Merkel im Bürgerdialog – Das ungeschnittene Gespräch mit dem Flüchtlingsmädchen Reem Die junge Reem aus dem Libanon soll mit ihrer Familie abgeschoben werden. Sie erzählt Angela Merkel von ihrem Schicksal.

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Merkel im Bürgerdialog – Das ungeschnittene Gespräch mit dem Flüchtlingsmädchen Reem Die junge Reem aus dem Libanon soll mit ihrer Familie abgeschoben werden. Sie erzählt Angela Merkel von ihrem Schicksal.
Streicheln
Aliás, esse verbo ficou famoso mais cedo neste ano quando a Merkel consolou (afagou, acariciou) uma imigrante palestina que, num programa de TV, questionou a chanceler sobre o destino de pessoas como a família dela, há 4 ou 5 anos no país, à espera de uma permissão para morar aqui. "Não podemos acolher todos", disse Merkel na época, levando a menina às lágrimas, consoladas com um afago. O Twitter alemão se esbaldou com a hashtag #merkelstreichelt e afins.
Angela Merkel hat ihr Versprechen eingel
Merkel fucks up Greece and nobody bats an eye. Merkel pets a girl and everyone loses their mind.
Merkel streichelt - aber wo liegt das Problem. Oder: Die Bundeskanzlerin behauptet nichts mit Asylpolitik zu tun zu haben.
In den vergangenen Tagen war viel zu lesen über die vermeintliche Herzlosigkeit der Bundeskanzlerin. Anlass war, dass Angela Merkel bei einem Bürgerdialog einem geflüchteten Mädchen namens Reem mitteilte, dass "nicht alle bleiben könnten". Tatsächlich sagte noch einiges mehr, zum Beispiel, dass man "die Asylverfahren abkürzen müsse." Kurz sie vertrat ihre Position und die der CDU/CSU. Das Mädchen begann daraufhin zu weinen und die eiserne Kanzlerin streichelt sie also ein bisschen. Das mag man nun unwürdig finden, und aus meiner Sicht spricht tatsächlich vieles dafür. Nur den Vorwurf der Kaltherzigkeit verstehe ich nicht und ich halte eine Debatte unter diesen Vorzeichen für katastrophal. Sie ist derart verwirrt, dass sie nur mehr Schaden als Nutzen anrichten kann. Sie hat geradezu das Potential völlige Unklarheit über die Asylfrage zu schaffen. Wie komme ich zu dieser Einschätzung? Wenn die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende sich zur Asylpolitik äußert, dann ist das in meinen Augen eine Frage, die natürlich einen politischen Charakter hat. Wie sollte es auch sonst sein bei der Regierungschefin. Nun wird aber die Debatte geführt, als ob Merkels persönliche Einstellung gegenüber diesem Mädchen in Frage stünde, ihre Empathie meinetwegen. Frau Merkels Empathie ist mir allerdings herzlich egal und sollte dies auch in der politischen Debatte allgemein sein. Mein Punkt ist, dass Frau Merkel diese Asylpolitik als Bundeskanzlerin zu verantworten hat. Sie verschweigt dies aber mit der Aussage, es können nicht alle bleiben. Sie behandelt dies quasi als Naturgesetz und zieht sich auf eine erklärende Position zurück. Dies darf man ihr nicht durchgehen lassen. Merkel ist die politisch Verantwortliche und als solche hat sie sich zu verhalten. Der korrekte Satz lautet nicht: Es können nicht alle bleiben. Er lautet: Ich und meine Parteien CDU/CSU möchten, dass nicht alle bleiben können. Nicht Merkels Emotionen sollten Gegenstand der Debatte sein, sondern ihr politisches Handeln. Und das, ihr Handeln, ist ganz sicher ein Problem.
Nachtrag vom 18.7.: Dass nun über reelle Chancen für Reem gesprochen wird in Deutschland bleiben zu können, ändert rein gar nichts daran, dass die Bundeskanzlerin sich zu verantworten hat und sich nicht darauf zurückziehen darf ein Pseudo-Naturgesetz "Nicht alle können bleiben" zu "erklären".
Ein Kommentar zu #merkelstreichelt von Heinrich Kielhorn
Merkel lässt streicheln.
Menschen streicheln Merkel.
Merkel hat ein großes Herz und lässt Putin streicheln.