Lyvten - Bausatzkammer - CD Review - Twisted Chords Records - Punk Rock
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In Köln und Hamburg mit LYVTEN, in Berlin mit LYGO und Osnabrück und Bremen mit HEY RUIN.
Ein Abend wie kein Zweiter - Adam Angst im Molotow, HH
“Ist er das?” “JA! Das isser!”.
Mit diesem fast gekreischten und anspruchsvollem Dialog zweier Konzertbesucher in der Reihe hinter mir, begann die gehypte Scheisstour 2015 für mich. Felix Schönfuss, gekleidet in edlem schwarz, kommt auf die Bühne gehopst wie kein zweiter.
Doch beginnen wir von vorne.
Adam Angst. Support Lyvten. 11.03 Molotow, Hamburg
Tatsache. Ich habe es geschafft. Nachdem das große, neue Projekt von Felix Schönfuss nach (oder eher neben) Frau Potz angekündigt wurde, war ich von der ersten Sekunde lang hellauf begeistert. Bei der Vis-A-Vis Tour 2014 von Findus konnte ich Adam Angst zum ersten Mal live erleben. Und Freunde ich kann euch sagen:
Das hat bei mir den Hype schlechthin ausgelöst.
Letztendlich befand ich mich also vor dem Molotow auf der Reeperbahn und wartete. Ich wartete aber auch auf Lyvten.
Ich bin der Meinung, das eine Vorband wie ein kleines, süßes Überraschungspräsent ist. Demnach erkundige ich mich auch meistens im Vorfeld nicht darüber, wer die Vorband ist. Und bis jetzt hat mich dieses Vorgehen selten enttäuscht. Meist hat es mich nur noch mehr euphorisiert, weil ich eine neue, geile Band gefunden habe.
Auch Lyvten gehören zu diesen wunder- und wertvollen Überraschungen. Die Jungs aus Zürich machen Indie/Postpunk und das auch äußerst gut. Straight forward ist die Band seit 2013 unterwegs.
Abbau Lyvten. Aufbau Adam Angst.
Die Leute drängten sich immer weiter nach vorne, es war eng, es war warm, doch in diesem Moment war alles egal, als die Bühne abgedunkelt wurde und die Band sich formierte. Prompt wurden die ersten Sekunden von Jesus Christus angespielt und kurz vor Beginn seines Parts kam dann auch endlich Herr Schönfuss auf die Bühne spaziert, mit seiner üblichen arroganten spitzbübischen Art.
Bei jedem Lied wurde die Masse euphorischer und lauter. Es wirkte quasi so als würde die gesamte Location die Lieder leben. Solch eine Atmosphäre habe ich auf wenig Konzerten jemals erlebt.
Nach 10 unfassbar geilen Liedern, die Höhen und Tiefen und die typische kritische Art von Felix perfekt wiederspiegeln endete das Konzert abrupt.
Doch die Interessierten werden gemerkt haben: 10 Lieder? Moment da fehlt doch eins!
Richtig. Splitter von Granaten sollte das Stück für die Zugabe werden. Die Jungs ließen sich auch nicht lange bitten und nach wenigen Zugabe-Rufen kamen sie zurück und begannen langsam die ersten Takte durch den Club summen zu lassen.
Alle waren gespannt, alle waren wie elektrisiert. Und dann zur Wiederholung des Refrain ging der so unnahbar scheinende Felix von seiner Bühne ins Publikum, ließ sich von 6 Leuten umringen und sang mit ihnen den Refrain aus voller Kehle. Auch ich war eine der Glücklichen, die in diesem Kreis standen und es war ein unfassbar geniales Gefühl. Genauso wie das kribbeln im Bauch, wenn man aus vollem Halse die Lyrics des Lieblingssongs mitschreit und in diesem Moment der Sänger der Band Blickkontakt mit dir aufnimmt und lächelt.
Mehrere solcher Momente konnte mir dieses Konzert schenken und abgesehen davon das Adam Angst Gesellschaftskritik unfassbar gut tanzbar verpacken, ist auch dieser arrogante Sack, der diese Songs dort ins Micro schreit und mit seiner Gestik versucht eine Art Distanz zu schaffen, doch ein unfassbar süffisanter Mann, der dennoch eine Art Kumpel-Aura ausstrahlt.
Hier findet ihr einen kleinen Vorgeschmack auf Lyvten:
http://soundcloud.com/lyvten/sets/7-inch-2014/s-y4MOV