Schule ist okay. Für das letzte Jahr hatte ich mir irgendwie mehr erhofft, aber Fächer wie Physik, Mathe und Reli werden sich wohl auch in der Dreizehn nicht ändern. Wenigstens muss ich jetzt keine Klausuren mehr schreiben, weil keines dieser Fächer meine Abiturprüfungsfächer werden. Englisch, Gestaltungstechnik, Deutsch und Gesellschaftslehre mit Geschichte. Yay! Mal sehen wie es wird.
Ich weiß jetzt, was ich tatsächlich in den Ferien vermisst habe. Nicht die Schule - okay, doch ein bisschen. Aber hauptsächlich habe ich meine Freizeitaktivitäten vermisst. Meine Woche ist voll. Von morgens bis abends, Dienstags bis Samstags, habe ich irgendwas zu tun. Klavierunterricht am Dienstag, Schülerzeitung, Musicalprobe und Zeitungen austragen am Mittwoch, Donnerstags die Proben für die beiden Chöre, Freitags Gitarrenunterricht, Samstags wieder Zeitungen austragen, oft auch Proben oder Auftritte. Das war in den Ferien einfach alles weg. Kein Wunder, dass ich so oft nicht wusste, was ich mit mir anfangen sollte, wenn ich plötzlich sechzehn Stunden Zeit für mich hatte.
Ist es nicht komisch, dass man sich ständig darüber beschwert, dass man kaum Zeit hat, ein Buch zu lesen oder Freunde zu treffen oder Sport zu machen? Aber sobald man die Zeit hätte, ist man damit überfordert. So geht es jedenfalls mir. Dann stöbere ich durchs Internet, gucke Fernsehen oder liege so auf dem Bett und überlege, was ich machen könnte. Natürlich habe ich Freunde getroffen, das ein oder andere Buch fertig gelesen und meine Gitarrenkünste verbessert. Braun bin ich immer noch nicht, aber das werde ich ja eh nie. Aber sonst? Nichts. Die Sommerferien sind für mich immer die langweiligsten von allen gewesen. Meinetwegen könnten sie die sechs Wochen auch in drei Mal zwei Wochen aufteilen und über das Jahr verteilen. Vielleicht ist das Schuljahr dann leichter zu ertragen, wenn alle sechs bis zehn Wochen zwei Wochen Erholung warten. Wir kurz die Zeit einem dann vorkommen würde. Die sechs Wochen bringen eh nichts. Ich komme mir jetzt schon wieder so unerholt vor, dabei ist es erst der zweite richtige Schultag und vor gerade einer Woche hatte ich meinen allerletzten Sommerferientag jemals.
Aber wenn die Bundesregierung die sechs Wochen aufheben würde, dann würde der Großteil der Schülerschaft wohl doch auf die Barrikaden gehen. Ihre geheiligten Sommerferien. Sechs Wochen Schulfrei - oh mein Gott! Viel mehr sollten sie sich mal lautstark über dieses komische G8-Experiment beschweren, das in meinen Augen viel größerer Bockmist ist und nur zum altbekannten Thema führt.
Also genieße ich mein letztes Schuljahr, freue mich darüber, dass ich mein Abi noch in dreizehn mehr oder weniger entspannten Jahren machen konnte und packe meine Woche so voll wie es geht. Irgendwie muss man sich ja von der Schule ablenken. ;)