Alte KreativitÀt als Barriere - Muss nicht KreativitÀt sich stetig neu definieren?
Die Uferhallen gehören inzwischen einem Investor, der dieMiete steigern will und neu bauen will. Die KĂŒnstler und KĂŒnstlerinnen fĂŒrchten seit dem Verkauf an das Unternehmen um die Zukunft ihrer WerkstĂ€tten und Ateliers - nach den Bauarbeiten soll die Miete steigen, auf 7⏠pro Quadratmeter. Eine Verdoppelung der bisherigen Gewerbemieten von 4⏠kalt/qm. Das Bebauungsverfahren lĂ€uft, geprĂŒft wird, inwieweit das denkmalgeschĂŒtzte Areal neu bebaut werden darf.
Startet nicht die nĂ€chste groĂe Gentrifizierung? Was fĂŒr wen?
Nach meiner Ortsbegehung befinde ich mich in einer Art Zwiespalt, bei meiner Ankunft sind mir zunĂ€chst die zugemĂŒllten StraĂen aufgefallen, die das GrundstĂŒck umranden. FĂŒr mich sind die Uferhallen einfach ein typischer Ausdruck fĂŒr Berlin! Die ganzen Graffitis, eine Mischung aus Bestand und irgendwie was neuem. Dennoch muss ich sagen, dass meiner Meinung nach das Potential was dieses wunderschöne Areal hĂ€tte, ĂŒberhaupt nicht ausgeschöpft ist! FĂŒr mich wirkt das ganz sehr verschlossen und verwahrlost, eher wie eine Art privater Ort, der lĂ€ngst vergessen wurde. Die Fotocollage dokumentiert meine Wahrnehmung. Dennoch ist es wichtig zu thematisieren, dass Neu nicht immer besser ist, und man mit neuen Bauten auch immer einen Teil der Vergangenheit löscht. Dennoch wĂ€re eine Sanierung der GebĂ€ude lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig. Der rote Backstein ist traditionell, in Verbindung mit dem Wasser wunderschön. Dass sich an diesem Ort etwas Ă€ndern muss, steht fĂŒr mich fest. Um auf die Ăberschrift meines Blogs einzugehen, die ersten Gedanken, die ich mir vor Ort gestellt habe, waren: Das sieht so lieblos aus, heruntergekommen. Irgendwie fehl am Platz. Je mehr Zeit ich aber vor Ort verbracht habe, desto mehr gefiel mir diese Anlage. Die Malereien, der Mix aus alt und mittelalt, denn als modern kann man die Anbauten der Nachkriegszeit ja auch nicht definieren. Ich denke, der Zustand der Hallen muss sich verĂ€ndern, man sollte sich VerĂ€nderungen nicht direkt in den Weg stellen, und neuen Ideen vorerst etwas Raum lassen. Dennoch glaube ich, dass ein Renovierungseingriff von beiden Seiten unterschiedlich gewertet wird. Ein schwieriges Vorhaben, was bestimmt nicht zum letzten Mal ausdiskutiert wurde.
Der Mix aus Gewerbe, Kunst und Wohnen, ein kulturelles Kunterbunt, ist typisch Berlin: es steht nebeneinander, was irgendwie zusammengehört. Dennoch sollten sich die Investoren in Acht vor den KĂŒnstlern nehmen, denn Berlin lebt von seiner Kultur - und was wĂ€re die Kultur ohne KĂŒnstler?
Musik: Young Me Dreaming Musiker: Carl Storm
https://www.tagesspiegel.de/kultur/uferhallen-in-gesundbrunnen-wieviel-kunst-leistet-sich-berlin/26263188.html
https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2020/10/berlin-wedding-uferhallen-manifest-kuenstler-ateliers-augustus-miete-streit.html
Senat und Bezirk sitzen mit am Tisch - ob die Uferhallen Atelierstandort bleiben ist trotzdem unklar. Eine Ausstellung macht auf die schwier