Solidarity from Göttingen!
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Solidarity from Göttingen!
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Aufgrund der aktuellen Razzien wegen des G20 Gipfels. Wenn ihr von Repression betroffen seid, kennt eure Rechte. Anna und Arthur halten’s Maul. United we stand!
Solidarität mit dem Riot/ solidarity with the riot
Ich weigere mich, mich von “Randalierern” und “Chaoten”, die ein paar teure Autos angezündet und diverse Läden geplündert haben, zu distanzieren, solange Kapitalismus weltweit Menschen systematisch entrechtet, an Europas Grenzen Geflüchtete zu Tausenden sterben und die Polizei in Hamburg Knochen bricht und Menschen in Lebensgefahr bringt. Wütender Protest gegen diese Scheiße ist legitim, und solange keine unschuldigen Menschen zu Schaden kommen, werde ich den Teufel tun, das zu diskreditieren. Wer nicht in der Hamburg war, als Bullen Journalist*innen und Anwohner*innen zusammengeschlagen haben, bei Festnahmen Leute bewusstlos geschlagen haben und Demonstrant*innen teilweise in Lebensgefahr durch ihre Gewaltbereitschaft gebracht haben, hat gefälligst die Fresse zu halten, darüber, ob es legitim war, sich mit brennenden Barrikaden, Steinen und Molotovs zu verteidigen und seine Wut an direkt vor den eigenen Augen stehenden Strukturen des Kapitals auszulassen. English:
I refuse to distance myself from “rioters”, who torched a few expensive cars and looted some stores, as long as capitalism is still systemically denying human rights to people, refugees are dying by the thousands on the coast of Europe and the police is breaking bones and threatening peoples lives with their violence in Hamburg.
Angry protest against this bullshit is legitimate, and as long as no innocent people are harmed, I fucking refuse to discredit that. To those who weren’t present in Hamburg as cops beat up journalists and random residents, knocked people unconcious during arrests and were actively endangering human life through their violence: Shut the fuck up about whether or not it’s legitimate to defend oneself with burning barricades, stones and molotovs or to vent your anger and hate on the structures of capitalism right in front of your eyes.
Gegen G20, Kapitalismus und Polizeistaat
Kapitalismus? Hölle auf Erden!
Die WELCOME TO HELL- Demonstration war verdammt nochmal friedlich! Die Polizei hat eine angemeldete Demo mit etwa 12.000 Teilnehmenden (pozileiangabe) aufgehalten... Wegen ein paar schwarzen Tüchern? In den Gesichtern von weniger als 1.000 Teilnehmenden? WTF!? Da haben ein paar Menschen ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit wahr genommen und schon ist das Recht auf Versammmlungsfreiheit aufgehoben???? Ein schwarzes Tuch im Gesicht macht niemanden perse zum Gewalttäter!!! Das ist es wie diese ‘Demokratie’ agiert, es wurde hier versucht eine riesige Masse kritischer Menschen durch polizeiliche Willkür und ein massives, einschüchterndes und bedrohendes Aufgebot von Söldnern des Kapitals mundtot zu machen. Klar das die Teilnehmenden trotzdem ihre Demo fortführen wollen. Wenn wir am Protest gehindert werden, müssen wir ihn uns eben erkämpfen!
Der Protest wird weiter gehen, ob friedlich oder millitant. Schluss mit der Spaltung in gute*r Demonstrant*in und schlechte*r Demonstrant*in. Lasst euch nicht spalten. Lasst euch nicht von den Bullen ärgern. Seid entschlossen und solidarisch.
Heute ist nicht alle Tage...
NoG20 - Welcome to Hell demo in Hamburg yesterday (July 6th, 2017)
Donnerstag und Freitag wird keine*r bei uns im Büro sein - also nicht wundern, wenn es mit der Antwort oder der Bestellung etwas länger dauert.
Einige von uns werden euch auf unserem neuen Twitter Account aus Hamburg auf dem Laufenden halten. Checkt mal www.twitter.com/BlackMosqCrew
Lieber tanz' ich als G20
+++ STELLUNGNAHME ZU DEN EREIGNISSEN VOM WOCHENENDE +++
(gesehen bei :https://www.facebook.com/BistroCarmagnole/ )
Wir, einige Geschäfts- und Gewerbetreibende des Hamburger Schanzenviertels, sehen uns genötigt, in Anbetracht der Berichterstattung und des öffentlichen Diskurses, unsere Sicht der Ereignisse zu den Ausschreitungen im Zuge des G20-Gipfels zu schildern. In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 2017 tobte eine Menge für Stunden auf der Straße, plünderte einige Läden, bei vielen anderen gingen die Scheiben zu Bruch, es wurden brennende Barrikaden errichtet und mit der Polizei gerungen.
