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Angst vor weiteren Einschlägen: Dax lugt etwas hervor
Donnerstag, 21. Januar 2016
Nach dem „Massaker“ des Vortages scheint sich der Dax erst einmal nach oben zu orientieren. Doch die Lage bleibt äußerst angespannt, das beweist der Verlauf des Handels in Asien. Die Ölpreise stabilisieren sich etwas auf niedrigem Niveau.
Mit geringem Vertrauen starten Händler an Europas Börsen in den heutigen Handel. Die späte Erholung an Wall Street wird von den meisten Marktteilnehmern nur als Eindeckungsrally gewertet. Zwar habe der S&P-500-Index die wichtige Marke von 1850 Punkten zurückerobert und der Yen sich in Richtung 117 je Dollar erholt, dennoch sei die Lage fragil, heißt es. „Besonders die volatile Berg- und Talfahrt in Asien danach zeigt, dass kein Anleger einen wirklichen Grund zu Käufen sieht“, sagt ein Händler.
In Frankfurt notiert der Dax vorbörslich mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 9428 Punkten. Nicht nur das Ölpreisdesaster, sondern auch die Gewinnwarnung der Deutschen Bank sorgt auf dem Parkett für schlechte Stimmung. Auch von Ölpreis und EZB-Ratssitzung erwarten sich Händler wenig. Bei der EZB setzen zwar einige Marktteilnehmer auf eine verbale Erneuerung des „Draghi-Put“, also marktstützende Aussagen der Notenbank. Andere verweisen jedoch auf die globalen Risiken: „Bei unseren Kunden ist Draghi immer mehr aus dem Fokus gerutscht angesichts der Dominanz von wirklich globalen Wachstumssorgen“, so ein Händler.
Jenseits der EZB-Sitzung sind es wenige Termine auf der Agenda, die den Markt beeinflussen dürften. Geblickt wird vor allem auf den Philadelphia-Fed-Index und die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Nachmittag. In Frankreich und der EU stehen Geschäftsklima und Verbrauchervertrauen an.
Rohstoffe: Ölpreise beenden vorerst Rutschpartie
Die Ölpreise stabilisieren sich im frühen Handel auf niedrigem Niveau etwas. Nordseeöl der Sorte Brent kostet mit 27,82 US-Dollar je Barrel (159 Liter) etwa so viel wie am Vorabend. US-Leichtöl der Sorte WTI notiert bei 28,26 Dollar und damit 0,3 Prozent niedriger. Die US-Futures waren am Mittwoch erstmals seit 2003 unter 27 Dollar je Fass gefallen.
Allerdings bleibe die Stimmung schlecht, sagten Händler. Viele Anleger gehen nach den Daten des Branchendienstes API davon aus, dass in der vergangenen Woche die Bestände in den USA weiter gestiegen sind. Die amtlichen Daten des Energieministeriums werden am Nachmittag (16.30 Uhr MEZ) veröffentlicht.
Asien: Nikkei rutscht weiter runter
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In Fernost fällt die nach den jüngsten massiven Verlusten erwartbare Erholung aus. Auch die kräftige Erholung der US-Börsen, die zwar mit Verlusten schlossen, sich zuvor von den Tagestiefs aber deutlich erholt hatten, hilft nicht. In Tokio rutscht der Nikkei-Index nach zwischenzeitlich deutlichen Gewinnen im späten Handel scharf ab und geht mit einem Minus von 2,4 Prozent auf 16.017 Punkte aus dem Handel. In Shanghai und Hongkong betragen die Verluste gut 1 Prozent, ebenfalls nach zwischenzeitlichen Gewinnen. In Sydney ist der Handel bereits beendet, hier geht es um 0,5 Prozent nach oben.
Händler sprechen von einem nervösen Geschäft. In Shanghai ist eine neuerliche Liquiditätsspritze der chinesischen Notenbank – diesmal über 400 Milliarden Yuan, umgerechnet knapp 61 Milliarden US-Dollar -, das Hauptgesprächsthema. Aber auch diese offenkundige weitere Lockerung der Geldpolitik sorgt zunächst für keine Erleichterungsrally.
Thema Nummer eins in Tokio ist das Gebot des taiwanischen iPhone-Zulieferers Foxconn für Sharp für 5,3 Milliarden Dollar. Der mit Schwierigkeiten kämpfende japanische Elektronikhersteller hatte jüngst erst Unterstützung von Banken erhalten und soll auch das Interesse von Innovation Network Corp. of Japan geweckt haben, einem staatlich gestützten Investmentfonds. Japanische Offizielle hatten zuletzt Sorge darüber geäußert, Sharp in ausländische Hände zu geben. Innovation Network Corp. of Japan hält bereits eine Mehrheit an Japan Display. Sharp gewinnen über 8 Prozent, Foxconn geben um 2,6 Prozent nach.
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Trevor