135/365 - Maria Reiche
seen from United States
seen from United States

seen from Italy
seen from United States

seen from United Kingdom
seen from China

seen from United States
seen from United States

seen from United States
seen from United States

seen from United States
seen from United States

seen from Australia
seen from Malaysia

seen from Malaysia
seen from China

seen from United States
seen from United States

seen from United States
seen from China
135/365 - Maria Reiche
Nasca
Am frühen Morgen wurden wir also schon abgeholt und zu einer der Busfahrgesellschaften gebracht. Von dort aus sind wir dann mit einem Bus nach Nasca gefahren, was ungefähr 2 bis 3 Stunden gedauert hat – viel mehr als wir erwartet hatten. Als wir dann am späten Vormittag dort ankamen schlug uns beim Aussteigen erstmal die Hitze entgegen. Von allen Orten unserer Reise war Nasca wohl definitiv der Heißeste. Unseren Flug über die Nasca-Linien hatten wir schon zuvor gebucht und bezahlt, allerdings besprachen wir mit einem Zuständigen, dass wir doch lieber bis zum nächsten Tag morgens abwarten wollten. Uns hatte man nämlich erklärt, dass die Flüge am frühen Morgen ruhiger und schöner sein sollten. Wir wollten eine Nacht in Nasca verbringen und am nächsten Tag erst spät abends weiter Richtung Arequipa fahren. Also hatten wir noch genug Zeit Nasca zu erkunden, das an sich allerdings eine relativ kleine Stadt ist.
Mit einer älteren Frau, die wie sich später herausstellte aus Argeninien kam, besuchten wir eine Stelle an der man die Nasca-Linien vom Boden aus sehen konnte und einige Äquadukte, die Nasca-Kultur dort errichtet hatte um ihre Felder mit Wasser zu versorgen. Nasca liegt nämlich so gut wie in der Wüste und hat nur einige wenige Regentage im Jahr. Auch heute noch haben die Menschen in Nasca nur zwei Stunden pro Tag Wasser – in diesen Stunden füllen sie einen großen Tank, der sich meistens auf dem Dach des Hauses befindet, aus dem sie dann den Rest des Tages Wasser beziehen. Die Äquadukte haben uns ganz schön beeindruckt, da sie schon ziemlich tief waren und die Errichtung bestimmt einiges an Zeit und Mühe in Anspruch genommen hat. (Die Fotos seht ihr ja!)
Später am Tag haben wir dann noch ein Atelier einer Künstlerin besucht, die nach dem Vorrbild der Nasca Tongefäße hergestellt hat – aus dem gleichen Material mit den gleichen natürlichen Farbpigmenten, die damals auch genutzt wurden. Es waren wirklich schöne Stücke dabei, aber da es eben Ton war, hatten wir etwas Angst das es auf der Reise im Rucksack kaputt gehen könnte. Letztendlich haben wir dann nur ein paar Schlüsselanhänger mit einigen Nasca-Zeichen darauf mitgenommen, denn einige der Zeichen stehen für verschiedene Sternzeichen.
Später beim Mittagessen unterhielt ich mich noch etwas mit der Argentinierin, die den Flug über die Nasca-Linien schon hinter sich gebracht hatte. Sie erzählte uns, dass sie in Argentinien mit ihrem Mann auf einer Farm mitten im nirgendwo lebte, um sich herum nur Wald und Weiden und ihre Tiere. Das ganz viele Frösche im und um ihr Haus herum lebten, in allen Formen, Größen und Farben – davon war mein Bruder natürlich gleich begeistert und wollte mehr hören. Sie und ihr Mann reisen gerne, können es aber nicht zusammen tun, da einer von beiden sich immer um Farm und Tiere (Kühe, Hunde und einiges anderes, soweit ich das verstanden habe) kümmern muss. Man hat ihr beim Erzählen angesehen, dass sie den Ort an dem sie lebt wirklich liebt. Es war ein spannendes Gespräch – einmal wegen des Inhaltes natürlich, aber auch weil ich die Unterschiede in der Aussprache zwischen ihrem argentinisch und dem was ich als peruanisch kenne, vergleichen konnte. Zum Beispiel hat sie alle „ll“ immer wie „sch“ ausgesprochen, was mich zunächst wirklich verwirrt hat. Zum Ende hin haben wir uns darüber unterhalten, wie schlecht es der Erde unter den Menschen doch ergeht. Sie sagte etwas wie: „Die Erde ist krank, und sobald die Erde krank ist, wird auch der Mensch krank werden, denn alles ist miteinander verbunden. Das sehen die meisten Menschen nur nicht, oder sie wollen es nicht sehen.“ Da konnte ich ihr, so traurig es auch ist, leider nur zustimmen... Es ist immer wieder schön zu erleben was für interessante Menschen man auf seinen Reisen treffen kann!
