranz festzustellen, werden beim Arzt hauptsächlich zwei Test durchgeführt. Zu einem ein Wasserstoffatemtest / H2-Atemtest, bei dem dem Patienten konzentrierter Milchzucker gegeben wird und über mehrere Stunden hinweg alle 15 Minuten der Wasserstoffgehalt in der Atemluft gemessen wird. Eine andere Möglichkeit ist ein Blutzuckertest, bei welchem der Blutzuckerspiegel nach Einnahme von Laktose alle 30 Minuten überprüft wird. Steigt der Blutzuckerspiegel an, besitzt der Patient keine Laktoseintoleranz. Wichtig zu wissen ist, dass es bei Laktoseintoleranz verschiedene Typen von Laktasemangel gibt: Ausserdem vertragen alle Menschen
Angeborener (kongenitaler) Laktasemangel ist genetisch bedingt und es fehlt das Enzym Laktase von Geburt an, weswegen sich diese Störung bereits im frühesten Säuglingsalter bemerkbar macht.
Primärer Laktasemangel bezeichnet eine übermässige Abnahme der Laktaseaktivität im Alter, woraus sich eine Laktoseintoleranz entwicklen kann.
Sekundärer Laktasemangel entsteht bei Darminfektionen oder nach Krankheiten und starker Antibiotikabehandlung, aber auch durch andere Unverträglichkeiten zum Beispiel Zölikalie entstehen. Die Ursache für den sekundären Laktasemangel ist hierbei eine Schädigung der Dünndarmschleimhautzellen, wodurch die Laktaseproduktion abnehmen kann. Wichtig hierbei ist, dass ein sekundärer Laktasemangel nur auf Dauer bestehen muss, wenn richtig behandelt wird.
Therapie: Menschen mit Laktasemangel müssen lernen, mit diesem umzugehen, da er nicht behandelt werden kann. Es können lediglich Tabletten genommen werden, die das Enzym Laktase enthalten und somit den Mangel kompensieren, jedoch ist es immer problematisch die richtige Menge an Enzymen zu bestimmen. Menschen mit Laktoseintoleranz sollten lernen, ein laktosefreies Leben zu führen und auf andere Produkte zurückzugreifen. Lediglich ein sekundärer Laktasemangel kann sich wieder einstellen, wenn die Darmschleimhaut wieder aufgebaut wird. Allerdings ist dies wissenschaftlich noch nicht sehr erforscht und eine Regeneration dauert meistens längere Zeit und sollte durch laktosefreie Ernährung unterstützt werden. Generell empfiehlt sich, ein Ernährungstagebuch zu führen, um zu prüften wie viel Laktose vertragen wird und welche Produkte besser oder schlechter vertragen werden.
Milch im Umfragetief…
Früher hieß es doch immer, mindestens ein Glas Milch am Tag sei gesund und würde vor allem die Knochen stärken. Zumindest wäre ich bis vor einiger Zeit nie auf die Idee gekommen, dass Milch auch schlecht für uns sein kann. Doch in letzter Zeit höre ich immer mehr von Laktose-Intoleranz und Kuhmilch-Allergien. Wir befinden uns in einer Zeit, in der Allergien immer mehr zunehmen, und es ja fast schon zum guten Ton gehört, eine Allergie zu haben. „Also ich hab Katze und Beifuß. Und du? Hausstaub und Birke.“ Der Allergienaustausch gehört mittlerweile beinahe so zum Kennenlernen wie Lieblingsfarbe und Musikgeschmack. Aber trotzdem: Die gute alte Milch? Immer öfter wird ihre gesundheitszuträgliche Wirkung in Frage gestellt. Nun muss ich sogar solche Sachen lesen:
„In fettarmer Milch bestehen 55 % der Kalorien im chemischen Sinne aus Zuckermolekülen, das ist so viel wie in Süßgetränken.“
„Die Häufigkeit von Knochenbrüchen ist in Milch konsumierenden Bevölkerungsgruppen sogar am höchsten.“
