The hell of a Mental Load!
Vor nicht allzu langer Zeit saß ich bei meiner Supervisorin und klagte darüber, dass ich mir nichts mehr merken könne. Ich vergaß zum x-ten Mal Klarsichthüllen für die Portfoliomappe meiner Jüngsten in den Kindergarten mitzunehmen, ich vergaß neues Klopapier im Supermarkt zu kaufen, Verabredungen mit Freundinnen, Unterschriften für die Schule meiner zwei anderen Kinder, um nur einige Beispiele zu nennen.
Ich machte mir ernstlich Sorgen um meinen geistigen Zustand.
Meine allerliebste Supervisorin sagte allerdings etwas, was mich zumindest diesbezüglich beruhigen konnte; sie meinte, das sei kein Wunder, mein “Mental Load” sei einfach zu groß! Aha, dachte ich mir, ja das ist wohl wahr.
Zu diesem Zeitpunkt arbeitete ich 30 Stunden pro Woche als Beraterin für Opfer von häuslicher Gewalt, versorgte drei Kinder nahezu alleinverantwortlich, organisierte die Sanierung unseres alten Bauernhauses und kümmerte mich auch noch um allerlei Haushaltsdinge, wie einkaufen, kochen und Wäsche nahezu allein. Gefühlt musste ich jeden Tag an 1000 Dinge denken, was zusehends meine Speicher überlastete.
Später las ich einen Post auf Facebook. Es ging darum, dass es für Frauen keine wirkliche Hilfe sei, wenn ihr Partner einkaufen geht, sie aber dennoch den Einkaufszettel vorab schreiben muss. “Ja!” dachte ich mir, genau das ist das Problem, aber was ist die Lösung?
Nun ja, das Problem ist mit Sicherheit auch ein strukturelles und betrifft Frauen in übergeordnetem Maß. Es scheint immer noch völlig normal zu sein, dass Frauen sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit um die Angelegenheiten der Kinder und des Haushaltes kümmern; jedenfalls geht es vielen meiner Leidensgenossinnen genauso. Männer helfen oft nur mit, statt Tätigkeiten vollständig zu übernehmen, samt der damit einhergehenden Verantwortung.
Das ist weder fair, noch, wie ich glaube, auf Dauer zuträglich für die Beziehung. Aber was kann getan werden?
Natürlich, eine jede kann versuchen mit ihrem Partner zu verhandeln und versuchen gerechtere Vereinbarungen zu treffen. Man kann auch versuchen Tätigkeiten extern auszulagern, sollte man über das nötige Kleingeld verfügen. Was bei mir auch ganz gut funktioniert, ist meinen Kindern etwas mehr Verantwortung für ihre eigenen Angelegenheiten zu übertragen, wie benötigte Unterschriften oder Hausaufgaben.
Aber seien wir ehrlich, solange sich nicht grundlegend strukturell etwas ändert, sind auch diese Bemühungen im Kleinen wieder zusätzliche Kraftanstrengungen oder vielleicht sogar Kämpfe, die von Frauen unternommen und ausgetragen werden müssen.
















