Noch vor Zeit und Raum schwebten drei Kräfte in dem Schwarz der Kreation: Pristocampus, das große Krokodil war die Kraft der Erde, Hippogriff, der Geist des Himmels und der Luft und der See-Drache, die Naturgewalt des Wassers.
Sie existierten in Einklang und Harmonie, strebten jedoch nach Vollkommenheit. Also vereinigten sie sich. Jeder ließ seine Liebe aus einer eigenen Quelle fließen und gab die Essenz seines Elements als ein Geschenk an die Einigkeit. Der Hippogriff schenkte Freiheit, Pristocampus Verbundenheit und der See-Drache nahm diese Gaben in seinem Leib auf, wo er sie hegte und mit seinen Tränen der Sehnsucht befruchtete. So entstanden die ersten Pferdchen und als sie geboren wurden waren sie perfekt und so spielerisch, dass die drei Geister beschlossen, ihnen eine eigene Welt zu erschaffen.
Pristocampus formte die Erde, weit und frei für endloses Laufen und Springen. Der Hippogriff spannte einen Himmel darüber mit weißen Flauschwolken, bunten Regenbögen und feurigen Sonnenuntergängen, um Gemüt und Seele zu beflügeln. Und der See-Drache erschuf schillernde Wasserlandschaften, wo immer Erfrischung zu finden sein sollte. Alles war licht und hell.
Die kleinen Pferdchen liebten ihre Welt. Sie sprangen, liefen und spielten immer: zu Land, Wasser und im Himmel. Mühelos katapultierten sie sich von einem Element in das Nächste und die Geister wachten über sie.
Dann passierte die Wende.
Eines der Pferdchen war ein wenig übermütiger als die anderen und als es ein wenig höher und weiter sprang als die anderen, landete es in dem Maul von Pristocampus, welches stets geöffnet war, wenn er sein Nickerchen hielt. Daraufhin erwachten seine Krokodil-Instinkte, die bisher tief in ihm geschlummert hatten. Zum ersten Mal merkte er, dass kleine Pferdchen seinem Gaumen gut taten.
Von da an wollte er sie alle.
Da er sich aber nur in seiner Kreation, der Erde, bewegen konnte, begann er, alle Pferdchen zu verspeisen, die es dorthin verschlug.
Es dauerte nicht lange und die beiden anderen Geister bemerkten die Tragödie. Doch wie Pristocampus war jeder von ihnen an sein Element gebunden. Und so setzten sie ihre Kräfte in den Rahmen ein, die ihnen möglich waren, um die Pferdchen zu schützen. Der See-Drache ließ die Pflanzen seines Unterwasserreichs über das Land wachsen und der Hippogriff legte Nebel darüber, damit Pristocampus die Pferdchen nicht mehr sehen konnte.
Doch er rief Wesen zu Hilfe, die sich in den Schatten bewegen konnten, um den Pferdchen dort auf zu lauern und zu ihm zu bringen.
Jeden Tag öffnet Pristocampus sein Maul über der Welt, so weit, dass das Dunkel seines Schlundes über allem ist. Dann ist es Nacht. Es heißt die Sterne sind die Augen verschluckter Pferdchen, welche sehnsüchtig auf die Welt hinunterschauen.
Doch jeden Morgen vereinen sich der See-Drache und der Hippogriff, um Pristocampus mit Regen und Nebel zu vertreiben.
Die Pferdchen mögen jetzt sicher sein, doch sie leben in ständiger Angst vor den Schatten, der Nacht und was sich darin verbergen mag.
Es soll einen Ort geben, das letzte Fleckchen, dass der See-Drache und der Hippogriff freigelassen haben sollen. Dort ist alles licht und hell, wie es vorgesehen war. Man sagt, Gators Garten ist die Pforte. Und ein großes Krokodil ist sein Wächter…