Außerdem existieren eine Reihe von Unverträglichkeiten in Bezug auf Milch und die aus ihr hergestellten Produkte. In den meisten Fällen beruhen diese Unverträglichkeiten darauf, dass Milchbestandteile im Körper nicht hinreichend aufgespalten werden können, zum Beispiel aufgrund einer bestehenden Laktoseintoleranz oder Milcheiweißunverträglichkeit. Lactose ist der in der Milch enthaltene Milchzucker. Zur Verdauung der Lactose ist das Enzym Lactase erforderlich. Die Produktion von Lactase ist bei Kleinkindern während der Stillzeit voll ausgeprägt, geht aber in späteren Jahren teilweise oder vollständig zurück. Schätzungen zu Folge leiden etwa 10–15 Prozent aller Erwachsenen in Europa unter einer Lactoseintoleranz. Die größte Konzentration Erwachsener, die Laktose verwerten können, findet sich in Europa nördlich der Alpen. Über 95 Prozent der Norddeutschen, Niederländer, Dänen, Schweden und anderer Skandinavier sind ihr ganzes Leben lang in der Lage Laktose zu verdauen. Vor allem in der asiatischen Bevölkerung ist Lactoseintoleranz sehr weit verbreitet, dort vertragen ein Großteil der Menschen im Erwachsenenalter keine Kuhmilch mehr.
Beschwerden, die darauf hinweisen können, dass eine Lactoseintoleranz besteht, sind u.a. Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen, Magen-Darm-Krämpfe, Übelkeit bis zum Erbrechen. Auch unspezifische Symptome wie Migräneattacken, Kreislaufprobleme, Müdigkeit oder depressive Verstimmungen sind möglich. Wenn Sie nach dem Konsum von Milchprodukten eines oder mehrere dieser Symptome bei sich feststellen, liegt möglicherweise eine Milchunverträglichkeit vor. Deshalb empfehlen Ärzte Personen, die den Verdacht haben unter einer Milchunverträglichkeit zu leiden, einen relativ einfachen Selbsttest. Zunächst werden für einige Tage (etwa 5) jegliche laktosehaltigen Lebensmittel vermieden; vor allem also Milch und Milchprodukte, wie Käse, Joghurt und Quark, aber eben auch in mehr oder weniger versteckten Laktosequellen. So kann Laktose neben Schokolade und Getreidewaren unter Umständen nämlich auch in Wurst zu finden sein. Wenn sich die Symptome während der Diät bessern, kann dies schon ein Hinweis auf eine Allergie sein. Klarheit schafft dann der Expositionstest: Nach der mehrtägigen Vermeidungsphase wird ein Glas Wasser getrunken, in welchem man zuvor 50 bis 100 g Milchzucker auflöst (erhältlich in Apotheken), treten dann innerhalb der nächsten Stunde Symptome auf, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Laktoseintoleranz vor.
Laktasemangel kann sowohl angeboren sein als auch im Laufe des Lebens erworben werden, z. B. durch Erkrankungen des Verdauungssystems als auch durch chronischen Alkoholmissbrauch. Bei angeborener absoluter Laktoseintoleranz sind die Symptome bedeutend schwerer als bei der mit dem Alter zunehmenden Form. Heilbar ist der Mangel an Laktase leider nicht, aber inzwischen haben sich die Hersteller auf die immer mehr zunehmende Lactoseintoleranz eingestellt und es gibt bereits eine reichhaltige Auswahl laktosefreier Milch und Milchprodukte. Diesen Lebensmitteln wird das Enzym Lactase zugesetzt, dieses spaltet die Laktose bereits vor der Verdauung und die Arbeit des dem Körper fehlenden Lactase-Enzyms wird somit vorweggenommen.
Wenn in einigen Jahren Eltern ihren Kindern erklären, "wo die Milch herkommt", zeigen ihnen dann viele vielleicht keine Kuh mehr, sondern eine Sojabohne oder eine Mandel oder eine der anderen immer zahlreicher werdenden Milchersatzquellen...
