Mein Bruder
Bei Vollmond sah' ich meinen Bruder
Nacht's hinaus zur Scheune geh'n.
Und auch in den Nächten folgend,
habe ich ihn dort geseh'n.
Er blieb dort bis zum Tage Grauen.
Nicht der Hahnenschrei mich weckt.
Fand man an den Tagen immer
Hügel, Weiden blutbfleckt.
Erst haben sie das Vieh gefunden,
Danach das Wild vom Walde.
An den Tagen folgend Vollem
Der Menschen Beine Halde.
Was treibt mein Bruder bloß im Dunkeln?
Kann es sein, ist er mir Feind?
So werd' ich ihn mir nun vornehm'n,
Dacht ihn doch mein' einz'gen Freund.
Und heute, da geht er wieder aus.
Ich folg' den Spuren, Seinen:
Erblick', bewehrt mit eisern' Krall'!
Zum Kampfe wir uns einen.
Am Tage fand man Beine Meine
Und das Fell, vom Biest geschor'n.
Du hast mich mit Silber 'nichtet,
Wurd'st zum Helden auserkor'n.







