Annapurna Circuit Tag 1-3: Ngadi - Jagat - Dharapani - Chame
Unser Abenteuer Annapurna Circuit starteten wir am 04.09.2015 in Kathmandu. Mit unserem Guide Santosh setzen wir uns in den Bus nach Bhulbhule. Auf halber Strecke stieg dann auch Krishna, unser Porter, zu. Nach einer holprigen, acht-stündigen Fahrt kamen wir in dem Ortsteil Ngadi an.
In diesem Post wollen wir die ersten drei Tage Wanderung zusammenfassen. Es ging von Ngadi (890m) nach Jagat (1300m), dann nach Dharapani (1900m) und weiter in die Bezirkshauptstadt Chame (2670m). Insgesamt überwanden wir auf diesen 51 Kilometern also 1780 Höhenmeter - wobei es zwischendurch natürlich auch noch hoch und runter ging. Gleich anfangs lernten wir, dass es auf nepalesisch kein Wort für “steil” gibt. Daher hat sich hier der Begriff “Nepali flat” eingebürgert, der unbedarften Touris zumindest am ersten Tag der Wanderung die trügerische Sicherheit vermittelt, es mit vielen flache Passagen zu tun zu bekommen. Wenn Santosh später dann beim Briefing zwischen den vielen Nepali flat Passagen auch steile Stücke erwähnte, wussten wir, dass es an diesen Stellen richtig hart werden würde.
Unser Bus von Kathmandu nach Ngadi. Die beiden Jungs standen während der gesamten Fahrt an der Tür, um neue Passagiere “anzuwerben”.
Kneipp-Kur für müde Busfüße mit unserem Guide Santosh.
Die Präsidenten-Suite in unserer komfortablen Lodge. Nachts hielten uns laute Kratzgeräusche wach, die wir partout nicht richtig zuordnen konnten. Nachdem wir morgens dann eine halbe Stunde unseren Medikamentenbeutel gesucht hatten und Santosh ihn letztendlich mit diversen Bissspuren in seinem Zimmer fand, war klar, dass eine Ratte versucht hatte an Drogen zu kommen.
Der erste Wandertag von Ngadi nach Jagat. Für ein leckeres Mittagessen stoppten wir in Syange. Den ganzen Tag über kämpften wir mit der drückenden Hitze. Schattige Passagen waren echte Mangelware.
Die Tierwelt auf dem Trek. Besonders gefallen haben uns die vielen großen und bunten Schmetterlinge. Unter einem Felsvorsprung entdeckte unser Porter Krishna einige große Bienenstöcke.
Der zweite Tag führte von Jagat nach Dharapani durch das wilde Tal des Marsyandi River. Die Etappe war mit eine der eindrucksvollsten des gesamten Treks. Es ging vorbei an vielen hohen Wasserfällen, durch unzählige kleinere und größere Bäche, die die Strasse überspülten und ab und zu auch durch Schlammpassagen. Viel Wasser bedeutete auch: Blutegelalarm! Wir blieben allerdings vorerst verschont.
Lunch with a view. In diesem neuen Restaurant haben wir ein leckeres Dal Bhat gegessen und waren total begeistert von dem tollen Ausblick auf den Ort Tal.
Die dritte Etappe: Dharapani-Chame. Das Highlight des Tages war unsere Mittagspause in einem wunderschönen, gemütlichen Tea House. Wir waren die einzigen Gäste und durften dabei sein, wie direkt vor unseren Augen unser köstliches Dal Bhat gekocht wurde. Ab und an mussten wir allerdings an die frische Luft, denn der Holzofen pustete viel Rauch in die kleine Küche und unsere Augen. Gegessen wurde in dem toll angelegten Garten. Dal Bhat ist das nepalesische Nationalgericht. Die Kombination aus Dal (Linsensuppe), Kartoffel-Gemüse Curry, scharfer Soße, einem saisonalen zweiten Gemüse, Reis und süßem Joghurt als Nachtisch wird von 90% der Nepalesen praktisch morgens, mittags und abends gegessen. Nach der ersten Portion gibt es immer noch Nachschlag, auch wenn man schon satt ist. Da immer lokale und saisonale Zutaten sowie Rezeptvarianten verwendet werden, schmeckt Dal Bhat überall anders und wird so auch nicht langweilig.
Safe Drinking Water Station. Hier können verweichlichte Touri-Mägen mit aufbereitetem Wasser versorgt werden. Der Preis stimmt und die Natur wird geschont, weil nicht ständig neue Plastikflaschen gekauft werden müssen.
Auf dem Weg und in den Orten kamen wir immer wieder an Gebetsmühlen vorbei, die man links passieren muss und mit der rechten Hand antreibt. Dabei wiederholt man immer wieder das Mantra om mani peme hung.
Trotz der Wolken könnt Ihr hier im Hintergrund unseren ersten 8000er erkennen. Das ist der Manaslu - mit 8156 Metern der achthöchste Berg der Welt. In Nepal stehen übrigens acht der 14 Achttausender.
Nepalesische Spülmaschine.
Hausgemachter Likör. Na dann mal Prost!
Erster Blick auf rosafarbene Buchweizenfelder.
Eine Riesengebetsmühle mit eigenem Haus.
Bei den täglichen Stromausfällen stellten sich unsere Stirnlampen schnell als besonders praktisches Accessoire heraus. (Ein Dank geht an die wohltätigen Spender :-) )