Heute beginnt meine Wiedereingliederung.
Ein Satz, der nach einem Neuanfang klingt. Nach Hoffnung. Nach einem Schritt zurück ins Leben.
Und vielleicht ist er das auch.
Aber wenn ich ehrlich bin, gehe ich heute nicht ohne Angst.
Vor einigen Monaten bin ich zusammengebrochen. Nicht wegen meiner Borderline-Persönlichkeitsstörung. Mit ihr lebe ich schon lange. Ich kenne ihre Stürme, ihre Wellen und ihre Abgründe.
Es war der Burnout, der mich zu Fall gebracht hat.
Der Punkt, an dem mein Körper und mein Kopf nicht mehr konnten. Der Punkt, an dem ich mir eingestehen musste, dass ich Hilfe brauche.
Also habe ich eine Therapie gemacht. Habe versucht zu verstehen, warum ich immer weitergemacht habe, obwohl längst nichts mehr ging. Habe versucht, wieder zu lernen, auf mich selbst zu hören.
Drei Monate, in denen ich nicht gearbeitet habe.
Und weißt du, was mich manchmal mehr verletzt hat als die Erschöpfung selbst?
Das kaum jemand gefragt hat, wie es mir geht.
Keine Nachricht. Kein „Wie hältst du dich?“. Kein „Meld dich, wenn du reden möchtest.“
Vielleicht erwarten Kolleginnen so etwas nicht voneinander.
Vielleicht war ich einfach leichter zu vergessen, als ich gedacht habe.
Heute gehe ich trotzdem zurück.
Nicht weil alles wieder gut ist.
Nicht weil die Angst verschwunden ist.
Sondern weil ich in den letzten Monaten etwas gelernt habe: Mein Wert hängt nicht davon ab, wer nach mir fragt.
Und Heilung bedeutet manchmal, an den Ort zurückzukehren, an dem man zerbrochen ist und festzustellen, dass man nicht mehr dieselbe Person ist wie damals.
Heute beginnt meine Wiedereingliederung.
Und vielleicht beginnt damit auch ein neues Kapitel.
Da keiner da ist, der mir das sagt :" Du schaffst das!!!"
08.06 @eponomasie #eigenes