Auf dem Nachhauseweg überlegt, was ich zu essen machen könnte. Soll ja auch den heimischen Tischgesellen schmecken, will ja nicht zweimal kochen, womöglich noch was mit Fleisch - no way.
Was immer gut ankommt sind Fischstäbchen. Also zum Laden um die Ecke und ein Blick ins TK Regal geworfen und die Verpackung mit dem Pseudokäptn gesehen. Als ich meinen Arm ausstrecke, meldet sich das Kochteufelchen auf meiner Schulter:
"Und das willst du dann ernsthaft posten, Industrie-Fischstäbchen? Wo bleibt da die Liebe zum Essen, die Hingabe beim Kochen, das wohlige Gefühl etwas Schönes zubereitet zu haben? Wieviele Jahre machen wir das jetzt schon zusammen? Komm, reiß dich zusammen!!“
Verschämt hab ich den Arm zurückgezogen (nachdem das Teufelchen einfach nicht weggehen wollte, auch als ich es lautstark dazu aufforderte) und überlegt, wie kann man Fischstäbchen selber machen, wie haben unsere Vorfahren das gemacht, vor dem TK Zeitalter.
Ich nahm also Wildlachs mit nach Hause und hab in der Küche eine weiträumige Panierstraße aufgebaut. Dem im Streifen geschnittenen Lachs hab ich gut zu gesungen: Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird mehlig, eierpampig und knusprig. Das am Ende eine Pfanne mit heißem Öl wartete, hab ich geflissentlich ausgelassen.
Da ich kein Paniermehl zu Hause hatte, gab es ein pott Püree (korrekt) aus zerbröseltem Knäcke, Hafer- und Knusperflocken und Leinsamen. Dazu Kartoffelbrei und einen freshen Salat.
Und siehe da, es hat allen gemundet. Und die Fischstäbchen waren industriell unerreicht!
Was ich sagen will, ohne das hier hätt ich bestimmt den einfachen, faulen Essweg genommen. Aber stattdessen gab es ein neues und schönes Kocherlebnis, und dafür möchte ich meinen Mitstreitern danken!