Belgien und der Besuch von Freunden in Amsterdam
Dank eines Feiertages und zweier Tage Urlaub ging es wieder weg vom schönen München um neue Plätze zu erkunden. Erst am letzten Arbeitstag entschied ich mich diesmal wohin die Reise genau gehen sollte. Auch wenn ich nur 5 Tage Zeit hatte, so wollte ich etwas Belgien kennenlernen und dies mit einem Besuch von Freunden in Amsterdam verbinden. Jetzt im Sommer hatte ich sowieso wenig Lust die sicher schönen Museen der Städte kennen zu lernen, wodurch ich genug Zeit hatte die Städte fußläufig zu erkunden.
Einen kurzen Zwischenstopp zu meinem ersten Ziel in Belgien, legte ich auf der Hinfahrt bei der Saarschleife im Saarland ein. Deutlich mehr Menschen als von mir erwartet, bewundern dort wie die Saar quasi eine 180 Grad Wendung einlegt. Drumherum wurde auch ein Baumwipfelpfad gebaut, welchen ich mir aber aus Zeitgründen schenkte. Schließlich sollte ja noch genug Zeit in Brüssel bleiben.
Wenn ich ehrlich zu mir bin, waren mir vor meiner Anreise nur zwei Dinge von Brüssel bekannt. Zum einen kannte ich aus dem Geografieunterricht noch das Atomium, welches 1958 für die Weltausstellung gebaut wurde. Dies ist von außen auch wirklich ein besonderes Bauwerk, ich würde mich allerdings nicht noch einmal anstellen um reinzugehen. Zum anderen wusste ich, dass sich dort einer der beiden Sitze des Europäischen Parlamentes befindet. Auch wenn Brüssel für mich insgesamt sicher nicht zu den „Top-Städten“ gehört, verfügt es aber über eine wirklich schöne und große Altstadt und ist sicher eine Stadt in der es sich gut leben lässt.
Zum Beginn gab es dann gleich eine der Spezialitäten der Belgier zu Essen. Meine bis dato wahrscheinlich besten Pommes. Auch wenn ich dort allein für Pommes mit Soße an einem Imbiss schon mindestens 4 Euro zahlen musste, so waren die von mir in Brüssel verköstigten Pommes wirklich ausgesprochen gut. Im späteren Verlauf der Reise merkte ich allerdings, dass viele Pommes auch einfach ganz normal schmecken und es nur eine größere Auswahl an Soßen dazu gibt.
Auffallend war für mich in Brüssel auch die permanente Zweisprachigkeit. Wirklich alles – wie beispielsweise die Namen der Haltestellen, Werbung etc. - ist in Brüssel in Französisch und Niederländisch geschrieben. Eine sehr konsequente Zweisprachigkeit.
Am zweiten Tag besuchte ich am Morgen, noch das EU-Parlament bevor es weiter an die Küste ging. Da Belgien nicht besonders viel Küste hat, ist diese eigentlich fast vollständig mit relativ modernen Gebäuden bebaut. Dennoch war es schön etwas am Meer zu sein, bevor es weiter nach Brügge ging. Brügge ist wirklich extrem sehenswert. Allerdings ist es alles andere als ein Geheimtipp, wodurch die Altstadt von Touristen belagert ist. Schön ist aber, dass man diesem Touristentrubel bereits etwas abseits der Hauptpfade entgehen kann. Der Scharm der alten Gebäude welche von unzähligen kleinen Kanälen umzogen sind, ist wirklich toll. Die Altstadt ist zudem wirklich sehr groß, sodass ich für unzählige Stunden von Gasse zu Gasse gelaufen bin.
Am nächsten Tag folgten einige Kurzbesuche von Städten auf dem Weg nach Amsterdam. Gleich am Morgen startete ich in der ebenfalls wunderschönen Altstadt von Gent. Auch hier wieder ein Bild von Kanälen, schönen alten Häusern und einem gemütlichen Flair.
Etwas gegensätzlich zu den beiden kleinen gemütlichen Städten Brügge und Gent folgte dann Antwerpen. Dort musste ich mich zunächst mit der örtlichen Umweltzone beschäftigen. In diese bin ich ohne es vorher zu wissen, mit meinem Auto gefahren. Zum Glück konnte ich am Parkautomaten ein paar nähere Infos dazu bekommen. Es folgte eine Onlineregistrierung mit Fahrzeugschein um einer Strafe zu entgehen. Moderne Autos müssen sich eigentlich nur anmelden. Ältere Autos dürfen wohl nur durch ein rund 30 Euro teures Ticket für ein paar Tage im Jahr in die Innenstadt.
Zurück zur Stadt: Antwerpen ist nach Brüssel die zweitgrößte Stadt Belgiens, was man auch deutlich merkt. Sehr geschäftig und deutlich weniger touristisch. Allerdings bietet Antwerpen auch keine Unmenge an Sehenswürdigkeiten. Sehr schön ist der Hauptbahnhof und sehr gut hat mir das relativ neue Museum MAS gefallen. Vom Dach des MAS hat man einen fantastischen Blick über die Stadt und das im sonst eher teuren Belgien sogar noch gratis.
Ein letzter kurzer Stopp vor Amsterdam folgte in Rotterdam. Eine ultramoderne Stadt mit vielen architektonisch interessanten Gebäuden. Sicher eine Stadt für die man sich mehr Zeit nehmen sollte.
Am Abend folgte der Besuch meiner niederländischen Freunde. Es war sehr schön sich nach längere Zeit mal wieder zu sehen und so ging es gleich standesgemäß mit dem Radl in die Innenstadt um Israelisch zu essen. Den folgenden Tag starte ich mit einer Joggingrunde durch zwei große Parks in der Stadt, bevor wir zusammen einen Ausflug in die nähere Umgebung von Amsterdam unternahmen. Dort gab es Windmühlen und einige kleine gemütliche Dörfer zu sehen (z.B. Zaandam, Edam, Monnickendam). Die zweite Hälfte des Tages fuhren wir dann noch etwas mit dem Radl entlang der unzähligen Kanäle in Amsterdam und beobachteten das Treiben.
Dann hieß es am Abend auch schon Abschied nehmen von meinen Freunden um nach Maastricht zu kommen. In der für mich wenig spektakulären Stadt startete am nächsten Tag meine Rückfahrt nach München. Einen letzten und längeren Stopp legte ich dabei allerdings in Heidelberg ein. Eine Freundin welche ursprünglich aus Heidelberg kommt, schwärmte mir immer wieder vor wie toll die Stadt sei. Und tatsächlich ist Heidelberg eine Reise wert. Vom flachen Land kommend liegt Heidelberg an einen kleinen Mittelgebirgskamm und bietet eine große Altstadt rechts und links des Neckars. Über der Altstadt thront zudem dem das Schloss mit einem schönen Schlossgarten.
Wenn es auch mal wieder ein sehr dicht getakteter Kurzurlaub war, so war es für mich wieder sehr schön neue Gegenden zu erkunden und meine Freunde aus Amsterdam wieder zusehen.