Nurejew - Ballett von Kirill Serebrennikov und Yuri Possokhov - Programm in voller Länge | ARTE Concert
Nurejew ist das vielfach ausgezeichnete Stück von Yuri Possokhov und Kirill Serebrennikov, das schon bei seiner Premiere 2017 am Bolshoi-The
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Nurejew - Ballett von Kirill Serebrennikov und Yuri Possokhov - Programm in voller Länge | ARTE Concert
Nurejew ist das vielfach ausgezeichnete Stück von Yuri Possokhov und Kirill Serebrennikov, das schon bei seiner Premiere 2017 am Bolshoi-The
Gebrochenes Bild eines eigenwilligen Idols - Nurejew. The White Crow
Der Tanzfilm ist ein Genre, welches sich aus einer Vielzahl individueller Produktionen gespeist immer weiter verändert und mit differenten Schwerpunkten und Themen arbeitet. Die großen Erfolge feiern derzeit populäre Tanzfilme mit einem Schwerpunkt auf Hip-Hop (meistens vorwiegend Breakdance) und den mit dieser Szene verbundenen Battles (während 1948 Die roten Schuhe mit dem Schwerpunkt auf dem klassischen Ballett auch eine erfolgreiche, Oscar-trächtige Geschichte schrieb). Aber auch in diesen Produktionen, wobei die mittlerweile fünfteilige Step Up-Reihe wohl als entscheidender Fackelträger des Genres in der heutigen Zeit einzuschätzen ist, bleibt die klassische Tanzform des Balletts als Element stetig erhalten. Der Erfolg der Verfilmung des Ballett-Klassikers Der Nussknacker im vergangenen Jahr zeigt, wie prominent Ballett auch heute noch ist. Eine der strahlendsten Tänzer-Persönlichkeiten des letzten Jahrhunderts war der früh zur Legende gewordene und 1993 im Alter von nur 54 Jahren verstorbene Tänzer Rudolf Nurejew, welcher neben Anna Pawlowa (1881-1931) und dem für sie 1907 im Schwanensee ergänzten Solo des sterbenden Schwans (ein Titel der zum geflügeltem Wort bei über-dramatischen Reaktionen geworden ist) der bekannteste Name des klassischen Tanzes sein dürfte.
Der Schauspieler Ralph Fiennes, dem breiten Publikum besonders in Verbindung mit seiner Rolle als Lord Voldemort in den Harry-Potter-Verfilmungen bekannt, hat sich an die Lebensgeschichte Nurejews herangewagt und in seiner dritten Regiearbeit die Rolle von Nurejews Lehrer Alexander Puschkin übernommen. Nach seiner eigenen Aussage habe er zunächst nur als Regisseur agieren wollen, sich dann aufgrund der Popularität seines Namens und der damit verbundenen größeren Aufmerksamkeit für den Film aber doch dafür entschieden die Rolle zu übernehmen. Letztlich beginnt und beschließt er den Film. Am Anfang und am Ende stehen Elemente der Unterhaltung zwischen Fiennes als Puschkin und einem KPD-Mitarbeiter, welcher ihn zur Flucht Nurejews verhört. Aus dem unbewegten Gesicht lässt sich schwer erschließen, ob die bekundete Unzufriedenheit mit Nurejew und sich selbst der Wahrheit entsprechen oder ob es nur Theater für die Obrigkeit war.
Und dies belegt eine große Stärke von Fiennes Porträt: er bietet Interpretationsspielraum (also kein Vortäuschen endgültiger Aussagen gegenüber Nurejew), hinzu kommt eine unaufgeregte und geduldige Detailfreude (in den Bildern wie in der Charakterzeichnung). Für letzteres können die Aufnahmen von Nurejew beim Betrachten verschiedener Kunstwerke, darunter Das Floß der Medusa und Statuen von Auguste Rodin. Zuletzt ist das Fehlen einer emotional überfrachteten Ebene hervorzuheben, welche dem Film Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit verleiht, was allerdings auch dazu führt das Nurejews menschliche Aura weniger im Fokus steht. Dies hat dem Hauptdarsteller viel Lob für seine tänzerische Leistung aber auch viel Kritik an seinen darstellerischen Fähigkeiten beschert.
