9. Februar 2024
Park-Apps existieren jetzt also nicht nur, sondern sind wirklich einfacher als Bargeld geworden
Ich parke in der Innenstadt von Deggendorf auf einem Parkplatz, für den ich einen Parkschein bräuchte. Ich gehe zum Automaten und lese die Anleitung. Es kostet nur einen Euro für 90 Minuten, aber wie fast immer in den letzten Jahren fehlt mir dieser Euro. Ein Zweieurostück hätte ich zufällig, aber der Automat wechselt nicht.
Oberhalb vom Automaten weist ein Schild darauf hin, dass man stattdessen auch eine Park-App verwenden kann. Ich habe zwar im Juni 2021 und im Oktober 2021 schlechte Erfahrungen mit Park-Apps gemacht, aber jetzt geht es nicht anders. Außerdem habe ich gerade Zeit und da stört es mich nicht, dass ich voraussichtlich viele Daten und Passwörter und noch bessere Passwörter und Zahlungsmittel und andere Zahlungsmittel eintragen und auf Bestätigungsmails warten müssen werde.
Ich setze mich wieder ins Auto und lade die App "Parkster" herunter. Ich muss meine Mailadresse eintragen, meine Telefonnummer, meine Postadresse und das Nummernschild des Autos. Die App fragt, ob ich da stehe, wo ich stehe (sie hat meine Standortdaten), und dann darf ich parken.
Es kostet genau wie am Automaten nur einen Euro, und ich musste kein einziges Zahlungsmittel eintragen. Offenbar bekommt man einmal im Monat eine Rechnung zugeschickt, per Mail. Man könnte sie auch per Post bekommen, das kostet dann aber extra.
Diese Mail werde ich voraussichtlich übersehen oder sie wird als Spam einsortiert werden. Aber davon abgesehen kommt mir das Verfahren so einfach und nutzungsfreundlich vor, dass ich es später sogar meiner Mutter empfehle. Die möchte aber doch lieber beim Bargeld bleiben. Dabei hilft ihr, dass sie sowieso nie an Parkautomaten parkt, sondern auf dem Parkplatz ihrer Apotheke. Der verlangt spezielle Parkmünzen, aber mit 80 benötigt man praktisch täglich irgendwas aus der Apotheke und bei jedem Kauf kann man sich eine Parkmünze geben lassen. Deshalb hortet die Mutter in ihrem Rucksack einen kleinen Parkmünzenschatz und wird wahrscheinlich nie mehr fürs Parken bezahlen müssen.
(Kathrin Passig)