Uns fällt es in Anbetracht der Wahllosigkeit der Zerstörung schwer, darin die Artikulation einer politischen Überzeugung zu erkennen, noch viel weniger die Idee einer neuen, besseren Welt. Wir beobachteten das Geschehen leicht verängstigt und skeptisch vor Ort und aus unseren Fenstern in den Straßen unseres Viertels. Aber die Komplexität der Dynamik, die sich in dieser Nacht hier Bahn gebrochen hat, sehen wir weder in den Medien noch bei der Polizei oder im öffentlichen Diskurs angemessen reflektiert. Ja, wir haben direkt gesehen, wie Scheiben zerbarsten, Parkautomaten herausgerissen, Bankautomaten zerschlagen, Straßenschilder abgebrochen und das Pflaster aufgerissen wurde. Wir haben aber auch gesehen, wie viele Tage in Folge völlig unverhältnismäßig bei jeder Kleinigkeit der Wasserwerfer zum Einsatz kam. Wie Menschen von uniformierten und behelmten Beamten ohne Grund geschubst oder auch vom Fahrrad geschlagen wurden. Tagelang. Dies darf bei der Berücksichtigung der Ereignisse nicht unter den Teppich gekehrt werden.
Zum Höhepunkt dieser Auseinandersetzung soll in der Nacht von Freitag und Samstag nun ein „Schwarzer Block“ in unserem Stadtteil gewütet haben. Dies können wir aus eigener Beobachtung nicht bestätigen, die außerhalb der direkten Konfrontation mit der Polizei nun von der Presse beklagten Schäden sind nur zu einem kleinen Teil auf diese Menschen zurückzuführen. Der weit größere Teil waren erlebnishungrige Jugendliche sowie Voyeure und Partyvolk, denen wir eher auf dem Schlagermove, beim Fußballspiel oder Bushido-Konzert über den Weg laufen würden als auf einer linksradikalen Demo. Es waren Betrunkene junge Männer, die wir auf dem Baugerüst sahen, die mit Flaschen warfen – hierbei von einem geplanten „Hinterhalt“ und Bedrohung für Leib und Leben der Beamten zu sprechen, ist für uns nicht nachvollziehbar. Überwiegend diese Leute waren es auch, die – nachdem die Scheiben eingeschlagen waren – in die Geschäfte einstiegen und beladen mit Diebesgut das Weite suchten. Die besoffen in einem Akt sportlicher Selbstüberschätzung mit nacktem Oberkörper aus 50 Metern Entfernung Flaschen auf Wasserwerfer warfen, die zwischen anderen Menschen herniedergingen, während Herumstehende mit Bier in der Hand sie anfeuerten und Handyvideos machten. Es war eher die Mischung aus Wut auf die Polizei, Enthemmung durch Alkohol, der Frust über die eigene Existenz und die Gier nach Spektakel – durch alle anwesenden Personengruppen hindurch –, die sich hier Bahn brach. Das war kein linker Protest gegen den G20-Gipfel. Hier von linken AktivistInnen zu sprechen wäre verkürzt und falsch.