Am nächsten Tag früh morgens gegen acht Uhr haben wir uns dann zu dem Flughafen aufgemacht, von dem aus wir über die Nasca-Linien fliegen würden. Im Flugzeug war neben den beiden Piloten Platz für 6 Personen. Wir trugen alle Headsets über die wir einen der Piloten hören konnten, der uns stets auf die verschiedenen Nasca-Zeichen hingewiesen hat, über die wir geflogen sind – was auch notwendig war, denn von soweit oben wirkten die Zeichen schon etwas klein und waren gar nicht so leicht auszumachen. So hätte ich das erste Zeichen fast übersehen! Allerdings haben die Piloten nur auf Spanisch gesprochen, sodass ich nicht sicher bin ob das Juli und meinem Papa überhaupt was genützt hat. Meine Kamera ist für Nahaufnahmen leider nicht wirklich geeignet, deswegen werde ich selbst wohl keine guten Fotos hochladen können, aber ich werde mal meinen Bruder fragen ob er mir welche von seinen Aufnahmen schicken möchte. (Also wenn du das hier ließt Brüderchen weißt du bescheid!) Es war wirklich beeindruckend. Der Flug an sich, vor allem die Nasca-Linien, aber auch die Natur, diese schier endlos erscheinende wüstenartige Ebene. Karg und eintönig und doch liegt darin seine ganz eigene Schönheit. Nach dem Flug war mir allerdings etwas schlecht, und ich war froh, dass wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Meinem Brüderlein ging es da glaube ich nicht anders, er ist für sowas auch eher anfälliger als ich. Ich glaube ja, das lag daran, dass wir kurz zuvor noch richtig ausführlich gefrühstückt hatten. Eins von den guten Frühstücken, wie ich sagen muss – generell das ganze Hostel hat uns ziemlich gut gefallen. Wir hatten ein schönes helles Zimmer mit drei Betten, Deckenventilator und eigenem Bad, es gab WLAN und die beiden Besitzerinnen, zwei ältere Schwestern waren sehr nett und zuvorkommend.
Wir konnten nach dem Nasca-Flug unser Zimmer sogar weiter nutzen, da wir ja bis abends noch in Nasca bleiben wollten und unser Zimmer erstmal nicht weiter gebucht war. Bzw. es war Karfreitag und wegen des vielen Verkehrs war es den Leuten, die eigentlich am selben Tag noch ankommen wollten nicht möglich rechtzeitig zu erscheinen. Was für ein Glück für uns!
Tagsüber besichtigten wir dann ein Museum in Nasca, dass sich mit der Kultur und vielen verschiedenen Ausgrabungsstätten dieser beschäftigte. So haben wir zum Beispiel erfahren, dass aufgrund von Funden einiger Pflanzen vermutet wird, das in Nasca früher ein feucheres Klima geherrscht hat. Es gab viel Text zu lesen – natürlich in Spanisch, was ziemlich anstrengend war. Mein Bruder hatte eine Mappe bekommen in der die Informationen in Englisch abgedruckt waren, nur für meinen Vater war es wohl etwas langweilig, so ohne Texte.
Abends sind wir dann auf Empfehlung der Damen des Hostels zu einem kleinen „Planetarium“ gegangen, dass abends um 7 Uhr eine Vorstellung hatte. Es ging hauptsächlich um die Nasca-Linien und die Theorie von Maria Reiche, einer deutschen Mathematikerin und Archäologin, die ihr Leben dem Studium der Nasca-Linien gewidmet hat. Ich glaube bei dieser Vorstellung habe ich zum ersten Mal richtig begriffen, wie groß das Gebiet ist auf dem die Nasca-Linien zu finden sind, wie viele es eigentlich wirklich sind und wie lange es gedauert hat diese zu errichten. Ungefähr ein Jahrtausend wurde uns als Zeitangabe genannt – im Laufe der Zeit kamen immer mehr dazu, ältere wurden teilweise von neueren überdeckt. Die Theorie von Maria Reiche verbindet die Positionen und Ausrichtungen mancher Linien und Zeichen mit den Positionen von Sternen und der Sonne an besonderen Tagen im Jahr. Es gibt noch viele andere Theorien über den Sinn und Zweck der Nasca-Linien, aber keine dieser Theorien konnte bis heute bestätigt werden. Derjenige, der die Vorstellung gehalten hat, hat uns auch später am Nachthimmel einige Sternbilder gezeigt und ihre Namen genannt und wir konnten durch ein Teleskop Jupiter und seine Monde beobachten. Ich habe allerdings nur Jupiter gesehen, die Monde waren dann wohl zu klein für mein Auge – es war aber auch etwas nebelig/bewölkt, sodass die Sicht erschwert war.
Das Planetarium fand ich mit am interessantesten muss ich sagen, natürlich gleich hinter dem Flug über die Nasca-Linien. Und abends ging es dann nach einem netten letzten Gespräch mit den Schwestern aus dem Hostel, die mir von ihrer Kindheit in Nasca berichtet hatten, zum Bus, der uns nach Arequipa bringen sollte. Der Bus kam dann mehr als eine gute Stunde zu spät, was wohl auch mit der hohen Verkehrsdichte am Feiertag zu tun hatte. Aber letztendlich saßen wir dann im Bus Richtung Arequipa – die erste Station in einiger Höhe (2300m).
#Miraflores #maleconlamarina #parque #mariareiche #vista #costaverde (en Parque Maria Reich - Miraflores)