Mein Kämpfer ist geboren, heil Ferdinand! Mutterkreuz für Frauke Petry.
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Mein Kämpfer ist geboren, heil Ferdinand! Mutterkreuz für Frauke Petry.
Der Faulpelz und das Abschweifen in die Politik
So oder so ähnlich kann man mich bezeichnen. Ich blogge viel zu selten und zwar so selten, dass nicht einmal mehr die Ausrede des "Ich habe keine Zeit" gilt.
Wobei ich Idiot mir ja schon gerne mal etwas auf den Hals hetze. Zuerst eine Fachbereichsarbeit in Deutsch, die bis Dezember fertig sein sollte und dann ein Ballplakat inklusive Ballkarten (wobei die Einen es lieben und die Anderen es hassen).
Heute habe ich im Radio (Kulturradio) eine Wiederholung von einem Beitrag aus 2010 über Karl Lueger gehört. Nicht vollständig, aber doch recht viel. Es ging um den 100.Geburtstag Karl Luegers - der umstrittene Bürgermeister Wiens. Heute ist in Wien noch so einiges nach ihm benannt. Zuletzt haben Politiker den Karl-Lueger-Ring (Universität Wien) umbennant, nach Jahren des Streites, ob man einen Antisemit so viel Ehre gebüren soll. (Naja, heute gibt es ja immerhin noch seine Bronzestatue, eine Gedächtniskirche und einen Platz, der nach ihm benannt wurde.) Jetzt heißt die betroffene Straße "Universitätsring". Außerdem behandelte die Sendung auch sein Leben, seinen Werdegang und seinen Tod. Er hat die zweite Hochquellwasserleitung nach Wien verlegen lassen sowie die Straßenbahnen, Elektrizitäts- und Gaswerke kommunalisiert. Auch ließ er das Versorgungsheim Lainz und das psychiatrische Krankenhaus am Steinhof erbauen (Wikipedia sei Dank, ich kenne nämlich beides nicht). Wahrscheinlich sind deswegen so viele Denkmäler vorhanden. Dass Adolf Hitler in "Mein Kampf" Lueger als "gewaltigsten deutschen Bürgermeister aller Zeiten" ansah und ihn bewunderte, dass Hitler bei seinem Begräbnis anwesend war, dass auf vielen Trauerschleifen (die noch heute allesamt sogar in einem Schrank aufbewahrt werden) eindeutige antisemitische Botschaften standen, daran störte sich niemand. Das erinnert mich an Eva Herman, als sie 2007 die nationalsozialistische Familienpolitik und die (Reichs-)Autobahn gelobt hatte.
Meine Frage vorweg: Wären beide Dinge gut gewesen, wären sie außerhalb der NS-Zeit passiert?
Wir alle wissen, dass Europa selbst im Endeffekt Geburtenrückgänge hat. Heutige Familienpolitik versucht beide Elternteile miteinzubinden, was auch gut ist. (Dass dies im dritten Reich anders war, ist auch klar. "Die Frau gehöre hinter den Herd.") Vielleicht war die Familienpolitik damals effektiver, weil die Frauen auf das Dasein Mutter herunter reduziert wurden. Damals lohnte es sich noch viele Kinder zu haben. Ich denke, man war etwas angesehener, erst recht, wenn man das Mutterkreuz erhielt. So erhielt Frau ihren Rang und Namen in der Gesellschaft. Heute wäre es aber für viele unvorstellbar nur auf das Mutter sein reduziert zu werden. Die Emanzipation ist in Europa längst eingekehrt. Man will als Frau auch etwas erleben. So müsste man heute andere Maßnahmen ergreifen, um eine Frau zu Kindern zu bewegen. Welche, dass wäre noch herauszufinden. Fakt ist aber, dass Frauen von 1933-1945 kaum eine andere Wahl hatten, um angesehen zu werden, da sie leider sowieso schon herunter reduziert wurden. Also war es in dieser Zeit sicher ein kluger Schachzug, Mutterkreuze zu verleihen. Heute wäre es aber mehr als nur unpassend. Bezüglich der Reichsautobahn muss ich zugeben, weiß ich selbst nicht sehr viel. Es wurde bereits in der Weimarer Republik damit begonnen, ist also nicht aus der Feder eines nazionalsozialistischen Architekten entsprungen (zumindest hoffe ich das). So ist eine allgemeine Behauptung, es gäbe ohne die Nationalsozialisten keine Reichsautobahn schlicht und ergreifend falsch. Denn Hitler hatte dieses Projekt nur dafür benutzt, um sich als Gutmenschen hinzustellen, der sagen kann, er habe die Arbeitslosigkeit gesenkt - was aber genau genommen nicht wirklich stimmt, weil die Wirtschaft im Allgemeinen wieder auf dem Weg der Besserung war.
Das passiert, wenn ich mich mit etwas auseinander setze, worüber ich noch nie wirklich nachgedacht habe. Diese Eva Herman... Leider weiß sie anscheinend nicht, dass heutige Frauen emanzipiert und die Reichsautobahn nicht von Hitler angefangen wurde.
Um aber nochmals meine Frage in kurz zu beantworten: Schon die damalige Familienpolitik war zweifelhaft ("Frauen an den Herd" - nur durch viele Kinder bekam man einen Status) und heutzutage sicher nicht mehr durchführbar. Die Reichsautobahn wurde ja noch nicht einmal von Hitler begonnen.
Falls ich hier inhaltliche Fehler eingebaut habe, werde ich sie nach auffallen schnellstmöglich Ausbessern. Ich hoffe aber, dass ich bis auf Tippfehler alles korrekt habe.