Die weniger guten Tage
Auf einer Skala von 1-10 würde ich mich im oberen Bereich einordnen, wenn es um das sonnige Gemüt geht. Ausserdem bin ich gerne strukturiert und fokussiert - Arbeit, Freizeit, Uni, Tun und Faulenzen. Ein (ehemaliger) Lebensgefährte nannte mich oft “typisches Maikind”, das implizierte, dass ich in allem das positive sehe. Natürlich kann das Leben nicht immer handwarme Milch-Honig-Mischungen liefern, manchmal erwischt es einen kalt und dann würde auch ich mich am liebsten unter einer Decke verkriechen, hoffen, dass Schlaf alles wieder richten kann und dass irgendwer warmen Topfkuchen macht und die Wärme nicht nur den Magen sondern auch die Seele erreicht ... und bis das alles irgendwann eintritt erzähle ich die erwachsene Version des Wintermärchens: In diesen Tagen gibt es keine liebende Mama, Oma, wen auch immer, der Topfkuchen und heiße Honigmilch macht und bunte Pflaster auf Wunden klebt, da versagen die Schutz- und Wärmegebenden, denn die brauchen und verbrauchen selbst all die Kraft und Fürsorge. Und wenn man das Gefühl hat, alles gegeben zu haben, muss man nochmals ordentlich nachlegen. Doch jedes gute Märchen hat ein happy end, in meinem rufen dann Freundinnen an und bringen Nußschnecken vom Bäcker und Blumen vorbei, gehen stundenlang mit spazieren und bringen einen zum Lachen. Als ich gestern das leichte Schnarchen meiner selbst gerade sehr strapazierten Freundin beim Yoga Nidra neben mir hörte, lächelte ich voller Zuversicht, weil ich wusste - der Weg durch diese tristen Tage wird lang aber ich gehe ihn nicht alleine.
Amüsant war dieser Post heute nicht, ich weiß, aber unser Leben, unsere Tage, sind nicht immer amüsant und flamingorosa, sie sind aber das was wir daraus machen und ein Blick unter der Decke hervor zeigt mir, dass ich beschützt & gewärmt von vielen Seiten werde.











