LeaBom / LauPol / Malzfabrik
LEA: Hallo, hier ist Lea von der TU Berlin. Wir hatten dich per Mail gefragt, ob du uns ein paar Fragen zu eurem Hof Stolze Kuh und der Kooperation mit den Marktschwärmern beantworten könntest.
ANJA: Hi. Okay, gleich ist Geburtshilfe dran. Also leg los!
LEA: Oh, okay. Dann fang ich direkt mal an. Wir wollten euch fragen, seit wann ihr mit eurem Hof Stolze Kuh schon Mitglied bei Marktschwärmer seid.
ANJA: Ähm...seit wir begonnen haben mit der Vermarktung. Also, ungefähr seit 2017.
LEA: Okay. Und wie oder wodurch habt ihr erfahren, dass es das Konzept Marktschwärmer gibt?
ANJA: Von anderen Bauern, die das auch machen.
LEA: Und das fandet ihr dann spannend?
ANJA: Genau...meine Bedenken waren, dass das ganz schön viel ist, was man der Organisation quasi abgibt…der Gastgeberin seh’ ich ja ein. Aber es hat sich dann durch probieren herausgestellt,…ich bin jetzt auch ein bisschen Werbemacherin sozusagen…dass die Software so viel Arbeit abnimmt, also dadurch dass die Rechnungsstellung automatisiert ist. Das ist super! Die Leute bezahlen per Paypal und das Geld kommt dann gebündelt an mich.
LEA: Und das war dann auch der Aspekt, warum ihr Erzeuger bei Marktschwärmer geworden seid?
ANJA: Ja, genau. Also wir hatten es ausprobiert und dann hat es uns überzeugt. Und der Einstieg war auch schön einfach. Wir sind auch der einzige bäuerliche Milcherzeuger. Das macht sonst niemand in Brandenburg. Und deswegen sind wir auch bei allen Marktschwärmereien dabei. Also, bei allen die sich nicht so blöd anstellen…also die, die nicht nerven…das sind aber nur drei oder so. *lacht* Dadurch haben wir eigentlich keine Konkurrenz. Und alle brauchen uns, wenn die Leute Milch haben wollen.
LEA: Ach, okay. Genau, das wollten wir auch noch fragen. Wir haben gesehen, dass ihr 26 Schwärmereien in Berlin und Brandenburg beliefert. Wie funktioniert das denn? Seid ihr dann auch persönlich vor Ort?
ANJA: Ne, das geht nicht.
LEA: Ah okay. Ne weil bei Marktschwärmer steht das ja so...Also, dass Erzeuger*innen und Kund*innen in den Austausch treten sollen und so. Wie macht ihr das dann? Also wer liefert dann die Produkte?
ANJA: Genau. Also wir liefern selber. Aber wir fahren die Produkte nur dahin. Wir kriegen es halt selbst nicht hin [vor Ort zu sein], weil wir halt melken und Kinder haben und dann noch die Vermarktung…Wir bezahlen dann jemanden vor Ort, der bei der Verteilung mithilft, wenn die Gastgeber*innen sonst überfordert wären. Genau...der bekommt dann 10 Euro die Stunde und verteilt dann für uns die Sachen. Ich wünsch mir eigentlich noch, dass die [Kund*innen] noch mehr Bezug zum Hof bekommen. Das muss jetzt noch kommen. Aber, das ist gerade die einzige Möglichkeit. Sonst geht das halt nicht. Und die drei größten [Schwärmereien], die beliefern wir Dienstag- und Donnerstagabend selber und sind dann auch beim Verteilen vor Ort.
LEA: Achso. Dann wollten wir noch fragen, ob sich durch die Kooperation mit Marktschwärmer die Kundschaft und die Nachfrage eurer Produkte irgendwie verändert hat? Oder ob es ein Produkt gibt, welches besonders gut in Berlin ankommt?
ANJA: Ne, das ist gleichmäßig. Also alle. Die Vielzahl macht’s.
LEA: Okay. Hat sich eigentlich durch die Corona-Pandemie die reguläre Kooperation mit den Marktschwärmereien verändert? Oder ist alles glatt weiter gelaufen?
ANJA: Es ist so wie Weihnachten geworden. *lacht* Also genau, weil die Leute lebendige Lebensmittel essen wollen…um sich gesünder zu ernähren sozusagen. Also, es hat schon mehr [Nachfrage nach] Demeter-Produkten gegeben. Wir machen ja viel Rohmilch-Sachen und Fleisch, das ohne Stress erzeugt ist. Wir machen ganz viel Öffentlichkeitsarbeit und erzählen davon. Generell hat sich die Nachfrage bei Marktschwärmer gesteigert und wir profitieren auch davon… so wie alle Dirkektvermarktungs-Anbieter.
LEA: Denkst du, dass ein Konzept wie Marktschwärmer in Zukunft weiter Anklang finden wird? Besonders für einen kleinen Familien-Betrieb wie euren?
ANJA: Das ist die einzige Möglichkeit, um noch zu überleben.
LEA: Okay. Wow. Willst du noch irgendwas loswerden? Zu eurem Betrieb euren Produkten oder den Marktschwärmern?
ANJA: Ich find’s gut, dass ihr sowas erforscht. Find ich wichtig und gut! Und zu Marktschwärmer...Das erleichtert [den Erzeuger*innen] halt einfach die Direktvermarktung, weil es einem so viel abnimmt.
LEA: Okay. Dann vielen Dank, dass du dich zurückgemeldet hast. Das freut uns sehr!
ANJA: Ja, kein Ding. Macht mir ja keinen Stress, wenn es so [per Telefon] ist. Das ist glaub ich bei allen Bauern so…also vielleicht haben manche auch Bock viel zu schreiben…ich krieg halt auch irgendwie hundert Mails am Tag. Aber das so direkt abzufragen, du dir das dann aufnimmst und selber sortierst…weil das Tippen einfach viel Zeit in Anspruch nimmt.
LEA: Ja, ne klar. Super, dass du dann einfach gesagt hast, dass es dir [per Telefon] besser passt.
ANJA: Ja, das mache ich immer so! *lacht*
LEA: Ja, schön. Dann wünsche ich euch noch einen erfolgreichen Tag. Und vielen Dank nochmal!
ANJA: Danke! Bis dann! Ciao.