Die Produktion ist eine Vermengung von verschiedenen Bruchstücken, drei Zeitebenen greifen ineinander, so dass die Stationen von Rudolf „Rudik“ Nurejews Leben nicht wie in einer klassischen Film-Biografie linear und chronologisch durchschritten werden, sondern ausgehend von dem Zielpunkt der Flucht in den Westen während einer Tournee 1961 vor und zurückgesprungen wird. (Damit bleibt die prägende Phase von Nurejew als Partner der Tänzerin Margot Fonteyn ohne Bedeutung für den Film.) So werden Eindrücke der von Kälte, Armut und Kargheit geprägte Kindheit Nurejews (Geburt in der Transsibirischen Eisenbahn, Außenseiter-Leben in Ufa, erste Tanzstunde) neben Aspekte seiner Tanzausbildung in Leningrad (darunter viele einsame Überstunden im Tanzsaal) und den Geschehnissen während des Aufenthalts in Frankreich gestellt. Dabei wird Nurejew als egoistischer, technisch durchaus mit den Mängeln einer zu kurzen Ausbildung zum Tänzer kämpfender junger Mann dargestellt, dessen Egomanie und großspurigen Ansprüche bzw. Vorstellungen es schwer machen ihn wirklich sympathisch zu nennen. Durch die Besetzung mit dem anerkannten Solisten Oleg Iwenko kann aber der Grund für die Faszination an Nurejew deutlich herausgearbeitet werden: das tänzerische Vermögen im Ausdruck und der Einsatz für seine Passion. Als Mensch wird er schroff, eigenwillig und sprunghaft gezeigt, dabei aber auch voller Interesse an bildender Kunst und öffentlich präsentierten Formen der Kunst. Auf der Bühne weiß er zu überzeugen und die Zuschauer zu fesseln, ohne dabei die technische Perfektion anzubieten, welche sein Zimmerkollege Yuri Soloviev (dargestellt durch Sergei Polunin und in einer Szene als Sprungtalent gewürdigt) verfolgt und nie erreichen kann. Der Tanz kommt daher nicht zu kurz und den tänzerischen Auftritten wird ausreichend Zeit gegeben, auch ein Effekt des nicht zu starken Fixierens auf emotionale Momente oder eine gekünstelte Liebesgeschichte wie sie gerne zur Dramatisierung von filmischen Biografien eingestreut wird (auch wenn dieses Feld nicht ganz ausgespart bleibt drängt es sich hier nie in den Vordergrund). Sicherlich ist die Besetzung der Hauptrolle mit einem Tänzer, und nicht, wie etwa bei dem Ballett-Psycho-Thriller Black Swan, mit einem Schauspieler auch auf diesen Schwerpunkt zurückzuführen.
Am Anfang des Films steht eine Erläuterung des titelgebenden Begriffs „weiße Krähe“, einer Bezeichnung für Außenseiter und gesellschaftlich ausgeschlossene Gestalten und damit eine der beliebtesten Künstlereigenschaften in der ästhetischen Verarbeitung des Lebens und des Wirkens prägender Gestalten der verschiedenen Kunstsparten. Doch auch wenn das Kind Nurejew deutlich als Außenseiter dargestellt wird ist er vom Erfolg keineswegs überfordert oder agiert introvertiert. Aber die um ihn kreisenden Personen sind wohl eher an dem Phänomen Nurejew als an seinem Charakter fasziniert und enge Freundschaften werden durch die starke Selbstfixierung Nurejews nahezu unmöglich gemacht. Dennoch ist er in Fiennes‘ Porträt als der kontaktfreudigste unter den sowjetischen Tänzern dargestellt, welcher die absurder Festbankett-Situation mit einer unsichtbar gezogenen Grenze zwischen den beiden politischen Welten des Westens und des Ostens durchbricht und viel Zeit mit den französischen Tänzern und deren Umfeld verbringt.
Dieses aufbegehrende Verhalten und sein Drang zur Freiheit wird ihn letztlich zur Flucht zwingen. Und im Moment der Flucht hat er genügend Unterstützer um sich geschart (und durch seine Auftritte ausreichend Aufmerksamkeit auf sich gelenkt), welche ihm die Flucht ermöglichen können. Am Ende steht eine Würdigung eines prägenden Künstlers des 20. Jahrhunderts, ohne diesem seine Fehler abzuerkennen oder ihn zu einem moralischen Vorbild zu machen. Im Zentrum des Porträts steht ein arbeitswilliger, die Freiheit zur Ausbreitung seines Egos benötigender Tänzer und ein in seiner Kunst lange nachwirkendes Idol der gegenwärtigen Tanzgeschichte. Wie sollte heute ein Balletttänzer solche Bekanntheit erlangen (eine Frage die auch nach der Betrachtung des Film-Porträts der bekannten Opernsängerin Maria Callas von Tom Volf (2017) aufkommt: welche Opernsängerin oder welcher Opernsänger sollte heute noch eine derartige internationale Bekanntheit in der breiten Öffentlichkeit erreichen?). Kennzeichnenderweise hat man mit Sergei Polunin wohl einen der wenigen Beispiele für die entsprechenden Möglichkeiten der heutigen Zeit als Darsteller direkt miteinbezogen. Um als Balletttänzer in unserer modernen Zeit Bekanntheit zu erlangen ist die Präsenz in den neuen Medien ebenso unerlässlich wie die Beteiligung an popkulturellen Inhalten oder dem Hollywood-Kino, in diesem Punkt unterscheiden sich auch Balletttänzer nicht von den Vertretern der übrigen Kunstsparten.
