Lothar Prison über Amazon (ungekürzt)
Zur heutigen Titelgeschichte in der "W&V" hier nun die Einschätzungen von Lothar Prison, Chief Digital Officer VivaKi, in ungekürzter Form:
"Amazon ist neben Google, Facebook und Apple definitiv der dominanten Player im Werbegeschäft der kommenden Jahre. Bei der Mehrzahl der Konsumenten hat Amazon inzwischen einen festen Platz in der customer journey – bei manchen zu Beginn, bei anderen am Ende.
Amazon verfügt über Nutzerinformationen, die für nahezu jeden Werbungtreibenden hoch relevant sind. Amazon weiß nicht nur, welcher Nutzer was gekauft, sondern auch, wer sich welche Produkte angesehen hat, sich also für sie interessiert und möglicherweise eine Anschaffung plant. Solche Erkenntnisse sind für das Marketing in Unternehmen von höchstem Interesse, und es wird viel Geld investiert, um Nutzer im Moment der Kaufbereitschaft mit einer Produktbotschaft anzusprechen. Amazon weiß, wann dieser Moment gekommen ist. Sie müssen dazu keine Umwege, etwa über statistische Zwillinge gehen, sie sehen in ihre Daten und wissen es. Die Daten von Amazon sind hart gemessene 1:1-Daten, im Klartext: Noch genauer geht‘s nicht!
Daraus erklärt sich das hohe Interesse der Werbungtreibenden an einer Datenkooperation mit Amazon, und wir freuen uns, als weltweit erste Agenturgruppe unseren Kunden den Zugang dazu ermöglichen zu können. Auch in Deutschland werden wir diese Möglichkeiten für die Kunden unserer Agenturen erschließen. AAP ist eine Plattform, die wir in unser Programmatic Buying Angebot aufnehmen.
Warum Amazon-Daten hilfreich sind: Wer sich eben ein bestimmtes Smartphone Modell angesehen hat, ist möglicherweise auch empfänglich für einen neuen Mobilfunktarif oder ein Wettbewerbsprodukt. Letztlich geht es darum, die Relevanz von Werbung für den einzelnen Nutzer zu steigern und damit Streuverluste zu minimieren. Dabei geht es längst nicht nur abverkaufsfokussierte Werbebotschaften, sondern auch um Branding. Den Mythos, dass sich Programmatic Buying hauptsächlich für Performance-Kunden lohnt, haben wir mit unserer Plattform AOD (Audience on Demand) in den vergangenen Monaten widerlegt und herausragende Kampagnenergebnisse für Branding-Kunden eingefahren.
Amazon fängt im Gegensatz zu Google und Facebook erst jetzt an, seinen Goldschatz zu kapitalisieren. Das Potenzial ist aufgrund der globalen Relevanz und der hohen Datenqualität jedoch so immens, dass der Erfolg nicht ausbleiben wird. Der Schlüssel zum Erfolg ist dabei die besondere Mischung von Daten in der Kombination mit Reichweite.
Amazon ist fest entschlossen, User auf allen relevanten Bildschirmen zu erreichen. Mit Amazon Instant Video ebnet sich das Unternehmen den Weg auf den Fernseher, der Vorstoß kann durchaus als Antwort auf Apple-TV verstanden werden."