Wir haben neben all der Gewalt und Zerstörung gestern viele Situationen gesehen, in denen offenbar gut organisierte, schwarz gekleidete Vermummte teilweise gemeinsam mit Anwohnern eingeschritten sind, um andere davon abzuhalten, kleine, inhabergeführte Läden anzugehen. Die anderen Vermummten die Eisenstangen aus der Hand nahmen, die Nachbarn halfen, ihre Fahrräder in Sicherheit zu bringen und sinnlosen Flaschenbewurf entschieden unterbanden. Die auch ein Feuer löschten, als im verwüsteten und geplünderten „Flying Tiger Copenhagen“ Jugendliche versuchten, mit Leuchtspurmunition einen Brand zu legen, obwohl das Haus bewohnt ist. Es liegt nicht an uns zu bestimmen, was hier falsch gelaufen ist, welche Aktion zu welcher Reaktion geführt hat. Was wir aber sagen können: Wir leben und arbeiten hier, bekommen seit vielen Wochen mit, wie das „Schaufenster moderner Polizeiarbeit“ ein Klima der Ohnmacht, Angst und daraus resultierender Wut erzeugt. Dass diese nachvollziehbare Wut sich am Wochenende nun wahllos, blind und stumpf auf diese Art und Weise artikulierte, bedauern wir sehr. Es lässt uns auch heute noch vollkommen erschüttert zurück. Dennoch sehen wir den Ursprung dieser Wut in der verfehlten Politik des Rot-Grünen Senats, der sich nach Außen im Blitzlichtgewitter der internationalen Presse sonnen möchte, nach Innen aber vollkommen weggetaucht ist und einer hochmilitarisierten Polizei das komplette Management dieses Großereignisses auf allen Ebenen überlassen hat. Dieser Senat hat der Polizei eine „Carte Blanche“ ausgestellt – aber dass die im Rahmen eines solchen Gipfels mitten in einer Millionenstadt entstehenden Probleme, Fragen und sozialen Implikationen nicht nur mit polizeitaktischen und repressiven Mitteln beantwortet werden können, scheint im besoffenen Taumel der quasi monarchischen Inszenierung von Macht und Glamour vollkommen unter den Tisch gefallen zu sein. Dass einem dies um die Ohren fliegen muss, wäre mit einem Mindestmaß an politischem Weitblick absehbar gewesen. Wenn Olaf Scholz jetzt von einer inakzeptablen „Verrohung“, der wir „uns alle entgegenstellen müssen“, spricht, können wir dem nur beizupflichten. Dass die Verrohung aber auch die Konsequenz einer Gesellschaft ist, in der jeglicher abweichende politische Ausdruck pauschal kriminalisiert und mit Sondergesetzen und militarisierten Einheiten polizeilich bekämpft wird, darf dabei nicht unberücksichtigt bleiben.
Aber bei all der Erschütterung über die Ereignisse vom Wochenende muss auch gesagt werden: Es sind zwar apokalyptische, dunkle, rußgeschwärzte Bilder aus unserem Viertel, die um die Welt gingen. Von der Realität eines Bürgerkriegs waren wir aber weit entfernt. Anstatt weiter an der Hysterieschraube zu drehen sollte jetzt Besonnenheit und Reflexion Einzug in die Diskussion halten. Die Straße steht immer noch, ab Montag öffneten die meisten Geschäfte ganz regulär, der Schaden an Personen hält sich in Grenzen. Wir hatten als Anwohner mehr Angst vor den mit Maschinengewehren auf unsere Nachbarn zielenden bewaffneten Spezialeinheiten als vor den alkoholisierten Halbstarken, die sich gestern hier ausgetobt haben. Die sind dumm, lästig und schlagen hier Scheiben ein, erschießen dich aber im Zweifelsfall nicht.
Der für die Meisten von uns Gewerbetreibende weit größere Schaden entsteht durch die Landflucht unserer Kunden, die keine Lust auf die vielen Eingriffe und Einschränkungen durch den Gipfel hatten – durch die Lieferanten, die uns seit vergangenem Dienstag nicht mehr beliefern konnten, durch das Ausbleiben unserer Gäste. An den damit einhergehenden Umsatzeinbußen werden wir noch sehr lange zu knappern haben.
Wir leben seit vielen Jahren in friedlicher, oft auch freundschaftlich-solidarischer Nachbarschaft mit allen Formen des Protestes, die hier im Viertel beheimatet sind, wozu für uns selbstverständlich und nicht-verhandelbar auch die Rote Flora gehört. Daran wird auch dieses Wochenende rein gar nichts ändern.
In dem Wissen, dass dieses überflüssige Spektakel nun vorbei ist, hoffen wir, dass die Polizei ein maßvolles Verhältnis zur Demokratie und den in ihr lebenden Menschen findet, dass wir alle nach Wochen und Monaten der Hysterie und der Einschränkungen zur Ruhe kommen und unseren Alltag mit all den großen und kleinen Widersprüchen wieder gemeinsam angehen können.
Einige Geschäftstreibende aus dem Schanzenviertel
BISTRO CARMAGNOLE CANTINA POPULAR DIE DRUCKEREI - SPIELZEUGLADEN SCHANZENVIERTEL ZARDOZ SCHALLPLATTEN EIS SCHMIDT JIM BURRITO’S TIP TOP KIOSK JEWELBERRY SPIELPLATZ BASCHU e.V.
Quelle : https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=1451018668300206&id=386001714801912