I - Die Anreise nach Myanmar
Dank eines sehr günstigen Flugangebotes entschied ich mich diesmal wieder nach Asien zu reisen. Genauer gesagt flog ich mit Air China nach Bangkok, um von dort über den Landweg nach Myanmar zu gelangen. Zudem hatte ich auf dem Hinweg einen Tag Aufenthalt in Peking. Der Beginn der Reise erfolgte zunächst jedoch etwas holprig.
Im Flughafen von Peking hatte ich noch Glück, da ich relativ am Anfang einer immer länger werdenden Schlage für ein chinesisches Transitvisum stand. Nach rund einer Stunde konnte ich die erste Schlage für das Visum verlassen und mich zur normalen „Einreiseschlange“ gesellen. Da ich Peking schon vor rund 6 Jahren etwas länger bereist habe, habe ich mir diesmal nichts Besonderes vorgenommen. So ging es noch einmal zum Tiananmen Platz im Herzen der Stadt. Dort besuchte ich das National Museum of China und verbrachte den Tag in der Nähe zur Verbotenen Stadt. Leider musste ich den Tag extrem sparsam verbringen, da ich vor Ort bei keiner Bank mit einer meiner Kreditkarten Geld abheben konnte. Ziemlich am Ende habe ich zumindest noch eine Bank gefunden die mir 10 Dollar in chinesische Renminbi getauscht hat, so dass ich wieder mit der U-Bahn zum Flughafen fahren konnte.
Als ich kurz nach Mitternacht im neuen Jahr dann in Bangkok angekommen war verfolgte mich zunächst das Pech. Als an der Gepäckausgabe „Last Baggage“ stand und das Band ausgeschaltet wurde, war mir klar, dass es mein Reiserucksack nicht mit mir nach Bangkok geschafft hat. Somit übernachtete ich zunächst am Flughafen um eventuell am kommenden Morgen etwas mehr in Erfahrung zu bringen. Als es aber auch da noch keine neuen Informationen gab, suchte ich mir ein Hostel in Bangkok und ging etwas einkaufen um nicht die ganze Zeit in festen Schuhen, langer Hose und Pullover zu schwitzen. Doch auch diesmal hatte ich wieder Glück im Unglück da am späteren Abend mein Gepäck in Bangkok ankam und zum Hostel geliefert wurde.
Somit konnte es am darauffolgenden Tag mit dem Bus in Richtung der Grenze nach Myanmar gehen. Für den direkten Bus an die Grenzstadt hätte ich noch 5 Tage auf einen freien Platz warten müssen. Zusammen mit einem Österreicher fuhr ich daher dann lieber zunächst in die Nähe der Grenzstadt (Tak) um dann einen weiteren Bus zur Grenzstadt nehmen zu können.
Nach dem langen Anreisetag konnten wir so schon am kommenden Morgen von Mae Sot (Thailand) nach Myawaddy (Myanmay) reisen. Früher dauerte der Weg aus den Bergen von Myawaddy wohl rund drei Stunden und man musste Glück haben, dass seine Fahrtrichtung (einspurige Straße) gerade frei gegeben war. Vor noch nicht allzu langer Zeit wurde allerdings eine neue Straße gebaut, welche die Fahrzeit aus den Bergen auf etwas über dreißig Minuten verkürzte und zudem in beide Richtungen befahren werden kann. Sprechen wir an dieser Stelle gleich über die Fahrtrichtungen in Myanmar: Myanmar hat 1970 als das letzte große Land der Welt seinen Verkehr von Linksverkehr auf Rechtsverkehr umgestellt. Allerdings ist es etwas fraglich ob das sehr sinnvoll war. Die meisten Gebrauchtwagen kommen aus dem Nachbarland Thailand sowie aus Japan. Somit ist die Mehrheit der Autos auf Myanmars Straßen Rechtslenker. Dies ist besonders beim Überholen durch die schlechte Sicht ein großer Nachteil. Passagiere in Bussen müssen außerdem meist auf der Straßenseite aussteigen und begeben sich dadurch mitten in den Verkehr. Interessant war auch die Überführung vom thailändischen Linksverkehr in den myanmarischen Rechtsverkehr. Mitten auf der „Freundschaftsbrücke“ wechselt man einfach irgendwie von links auf rechts und andersrum.
Nach einer längeren Fahrt über die restliche sehr holprige Straße nach Hpa-An kam ich an meiner ersten Station in Myanmar an. Dort erkundete ich zusammen mit dem Österreicher und einer Deutschen etwas den Ort und fuhr über den „Thanlwin River“ zum „Mt Hpan Pu“. Nach dem Aufstieg auf den Hügel bietet sich ein wirklich fantastischer Blick auf die umliegende Landschaft!
Den zweiten Tag liehen wir uns kleine Motorräder aus und fuhren zunächst zu der kitschigen aber sehr großen und beeindruckenden „Saddan Cave“. In dieser Höhle finden sich unzählige Buddha Statuen und ein paar Pagoden. Von dort ging es weiter über staubige Pisten zu einer schönen Badestelle und anschließend zur einem Buddhistischen Kloster auf einer kleinen künstlichen Insel (Kyauk Kalap). Nach einer längeren Motorradfahrt besuchten wir als nächstes die Stadt Mawlamyine. Von dem angeblich sehr britischen Einschlag der ersten Hauptstadt britisch Burmas konnten wir nichts mehr erkennen. Die schöne Fahrt zur Stadt, die Lage in der Nähe des Meers und der viele Trubel überall machten es dennoch zu einem lohnenswerten Ziel. Nach der längeren Rückfahrt gab es noch allerlei verschiedene Köstlichkeiten auf dem Nachtmarkt von Hpa-An zum Abendessen.