Oghusen
Die Oghusen (in den Orchon-Inschriften: Oğuz, türkisch Oğuz bzw. Plural Oğuzlar) waren eine frühere türkische Stammeskonföderation. Sie waren eine der Stammeskonföderationen, die nach dem Zusammenbruch des Göktürkenreichs auftauchten bzw. wiedererschienen.
Oğuz ist die alttürkische Eigenbezeichnung. Historische arabische Quellen verweisen mit غوزّ DMG Ġuzz, byzantinische Quellen verweisen mit Ούζοι Ouzoi (Us bzw. Plural die Usen oder Uz) auf die Oğuz.
Seinen Namen bekam dieser Stammesbund vom legendären Heerführer Oġuzhan (Oghus Khagan).
Nach eineinhalb Jahrhunderte langer Ansiedlung am Fluss Syrdarja und am Aralsee spaltete sich um 1050 ein Zweig von den Oghusen ab und eroberte Persien, Aserbaidschan und später Anatolien. In diesen Gebieten gründeten sie das Reich der Seldschuken und später das Osmanische Reich.
Aus dem Zweig, der sich abgespalten hatte, sind die heutigen Türken und Aserbaidschaner hervorgegangen.
Die heutigen Turkmenen gehen dagegen auf die Oghusen zurück, die damals am Aralsee geblieben waren.
Arabische bzw. muslimische Quellen im Seldschukenreich benennen zum Islam konvertierte Oghusen تركمن / Türkmen. Türkmen ersetzte die Benennung Oġuz zur Zeit der Mongoleninvasionen (ab Mitte des 13. Jahrhunderts) vollständig. Diese arabischen Quellen erwähnen ab diesem Zeitpunkt nur noch Turkmenen und meinen damit die islamisierten Oghusen.
Moderne Ausarbeitungen verwenden in Form von Oghusen/Türkmenen beide Begriffe. In der heutigen Türkei hingegen bezeichnen jeweils Oğuz und Türkmen verschiedene türkische Stämme bzw. Völker.
Quelle: Wikipedia.







