Meine Reise / Teil 7
Myanmar, Ngwe Saung Beach
Die Bus startete pünktlich um 17:30 Uhr und sollte bis 8 Uhr morgens fahren. Sogleich wurden alle Bildschirme mit burmesischer Popmusik (oder traditionelle Stücke neu interpretiert) eingeschaltet und in Ohrenbetäubender Lautstärke hochgefahren. Selbst die Wachs-Ohrenstöpsel kamen gegen die Lautstärke nicht an. Ich konnte bereits auf jeder Busfahrt in den Genuss der überlauten Musik kommen, aber auf dieser Fahrt toppte die Beschallung alles Erlebte. Ich fragte mich die ganze Zeit, ob die Beschallung für die Busreisenden gedacht war oder dem Busfahrer diente, um nicht einzuschlafen. Wir waren die einzigen Touristen im Bus und so konnten wir uns nicht verbünden und gegen die Lautstärke aufbegehren. Ich versuchte es zweimal, der Busfahrer machte dann jeweils die Musik einen Müh leiser, um sie dann aber nach 5 Minuten gefühlt noch lauter zu stellen. Es war zwecklos. Und irgendwie schienen auch nur wir uns zu stören. Weiteres Highlight: die voll aufgedrehte Klimaanlage. Ich erwähnte ja bereits, dass ich zur heißesten Jahreszeit unterwegs war, aber über 12 Stunden im Bus bei gefühlten Minustemperaturen waren dann doch zu viel. Ich bedeckte mich mit allem, was ich finden konnte. Ich hatte tatsächlich in einem Blog vorher davon gelesen, dass es in den Bussen mitunter kalt werden könnte, aber man begreift es dann ja doch erst, wenn man mittendrin ist. An Schlaf war natürlich nicht zu denken und so fristete ich die Fahrt als verkleideter Geist:
Tatsächlich kam der Bus pünktlich morgens um 8 Uhr an. Als wir ausstiegen, fühlte sich die Hitze nach der Kältekammer wie eine heisse Wand an, jedenfalls brauchten wir ein paar Sekunden, um uns daran zu gewöhnen. Da wir die einzigen Touristen waren, die ausstiegen, stürmten alle Taxifahrer auf uns zu und boten ihre Dienste an. Die Jungs schauten mich nur an und sagten, das musst Du regeln, wir sind zu platt. Ich war so genervt und fertig von der Busfahrt, dass ich sehr aggressiv verhandelte. Die ersten zogen beleidigt ab, aber einer blieb übrig. Nachteil: wir fuhren auf der Pritsche hinten drauf. Und weil ich so geladen war gab ich den Jungs gleich zu verstehen, dass es jetzt nix zu meckern gibt, schliesslich hat man mich vorgeschickt. Die Fahrt verlief ruckelig über kurvenreiche Straßen, aber die Aussicht war schön. Und die Ankunft am Ngwe Saung Beach versöhnte uns alle. Wir stürzten uns quasi sofort ins Meer, herrlich! Vor lauter Schlafmangel fiel uns wieder nichts Besseres ein, als gleich mittags mit dem Biertrinken zu beginnen. Es war ein unglaublich lustiger Nachmittag, wir haben jedenfalls wahnsinnig viel gelacht und sprangen immer mal wieder ins Meer.
Der ganze Strand ist kilometerlang und wirklich wunderschön. Es waren kaum Touristen da und die Hotels halb leer. Die Sonnenuntergänge waren einfach nur atemberaubend schön und wir genossen den Blick, den Wind in den Haaren und den Salzgeschmack des Meeres auf der Zunge am ersten Abend.
Am nächsten Tag wechselten wir in das eigentlich gebuchte Hotel, wir schliefen in einem schönen Bungalow direkt am Strand. Morgens absolvierte ich gleich eine Einheit Freeletics und verbrachte den Tag mit Lesen, ins Meer springen und wieder lesen. Baden, wenn abends die Sonne des Horizont erreicht, wunderschön. Abends nochmal eine zweite Einheit Sport, Andy und Fabian machen auch mit. Hab wohl nie vor einer schöneren Kulisse Sport gemacht:
Am nächsten Morgen lernten wie Zoe kennen, ich sprach sie an, weil sie eine auffallend tolle Ausstrahlung hat und sie unglaublich sympathisch wirkt. Sie verbringt ein paar Tage am Strand, zuvor war sie drei Monate im Kloster, um zu meditieren. Wir beschlossen, uns alle gemeinsam Roller auszuleihen, um ins "fisherman-village" zu fahren. Es wird eine lustige Tour durch Sand, die zwischendurch auch sehr anstrengend war. Denn den Roller zu halten, mit Zoe hinten drauf, ist kräftezehrend und gar nicht so einfach. Eine Stunde Fahrt durch die Mittagshitze. Das Dorf beherbergt jeden Shop, den es braucht. Der Techniker saß bspw. in einer von Maschinen und Werkzeugen voll gestellten Hütte, die wirklich von oben bis unten schwarz ist.
fishermen village:
Die Fischer kommen nach Hause:
Überall endlose Strände:
Zurück fuhren wir kilometerlang mit den Rollern über den Strand im nassen Sand, das war herrlich!
Pagoden am Strand:
Abends absolvierte ich wie immer eine Einheit Freeletics und badete im Meer zur langsam untergehenden Sonne. Zoe lud mich ein, mit ihr gemeinsam zu meditieren. Ich hatte zwar schon einige Male versucht zu meditieren, aber ich muss gestehen, dass ich nie ganz verstanden habe wie es überhaupt geht und was ich beachten soll. Ich hab mich immer verzweifelt darin geübt und hab nie den Kern erfasst. Zoe ist eine wunderbare Wegweiserin. Wir meditierten gemeinsam eine Stunde. Als wir begannen war die Sonne noch am Horizont, als ich die Augen wieder aufmachte, konnte ich schon die Sterne sehen. Diese Stunde war so lehrreich und besonders für mich, dass ich es bis heute wie ein sehr kostbares Geschenk betrachte. Denn Zoe hat mir den den Zugang zum Meditieren gewiesen und das hat mich in vielen Situationen gerettet. Wenn ich wahnsinnig aufgeregt bin oder kaum zur Ruhe kommen kann, kehre ich immer wieder an diesen Abend zurück. Das bringt mir Ruhe und bis heute meditiere ich so wie Zoe mit mir meditiert hat.
Die letzten beiden Tage am Strand genoss ich einfach nur sehr. Wir aßen gegrillten Fisch am Strand, tanzten im Mondschein im Wasser und meditierten zum Sonnenuntergang (die Jungs schliessen sich auch an). Der Abschied fiel mir diesmal sehr schwer. Andy, Fabian und ich haben eine sehr schöne gemeinsame Zeit verlebt und ich bin sehr dankbar, dass wir uns getroffen und einen Teil des Weges gemeinsam gegangen sind.
Ich brach auf nach Yangon mit dem Bus, von dort flog ich nach Bangkok. Mein Plan war von dort nach Laos weiterzuziehen. Aber tatsächlich kam es am Ende doch anders....













