Begegnungen am Busbahnhof Cusco
Mein Bus so hiess es, sollte um 19:00 Uhr losfahren. Deshalb bin ich bereits früher am Busbahnhof, doch der Schalter ist verweist. Bald gesellt sich eine Peruanerin zu mir und wir kommen beide ins Gespräch. Ihre Reise sollte nach Sao Paulo gehen, knapp 3 Tage, da scheinen die 22 mir bevorstehenden Stunden ein Klacks zu sein. Irgendwann taucht dann doch noch jemand auf und ich kann mein Ticket nach Rio Branco, Brasilien kaufen. Cecilia, die Peruanerin und ich setzten uns irgendwo im unheimlichen Gewühl hin und sie beginnt mich über Brasilien auszuquetschen. Sie ist ganz aufgeregt, den es ist Ihre erste Reise nach Brasilien. Ich rate ihr ein Hostel auf Hostelworld.com herauszusuchen sobald sie in Sao Paulo ankommt, denn einfach so aufs blaue loszulaufen ist nicht die beste Idee in der Brasilianisch Megastadt. Sie will sich die Webseite in Ihrem Notizbuch notieren. Sie nimmt ihre Handtasche, wird sofort kreidebleich, begingt wie wild in der Tasche zu wühlen und ihre Jacke abzutasten. Plötzlich beginnt sie nach der Polizei zuschreien. Pass, Bankkarten und 300 USD sind weg. Ein Polizist erscheint nicht. Wir begeben uns umgehend auf den Polizeiposten wo uns ein wohlgenährter grau-melierter Polizist empfängt. Der Rapport ist vergleichsweise schnell erstellt, ich erinnere mich an die Anzeige bei der Polizei in Salvador welche knappe 2 Stunden dauerte. Ich glaube die Hysterie von Cecilia macht dem Polizisten zusätzlich Beine. Doch eine Kopie vom Rapport erhält sie nicht, diese gibt es erst wenn sie auf der Bank 7 Soles (2CHF) bezahlt und dann mit der Bestätigung wieder auf dem Posten aufkreuzt. Der Rapport wäre allerdings das einzige Papier mit dem Cecilia sich ausweisen könnte. Doch der Polizist bleibt hart, ohne diesen Voucher gibt es keine Kopie. Nun versucht Cecilia das Ticket nach Sao Paulo zu stornieren. Aber die Dame am Schalter schaltet auf stur und meint, sie hätte auch nicht alles Geld am selben Ort aufbewahren müssen. Klar, da hat sie recht, doch das hilft jetzt auch nicht weiter. Der Polizist erscheint und versucht sich für Cecilia einzusetzen, doch jetzt meint die Dame sie hätte gar kein Geld. Ich mische mich ein und sage das ich ihr vor 15 Minuten 200 Soles bezahlt hätte. Dem Polizist wird es zu bunt, den er muss sich mit zwei lautstark streitenden Latinas und einem Gringo mit gebrochenem Spanisch abgeben. Die Dame solle Cecilia jetzt zumindest die 200 Soles zurückerstatten. Gesagt getan. Jetzt begleite ich Cecilia zum Taxi wo sie mich umarmt und wie wild zu weinen und schluchzen beginnt. Irgendwie komisch eine knapp 50 jährige Peruanerin mit Tränenüberlaufenem Gesicht zu verabschieden. Inzwischen ist es 20 Uhr und von meinem Bus ist noch weit und breit nichts zusehen. Ich warte weiter.










