Namibia, Botswana, Simbabwe 2024/25 - Tag 22
Herrschaften und Oukies!!!
Wir haben unseren Aufenthalt in der Divava Lodge so geplant, dass uns genug Zeit für Aktivitäten bleiben.
Doch bevor es los ging widmeten wir uns heute erst ausgiebig dem Frühstück. Dazu warteten wir erst einmal ab, bis alle anderen Gäste versorgt waren und in den Booten oder Pirschwagen hockten.
Die Lodge ist nämlich ziemlich ausgebucht und alle hatten irgendwelche Touren auf oder an dem Okavango gebucht: Angeln, Tiere gucken und was nicht noch.
Kurz nach 8 enterten wir dann die Holzplattform, die in den Okavango rein ragt, auf der die Terrasse des Restaurants eingerichtet ist.
Und bis wir unsere Klamotten zusammen gesucht haben, dauert auch immer so seine Zeit. Irgendwas sucht man ja ständig - und man findet es grundsätzlich dann wieder, wenn man es nicht mehr braucht!
Bis zum Mahango Game Reserve sind es von der Lodge nur ein paar Kilometer. Wir können also ganz entspannt einen privaten Gamedrive durch den Mahango Park unternehmen.
Allerdings hat die Besiedlung hier, in den letzten Jahren, doch erheblich zugenommen. Traditionelle Behausungen an den Pisten oder Nutzvieh auf den Pisten.
Mit rund 24.000 Hektar zählt der Mahango zu den kleinsten Nationalparks in Namibia. Der Park endet im Süden an der Grenze zu Botswana.
Und ob man es glaubt oder nicht, diese Wellblechpiste, auf der man geschüttelt und nicht gerührt wird, ist die offizielle Transitstrecke zum Grenzübergang Mohembo, nach Botswana.
Am Eingang zum Nationalpark gibt es inzwischen ein funkelnagelneues Visitorcenter. Vorbei die Tage des 2011 mit deutschen Fördergeldern errichteten hölzernen Office:
Das Prozedere zum Befahren des Parks ist aber immer noch das Gleiche, dafür haben sich die Eintrittspreise drastisch erhöht. Insgesamt werden wir für 3 Personen plus Auto 400 NAD (etwa 20 Euro) los. Der Hasenbär wird einfach eingeschmuggelt.
Dazu wird einem noch in dem funkelnagelneuen Office eine "aussagekräftige" Karte ausgehändigt, in der die Bemerkungen zum Zustand der Befahrbarkeit, von der Lady on Duty, händisch eingemalt werden:
Jetzt wissen wir ja top Bescheid! Und es kann los gehen ...
Der Nationalpark beherbergt eine große Artenvielfalt an Tieren, darunter auch vier der bekannten „Großen Fünf“: Elefant, Büffel, Löwe und Leopard.
Um es vorweg zu nehmen: dieses Mal haben wir davon nichts, aber auch gar nicht gesehen. Lediglich die omnipräsenten "Elefantenknödel", sowie die Spuren der Verwüstung an den Bäumen, zeigt uns die Anwesenheit der Elefanten an.
Dazu gehören auch die beiden berühmten "Giant Baobabs", hunderte von Jahren alt, inzwischen von den Elefanten niedergemetzelt. Von dem Ersten, der so um 2013 fiel, war überhaupt nichts mehr zu sehen.
Von dem Zweiten, der 2021 sein Leben ließ, war nur noch eine geringe Menge Kleinholz übrig. Die übrigen Reste hatten die Elefanten verspeist.
An den Ufern können Flusspferde und Krokodile sowie eine große Vielfalt an Wasservögel beobachtet werden. Über 400 verschiedene Vogelarten sollen gezählt worden sein, aber auch Rappenantilopen, Impala, Letschwe-Moorantilopen.
Für Krokodile ist es anscheinend eindeutig zu kalt, mit Temperaturen von etwas über 20 Grad bis maximal 25 Grad. Die zeigen sich nicht, dafür sind bei diesem Wetter die Warane bemerkenswert aktiv. Noch nie konnten wir so viele Nilwarane beobachten.