Viele Menschen die unter einer Laktoseintoleranz leiden, wissen gar nicht das es an dem in Milchprodukten enthaltenem Milchzucker liegt. Infos über diese recht unangenehme Intolleranz gibt es hier.
Laktase
Laktase - Copyright Protein Data Bank
Laktase
Erst in 1950ern und 60ern mit Dahlqvist und Borgström akzeptierte die Wissenschaftswelt , dass Milchzucker im Dünndarm durch Laktase,ein körpereigenes Enzym, verdaut
Das Enzym Laktase- Phlorizin Hydrolase sitzt im Dünndarm2 und setzt zwei verschiedene Substanzen um.
Einerseits den sekundären Pflanzenstoff Phlorizin, ein Flavonoid aus Obstbaumrinden.
Das Enzym wandelt jedoch auch Milchzucker um, die Laktose. Dieser kommt in menschlicher Milch und der Milch von Säugern wie Kühen oder auch Ziegen vor.
Der Milchzucker wird in Glucose und Galactose gespalten. Während Galactose zu Glycolipiden und Glycoproteinen verarbeitet wird3, steht uns die Glucose zur Energiegewinnung bereit.
Mit der Geburt erreicht die Laktase ihre maximale Wirkung. Sie dient dem neuen Menschen dabei, die Muttermilch zu verdauen, Milchzucker in Galactose und Glucose aufzuspalten und so gesund zu wachsen.
Wird der kleine Mensch größer, sinkt die Laktase-Aktivität langsam, nach der Stillzet oft bis zum nahe Nullpunkt.
Dank einer Laune der Natur gab es jedoch im Raum Osteuropas vor 10 000 Jahren eine Mutation. Auch nach der Stillzeit konnte diese seltene Minderheit Milch trinken. In einem Europa der Jäger und Sammler keine wertvolle Fähigkeit. Im Erbgut des damaligen Menschen finden wir daher wenige dieser eigentümlichen Menschen. In einem Europa der Viehzüchter und Herden jedoch half diese Fähigkeit dem Kind bei Wachstum und Überleben. Gerade bei schlechten Ernten half das Trinken der Kuhmilch beim Überleben. Es wundert nicht, dass sich der genetische Trick in Europa in Europa rasch verbreitete.
Doch gab es noch immer Völkergruppen, die mit der Milch nicht über die Stillzeit hinaus kamen. Es sind diese Ahnen im eigenen Stammbaum, die heute in vielen Familien zu Laktoseintoleranz über Generationen führen.
Dabei gaben sich diese Ahnen Mühe. Über viele tausende Jahre, so glauben einige Autoren, fand eine Coevolution statt. Die vielen Laktoseverträglichen machten Milchgenuß zum Standart. Der vermehrte Milchgenuß bedeutete für die Laktoseintoleranten eine Belastung, auf die sie mit Coevolution reagierten. Der Kniff: zwar nahm ihre Laktase-Aktivität nach der Stillzeit ab, die Abnahme wurde aber über viele Jahre gestreckt.
So verlieren Chinesen und Japaner 80 – 90 % ihrer Laktase-Aktivität 3-4 Jahre nach der Stillzeit.
Jüdische und Asiatische Völker verlieren 60 – 70 % der Laktase-Aktivität nach der Stillzeit.
Wir unverträglichen Nordeuropäer verlieren unsere wesentliche Laktase-Aktivität oft über bis zu 20 Jahre und bemerken in der späten Jugend unser (un-)gespaltenes Verhältnis zum Milchzucker.
Primäre Laktoseintoleranz kommt also in verschiedenen Formen, fast nie ist sie absolut und angeboren, oft ist die nach der Stillzeit bis in die Jugend hinein latent und wird erst daraufhin manifest. Dennoch ist sie oft vererbt.4
Dieser Artikel entstand bei der Arbeit am Buch der Laktasekampagne, die sich zur Aufgabe gemacht hat Laktase kostengünstig allen Laktoseintoleranten zur Verfügung zu stellen.