Das eigene Bild
Aby Warburg verspricht in dem Text über Francesco Sassettis letzwillige Verfügung zu erklären, was er unter Bildrecht versteht. Der Aufsatz ist in der Zeit entstanden, in der sich die Diskussion um Bildrechte von Fragen des Urheberrechtes auf Fragen des Persönlichkeitsrechtes verlagerte. Vor den Hamburger Gerichten wurde der Bismarckfall verhandelt, bevor er im Instanzenzug nach zum Reichsgericht in Leipzig wanderte. Das Bildrecht im Warburgschen Sinne mag "kein formales Testament sein", aber es ist testamentarisch, es hat mit Juridismus, Reproduktion und Genealogie zu tun. Warburg wählt ein zu knappes Wort, wenn er diesen Komplex das "moralische Vermächtnis" nennt.
Warburg steht mit seinem Verständnis des Bildrechtes älteren Vorstellungen vom ius imaginum näher als der Rechtswissenschaft seiner Zeit, die so tat, als sei die Diskussion aus dem Nichts gekommen, Folge einer creatio ex nihilo und damit eine Schöpfung, wie angeblich auch die Fotografie ein neues Medium sein sollte.
















