Ich realisiere
Es ist nun knapp ein Monat her, dass du mich verlassen hast und seitdem konnte ich nicht aufhören an dich, an uns und unsere gemeinsamen Erinnerungen zu denken.
Ich habe realisiert, dass wir uns beide sehr ähnlich sind, aber in den wesentlichen Punkten sind wir zu unterschiedlich. Du bist ein Beschützer und ich eine Kämpferin. Das ist auch der Grund, weshalb unsere Beziehung immer schwer sein würde.
Du hast dein Leben lang deinen engsten Kreis und dich beschützt. Dabei war es dir nicht wichtig, ob dein Umfeld dein Schutz verdient oder dich einfach nur ausgenutzt hat. Den Schutz, welchen du ihnen botst, diente aber in erster Linie dir selbst. Du hast immer dich und dein Herz beschützt und dabei Entscheidungen getroffen, welche nicht immer klug waren. Vielleicht ist dir das auch nie aufgefallen, aber ich wusste es spätesten an dem Punkt, als du mich verlassen hast, um die Schlangen in deinem Umfeld zu beschützen.
Ich wiederum habe mein Leben lang gekämpft. Jede Kleinigkeit, die heute mir gehört, und das Leben, welche ich grade lebe, sind die Resultate von vielen beschwerlichen Kämpfe. Mein Leben war nie einfach so wie deins, aber ich habe versucht so nahe wie möglich an die Sterne zu kommen, während du versucht hast, denn anderen die Sterne zu zeigen.
Du hast nie gelernt zu kämpfen und ich habe nie gelernt zu beschützen. Das ist der Grund, weshalb du nicht für unsere Beziehung gekämpft hast und es ist ebenso der Grund, weshalb ich zugelassen habe, dass du mich verletzt. Ich wollte kämpfen, aber du konntest es nicht. Du wolltest mich beschützen, aber ich konnte es nicht zulassen.
Am Ende unserer Zeit realisiere ich, dass wir uns beide ähnlich sind, aber bei wesentlichen Punkten unterscheiden wir uns. Vielleicht brauche ich einen Kämpfer, welcher mit mir in die Schlacht zieht und vielleicht brauchst du eine Beschützerin, die dich beschützt oder du sie. Ich kenne die Antwort auf diese Frage nicht.
Ich muss aber gestehen, dass ein kleiner Teil von mir immer gehofft hat, dass du für mich kämpfst und ich dich dafür beschützen kann. Vielleicht wird es eines Tages so sein, aber momentan ist es nicht so und deswegen versuche ich dich loszulassen. Ich werde versuchen, diesen Kampf nicht mehr zu kämpfen, weil meine Kraft aktuell nicht mehr reicht, um dich hinter deinen Panzer zu erreichen. Deswegen vertraue ich darauf, wenn es so sein soll, dann werden wir uns wieder treffen.
15.10.2022













