“LOVE LOVE LOVE” – hallte es durch die archaisch wirkenden Gemäuer im Keller des B-Hofs in Würzburg. Nicht ohne Grund möchte ich an dieser Stelle eine Textzeile unserer Mitstreiter von Mandrax Queen rezipieren. Denn die finale Touretappe offerierte uns einen Hochgenuss an Stimmigkeit und Verbundenheit. Der aus dem Englischen entliehen Begriff “gang” beschreibt diese Verbundenheit wohl am besten (allerdings ist dabei jeglicher Gewalt- und Aggressionskontext zu vernachlässigen). Gang im Sinne von respektvoller Bewunderung des Gegenübers. Gang im Sinne von jeden Abend die gleiche Mission erfüllen und dabei im Anschluss jedem schwungvoll auf die Schulter klopfen und sagen “Geiles Ding Mann!”. Gang im Sinne von unzählige Stunden Urlaub auf Sardinien genießen und dabei doch nie Humor und Motivation an der Raststätte vergessen. Gefühlt sind wir während den letzten Wochen mehr zu einer großen “gang” gewachsen, als in den vergangenen zwei Jahren. Jeder hat seinen Platz gefunden und nutzt diesen, um in filigraner Abstimmung das Kollektiv geschickt und die nächste Boje zu manövrieren. Eine ganz besondere Freude war es, die Jungs von Mandrax Queen mehrmals mit dabei zu haben. Hier lässt sich ohne jegliche Zweifel von musikalischer auf zwischenmenschliche Qualität schließen. So gut und derbe, wie die Jungs rocken, äußern sie sich auch abseits der Bühne. Dementsprechend haben wir es ein (vorerst) letztes Mal zusammen krachen lassen. Zusätzlich brachten Soul Jam ordentlich Funk und Flow in den Saal und legten ordentlich vor. Fronter George 33 sind wir übrigens schon mal als begegnet, als er den lässigen Jeffrey “The Dude” Lebowski verkörperte und uns zur Veröffentlichung der Bewegung EP interviewte. Dieser entspannte Mensch spricht sehr für Bamberg und die dortige Kneipenszene ;). Der Abend hat definitiv Spaß gemacht! Wir kommen gerne wieder Würzburg. Vielen lieben Dank an Veranstalter Tobi, die Jungs von Mandrax Queen und Soul Jam sowie der WG Haydnstraße. Die Wohngemeinschaft in der Haydnstraße hat uns nämlich spontan und völlig unkompliziert Schlafplätze zur Verfügung gestellt. Hochachtung für so viel Solidarität mit umherreisenden Musikkapellen! Die Nacht in der Haydnstraße hat uns noch so manche neue Erfahrung beschert. Beispielsweise musste Arzi versuchen zu schlafen, als in seinem Zimmer schon kurz nachdem er sich hingelegt hatte der letzte Span im Holzofen verglimmt ist und – naja – es derbe kalt wurde. Ich probierte in einem meditationsähnlichen Zimmer Bücher über Anatomie zu lesen. Die Herausforderung war durch die Zimmerlampe gegeben. Diese war eine rotierende Diskokugel mit psychedelischem Farbspektrum. Als sich mein Körper nach wenigen Minuten auf den Rücken legen wollte, um wie ein an Epilepsie erkrankter Käfer Walzer zu tanzen, legte ich das Buch weg und verließ das Zimmer...
Für die letzte Show der TROTZDEM-Tour mussten wir zum krönenden Abschluss die Bühne so richtig abreißen. Die Routine war ja nun reichlich vorhanden, also hieß es ein letztes Mal derbe durchdrehen. Einen Anstoß des eigenen Energiepotenzials konnte das Publikum in Waltrop auch gut vertragen. Verwunderlich eigentlich, da die Lokalmatadoren Breakfast Pie sowie die legendären KAFKAS schon vorher laut und mitreißend durch den Abend führten. Die KAFKAS haben uns übrigens während dem Abendessen die wohl eindrucksvollsten, abstrusesten und lustigsten Anekdoten erzählt, die eine Band mit vergleichbarer Vita haben kann. Es waren neben Begegnungen mit Dorfnazis, kleinkriminellen Veranstaltern und der österreichischen Polizei alles dabei. Wir haben Tränen gelacht! Das Finale der Tour wurde seinem Anspruch letztendlich noch gerecht. Der Funke sprang endlich über und jeder Song fand seine Resonanz im Saal. Krönend war auch die Aftershowparty, die im Bereich der Bandexzesse die Messlatte überaus hoch gelegt hat. Weitere Details kann ich leider nicht weitergeben...
De facto war diese Tour ein riesiges Ereignis für uns! Ein großer Schritt nach vorne zudem! Die finale Danksagung richtet sich an alle Veranstalter, alle musikalischen Mitstreiter, Fabi, Niko, Franz, MarQs, Andi und natürlich alle Besucherinnen und Besucher! Ohne euch wäre diese riesige Party schlichtweg nicht möglich gewesen! LOVE LOVE LOVE an euch!