Mai 2021
That’s not how I remember it
Ich benutze schon seit mindestens 2007 immer mal wieder ubuntu-Derivate – meistens auf dem jeweiligen Zweitrechner. Denn zwar komme ich damit immer ganz gut klar, aber letztlich gibt es doch immer Aufgaben (PDF-Exporte …), vorhandene Peripherie (der Subwoofer …) oder einfach Spiele, die ich nicht mit einem für mich sinnvollen Verhältnis von Aufwand und Nutzen so zum Funktionieren kriege, wie sie gedacht sind. Seit Mitte der 10er läuft mein privater Hauptrechner mit Windows. Da die Zweit- (und Dritt-)rechner nicht sooo leistungsfähig sind, bleibe ich auf Lubuntu 14 bzw. 16 stehen.
2021 zeigt der Erstrechner Ausfallerscheinungen. Ich kann im Mai sehr günstig ein ähnlich leistungsfähiges Gerät erwerben und muss für den Alltag sofort ein lauffähiges Betriebssystem haben. Mehr aus Neugier beschließe ich, es erst einmal wieder mit Lubuntu zu probieren, long term support, inzwischen 20.04. Die Festplatte will ich so partitionieren, dass ich zur Not später noch ein Windows draufspielen kann.
Es stellt sich heraus, dass die Partitionierung der aufwändigste Teil der Prozedur ist. Ob ich das richtig gemacht habe, werde ich wahrscheinlich nie herausfinden.
Denn alles andere läuft plug&play. Bei Tastatur, Maus und Monitor wundert mich das noch nicht.
Aber das WLAN? Zunächst habe ich einen Stick gekauft, der entgegen der Angabe auf der Packung nur schlecht unterstützt wird. Den tausche ich gegen einen FRITZ!WLAN AC 860 um, reingesteckt, alles in zwei Sekunden da.
Anlage mit Subwoofer? Wird sofort erkannt.
Webcam, Mikrofon? Eingesteckt und kann in discord ausgewählt werden.
Drucker? Nicht einmal den Typ muss ich händisch auswählen, er wird sofort, automatisch und korrekt erkannt.
Dropbox wird wie von Windows gewohnt unterstützt. Das Firefox-Profil kann plattformunabhängig kopiert werden. Mein E-Mail-Archiv exportiere ich aus Outlook, was etwas dauert, und lese es mit readpst auf Knopfdruck in ein Postfach im Linux-Mailprogramm.
Ich habe nicht erwartet, dass ich meine Entscheidung bereuen würde. Aber ich habe auch nicht erwartet, dass alles *so* einfach und reibungslos wäre. Wo ist die Bastelei? Das Draufschaffen exotischer Konsolen-Kommandos? Das nächtelange Suchen in Foren? Für den Augenblick habe ich wirklich nicht die geringste Motivation, Windows noch zu installieren.
Einen Rechner mit Linux-Betriebssystem aufzusetzen und vor allem, mit allen Daten von Windows auf Linux umzuziehen, ohne einen einzigen Stein im Weg zu haben – that’s not how I remember it.
(Matthias Colloseus)