Hinweis: Zum Thema Ballett bietet Arte in seinem Programm ab und an interessante Dokumentationen an. Neben der schon mehrfach wiederholten, sechsteiligen Dokumentation über die Ausbildung einer Ballettklasse an der Pariser Oper (”Graines d’Etoiles - Die Tanzschule der Pariser Oper” von Francoise Marie) ist hier auch eine Dokumentation zu diesem Thema gezeigt worden. Der Dokumentationsfilm “Rudolf Nurejew - Der Sprung in die Freiheit” von Richard Curson Smith (am 31.8.2016 in Arte erstmals in Deutschland ausgestrahlt) setzt sich damit auseinander, wobei hier echte Bilder mit nachgestellten ergänzt wird. Ansonsten lohnt sich gerade in der Weihnachtszeit ein Blick in die Programme der dritten Programme und arte, da einige typischen Ballett-Klassiker sich in dieser Zeit besonders als Programmpunkt anbieten (z.B.: Der Nußknacker oder Schwanensee).
FROM DIRECTOR RALPH FIENNES - WATCH THE TRAILER FOR THE WHITE CROW - BASED ON THE INCREDIBLE TRUE STORY OF RUDOLF NUREYEV. Rudolf Nureyev, a remarkable young...
I loved the book (german) Der Tänzer. NUREYEV (Colum McCann). NUREYEV - an unbelievable dancer. I was fascinated about his passion and pushed off because of his selfishness. How rude he was in some cases. To others and to himself. I am not into ballet, but his movements, his presents on stage - special. Someone who is not on stage, he owns it. And the air. Oleg Ivenko is playing Nureyev very good. He has the energy for this figure. Very good camera, great set design and costumes. The flash backs into the childhood were perfect implemented, the narrative flow continued well. A-Story: NUREYEV his training to become a dancer (people in the school, his trainer, the trainer’s wife, other dancers) at a ballet school (Leningrad) B-Story: NUREYEVs childhood as a poor farmer’s /soldier’s son, born on train (mother, sister, father), in black and white style (Ufa) C-Story: NUREYEV visiting Paris as a russian dancer together with the russia ensemble and russian overserver during the cold war. He went every day to special paintings into museums (Rembrandt, Picasso, Rodin) and meets french dancers and other intellectuals (a young girl, who lost her famous friend some days ago), the russian observers went crazy because of that “forbidden” things he does (Paris)
The movie didn’t show is queerness much, but makes clear, that he loves men and women. The book tells more about (the fiction figure, or the projection people had about him) Nureyev and his inner pressure and expresses Nureyev's inner turmoil more, than the movie does.
NUREJEW - THE WHITE CROW täglich 16.45 & 19.00 bei uns im Lichtspielhaus. #nurejew #thewhitecrow #ralphfiennes #olegivenko #adèleexarchopoulos (hier: Ostentor Kino) https://www.instagram.com/p/B3CKE5cCWyg/?igshid=p7zvth3zlc7y
Paris in den 1960er Jahren: Der Kalte Krieg befindet sich auf seinem Höhepunkt und die Sowjetunion schickt ihre beste Tanzkompanie in den Westen, um ihre künstlerische Stärke zu demonstrieren. Ein Mann sorgt für die Sensation: der virtuose junge Tänzer Rudolf Nurejew. Ralph Fiennes erzählt - als Regisseur und Darsteller - Nurejews Geschichte, die auf wahren Ereignissen beruht. FOCUS Online zeigt exklusiv den Trailer zum Kinofilm.
Exclusiv: Deutscher Trailer zu "Nurejew - The White Crow" von und mit Ralph Fiennes
German trailer for ‘The white crow’