Laktase
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Laktase
Erst in 1950ern und 60ern mit Dahlqvist und Borgström akzeptierte die Wissenschaftswelt , dass Milchzucker im Dünndarm durch Laktase,ein körpereigenes Enzym, verdaut
Das Enzym Laktase- Phlorizin Hydrolase sitzt im Dünndarm2 und setzt zwei verschiedene Substanzen um.
Einerseits den sekundären Pflanzenstoff Phlorizin, ein Flavonoid aus Obstbaumrinden.
Das Enzym wandelt jedoch auch Milchzucker um, die Laktose. Dieser kommt in menschlicher Milch und der Milch von Säugern wie Kühen oder auch Ziegen vor.
Der Milchzucker wird in Glucose und Galactose gespalten. Während Galactose zu Glycolipiden und Glycoproteinen verarbeitet wird3, steht uns die Glucose zur Energiegewinnung bereit.
Mit der Geburt erreicht die Laktase ihre maximale Wirkung. Sie dient dem neuen Menschen dabei, die Muttermilch zu verdauen, Milchzucker in Galactose und Glucose aufzuspalten und so gesund zu wachsen.
Wird der kleine Mensch größer, sinkt die Laktase-Aktivität langsam, nach der Stillzet oft bis zum nahe Nullpunkt.
Dank einer Laune der Natur gab es jedoch im Raum Osteuropas vor 10 000 Jahren eine Mutation. Auch nach der Stillzeit konnte diese seltene Minderheit Milch trinken. In einem Europa der Jäger und Sammler keine wertvolle Fähigkeit. Im Erbgut des damaligen Menschen finden wir daher wenige dieser eigentümlichen Menschen. In einem Europa der Viehzüchter und Herden jedoch half diese Fähigkeit dem Kind bei Wachstum und Überleben. Gerade bei schlechten Ernten half das Trinken der Kuhmilch beim Überleben. Es wundert nicht, dass sich der genetische Trick in Europa in Europa rasch verbreitete.
Doch gab es noch immer Völkergruppen, die mit der Milch nicht über die Stillzeit hinaus kamen. Es sind diese Ahnen im eigenen Stammbaum, die heute in vielen Familien zu Laktoseintoleranz über Generationen führen.
Dabei gaben sich diese Ahnen Mühe. Über viele tausende Jahre, so glauben einige Autoren, fand eine Coevolution statt. Die vielen Laktoseverträglichen machten Milchgenuß zum Standart. Der vermehrte Milchgenuß bedeutete für die Laktoseintoleranten eine Belastung, auf die sie mit Coevolution reagierten. Der Kniff: zwar nahm ihre Laktase-Aktivität nach der Stillzeit ab, die Abnahme wurde aber über viele Jahre gestreckt.
So verlieren Chinesen und Japaner 80 – 90 % ihrer Laktase-Aktivität 3-4 Jahre nach der Stillzeit.
Jüdische und Asiatische Völker verlieren 60 – 70 % der Laktase-Aktivität nach der Stillzeit.
Wir unverträglichen Nordeuropäer verlieren unsere wesentliche Laktase-Aktivität oft über bis zu 20 Jahre und bemerken in der späten Jugend unser (un-)gespaltenes Verhältnis zum Milchzucker.
Primäre Laktoseintoleranz kommt also in verschiedenen Formen, fast nie ist sie absolut und angeboren, oft ist die nach der Stillzeit bis in die Jugend hinein latent und wird erst daraufhin manifest. Dennoch ist sie oft vererbt.4
Dieser Artikel entstand bei der Arbeit am Buch der Laktasekampagne, die sich zur Aufgabe gemacht hat Laktase kostengünstig allen Laktoseintoleranten zur Verfügung zu stellen.