Bild oben: junge Nimmersatt-Störche, die das Wetter nur so mittel finden.
Besucher können entlang zweier Routen den Mahango Park erkunden. Wobei sicherlich die rund 40 Kilometer lange „Fluss -Schleife“ die lohnendere Route für Wildbeobachtungen ist.
Das einzige Großtier, das wir entdeckten, war ein totes Giraffenbaby. Ob es eine Fehlgeburt war oder ob es einem Schlangenbiss erlegen war, konnte wir nicht ausmachen. Jedenfalls war es kein Kill und auch noch nicht lange tot.
In der Zwischenzeit wurde es vom am Himmel immer dunkler, aber bis auf vereinzelte Tropfen hielt sich das Wetter und so fuhren wir die Flood Plains ab.
Die 3 von der Tankstelle: Nimmersatt (Storch), Glockenreiher (schwarz) und Großer Reiher (weiß).
Das Ehepaar Klunkerkranich beim Synchronputzen des Gefieders. Man will ja schließlich ordentlich aussehen, so als Kranich.
Ein Blaustirnblatthühnchen (African jacana oder auch Lilytrotter) stochert im Ufersand herum. Warum müssen deutsche Begriffe eigentlich immer so kompliziert sein?
Ein Trauerdrongo. Der Stimmvirtuose unter den Vögeln, kann nicht nur Tierstimmen perfekt imitieren, sondern auch Handyklingeltöne, Radios, Toilettenspülungen usw. Immer gut zu erkennen an dem gegabelten Schwanz und den roten Augen.
Als dieser Pied Kingfisher vor uns wegfliegt, sieht es schon bedrohlich dunkel am Himmel aus. Und zack-bumm blitzte & krachte es um uns herum, der Himmel war pottschwarz und man sah kaum noch die Hand vor Augen. Durch das Getöse wurde auch noch eine Herde Impalas aufgescheucht. Das Wasser stand regelrecht um uns drum herum.
Als wir wieder in Richtung Lodge schlichen (von fahren konnte erstmal keine Rede sein), wurde das Unwetter immer weniger. Am Rand der Piste entdeckten wir nicht nur die üblichen Feuerholzverkaufsstände, sondern auch Holzschnitzer.
An einem dieser Stände kauften wir 2 jungen Burschen 3 Miniatur Mokoros (Einbaumboote) ab. Diese Mini-Boote werden in unserer Lodge als Seifenhalter genutzt. Eine nette Idee!
Als wir wieder an unseren Chalets waren, konnten wir es kaum glauben: hier hatte es gerade mal ein wenig getröpfelt!
Potenziellen Besuchern wird empfohlen, sich vorher über die jeweilige Befahrbarkeit der Routen zu informieren.
Wegen der teilweisen Abgeschiedenheit dieses Naturschutzgebietes ist äußerste Vorsicht ist geboten, wenn durch Bäche und Gräben gefahren wird, und während der Regenzeit kann der tiefe Matsch selbst für versierte Geländefahrer zu einer gewaltigen Herausforderung werden.
Der Mahango Game Park ist ausschließlich für Tagesbesucher von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet.
Der Eintritt gilt für den ganzen Tag. Man kann so oft in den Nationalpark reinfahren, wie man möchte.
Zurück in der Divava Lodge geht es erst einmal in die Dusche. Wegen des Wetters fällt die Nutzung unserer schönen Außendusche leider buchstäblich ins Wasser und wir duschen drinnen.
Danach geht es für uns zum Abendessen, das, wegen des regnerischen Wetters, unter Dach stattfindet. Hektisch werden vom Personal die Möbel herein getragen und neu arrangiert.
Irgendwie müssen ja nun alle Gäste drinnen beköstigt werden. Nutzt ja alles nix. Regenschirme stehen ebenfalls für die Gäste an der Bar bereit.
Zum Glück liegen unsere Häuschen ziemlich nah an der Rezeption, so können wir in einer Regenpause schnell zurück flitzen. Andere, entfernter wohnende Gäste, lassen sich auch mit dem Elektrokarren fahren.
Lekker Slaap!
Angie, Micha, Mama & der Hasenbär







