#meinersterlockdown - Tag 1
Beginnend mit dem heutigen Tag begann für mich eine Homeofficeperiode ohne zunächst definiertes Ende. Die Gründe dafür sind allgemein bekannt und in drei Worten zusammengefasst: Flatten the curve.
Das allgemein grassierende SARS-CoV-2, oder auch Coronavirus, hat nun auch auf breiter Front Deutschland erreicht und um die Verbreitung zu verlangsamen wurden diverse Maßnahmen ergriffen.
Eine davon ist, dass wir bis auf Weiteres von zu Hause arbeiten werden. Glücklicherweise haben sowohl das Lebensgefährt als auch ich Jobs, bei denen Homeoffice ohne größere Anpassungen möglich ist.
Nichtsdestotrotz gibt es eine zusätzliche Komponente, die ein entspanntes Heimarbeitserlebnis verkomplizieren und diese Komponente wird nächsten Monat 3 Jahre alt und ist etwas über einen Meter groß.
Damit wir später alle was zu lachen haben, fange ich einfach mal an, diesen gesellschaftlichen Einschnitt hier ein wenig zu dokumentieren - #meinersterlockdown:
8 Uhr - Aufstehen. So weit ist alles erst mal wie immer, außer dass ich an normalen Arbeitstagen jetzt schon mit der Larve auf dem Weg zur Tagesmutter wäre. Die hat aber auf behördliche Anordnung bis zum Ende der Osterferien geschlossen, so wie alle anderen Kinderbetreuungsmöglichkeiten sowie Schulen.
8.30 Uhr - Da ab sofort mehr zu Hause gegessen werden wird, nämlich zwei Erwachsene und ein Kind, scheint es clever, ein wenig einkaufen zu gehen. Nicht hamstern, einfach nur einkaufen. Das stellt sich als komplizierter als gedacht heraus. Die Straßen sind zwar angenehm frei, die Regale dummerweise auch. Also nehme ich einfach das mit, was so da ist und aus dem sich irgendwas interessantes zubereiten lässt. Glücklicherweise habe ich eine Metro-Karte, kann also dort auch noch ein wenig aufstocken. Wir sind jetzt also erstmal versorgt. Auf ins Homeoffice.
10 Uhr - Lagebesprechung per Internet mit dem Team. Da mein Homeoffice noch nicht stadtfein ist, ist es sehr praktisch, dass man in MS Teams den Hintergrund unscharf schalten kann.
So langsam zeigen sich die Herausforderungen des Homeoffice mit Heranwachsenden - einer von beiden muss das Kind bespaßen und da wir heute abwechselnd immer wieder Calls haben und auch noch anderes zu tun haben, wechseln wir uns irgendwie ab. So oder so ähnlich werden also die nächsten fünf Wochen aussehen.
12.30 Uhr - Resteverwertung. Es gab noch Entenbrustfilets im Kühlschrank, also schnell eine Sataysauce gebastelt und die Filets rosa angebraten. Wenn schon, dann wenigstens mit ein bisschen Stil.
14.30 Uhr - Kinderbespaßung. Wenn man das Kind nicht permanent einer Serie überlassen will, in der ein zehnjähriges Kind mit unbegrenzten Finanzmitteln gemeinsam mit sechs Hundewelpen sämtlichen öffentlichen Dienst und Teile der Exekutive einer Stadt, die von einer vollkommen verblödeten Bürgermeisterin mit Haushuhn geleitet wird, übernimmt OHNE DASS ES JEMANDEN ZU JUCKEN SCHEINT!!!! - dann wird halt Parkhaus, Auto, Bahn und Ball gespielt und was vorgelesen. Sind wir mal ehrlich - für das familiäre Sozialgefüge kann so eine Periode des Zuhausebleibens durchaus auch was Positives haben.
16.30 Uhr - Letztes Mailchecken am Laptop, der Rest läuft übers Diensthandy.
18 Uhr - Der um 15 Uhr bestellte Flaschenpost-Lieferant trudelt ein. Zwar zu spät, aber bester Laune. Respekt für alle Dienstleister.
Mal schauen wie es morgen wird.








