#WorldTripPart2 - Tag 195: Die wohl geilste Landschaft ever!
Bereits gegen 5 Uhr mussten wir uns aus dem Bett quälen, denn die 78$ für die Heißluftballon-Fahrt sollten sinnvoll investiertes Geld werden. Mit dem Minivan wurden wir gegen 6 Uhr mit den anderen zu einem Feld gebracht, auf dem einer der beiden Heißluftballone gerade vorbereitet wurde. Nachdem alle 6 Leute geboardet hatten, drückte der chinesische Kapitän sachte aufs Gas. Nur wenige Meter höher wie die Hausdächer und Bäume (wir hätten fast einen Baum gestreift) schwebten wir anfangs über die zu früher Stunde noch verlassene Stadt. Dem Anschein nach wollte der Kapitän auf den anderen Ballon warten, denn als dieser am Horizont in die Höhe schnellte, ging es auch für uns steil nach oben. In 700m wirkte alles so winzig da unten. Alles abgesehen von den gewaltigen Karstformationen, die sich über den gesamten Horizont erstreckten. Ohne zu übertreiben, aber die Landschaft hier ist so hammergeil, dass ich sie nicht mal annähernd in Worten und Bildern beschreiben kann. Insgesamt durften wir knapp eine halbe Stunde die atemberaubende Landschaft bestaunen, ehe wir ausserhalb der Stadt neben einem verdutzt dreinschauenden sichtlich verwirrten Rindvieh ziemlich sanft landeten. Was ich sehr cool fand war, dass wir auf Kniehöhe schwebend von den Helfern einige Meter gezogen wurden, um einen besseren Platz zum Aussteigen zu ergattern. Im Ort zurück liehen wir uns zwei Roller für superbillige 25.000 Kip pro Roller (2,25€), um das Spektakel auch von unten zu betrachten. Hinter der Brücke über den Nam Song River eierten wir über die schmale Buckelpiste mitten durch die trockenen Reisfelder, bis wir den kleinen Berg Pha Poak erreichten. Hier kann man für 10.000Kip ein paar Bambusleitern und Felsbrocken auf die Spitze klettern, die einen netten Ausblick über die Stadt, die umliegenden Reisfelder und Teile der Kalksteinbergkette bietet. Folgt man dem 1m schmalen Trampelpfad durch den Wald (nicht zwingend für Roller geeignet, dennoch befahrbar) gelangt man zur Lusi Cave, wo wir ohne große Erwartungen ankamen. Wir nahmen einen Guide (zu dritt 60.000) und liefen gemeinsam ziemlich weit in die coole Höhle hinein, in der unser Guide so einige interessante Tiere und Gegenstände aus den Stalagmiten und Stalaktiten interpretierte. Ich rezitiere (soweit ich mich erinnern kann) den gesamten Monolog unseres Guides: "Cave. Good my friend? Woah. So beautiful. Look, crab. Watch your head. Ok? Lets go. My friend, come. Höhö Pussy (fummelt am Stalaktit herum). Funny? Haha. Ok, be careful. You ok? Beautiful cave! See elephant? So nice. Ok, we go. See chicken? Nice. Watch your head. Slowly slowly. Here you see Penis. Haha. Funny. Be careful. Looks like a snake!? Wow. So nice cave. Slowly slowly. Ok, now you see dinosaur? You see? Wooow. Watch your head. Ok? Haha, you see nipples? Haha, funny! Ok, slowly slowly. Slippery. You hear the bat? Woooow. Ok, come here. E-C-H-O !!! EEECHOOO! Nice cave." So in etwa mag das geklungen haben, bis wir an der Lagune (ein schmutzig aussehendes Wasserbecken am Ende der Höhle) ankamen, in der ein Tube herumschwamm :D Als wir wieder zurück am Eingang waren, gaben wir dem witzigen Guide einem Euro Trinkgeld und machten uns auf den Weg zurück nach Vang Vieng. Dann der Schock. Der Tank ist so gut wie leer. Die haben doch nicht....? Doch, haben sie, diese miesen Schweine! Ich meine, ein bisschen Abzocke ist ja noch okay, aber wenn man den Sprit aus dem Tank klaut, da hört es dann wirklich auf. Wir sind uns fast zu 100% sicher, dass sie es waren, denn a.) wir hatten jeweils 2l zuvor getankt und sind damit vielleicht 5km gefahren, b.) die haben da hinten die perfekte Lage, um ihren kriminellen Machenschaften nachzugehen, denn es gibt nur einen Weg zur Höhle, sie können von denen vom Pha Poak Mountain telefonisch vor unerwartetem Besuch gewarnt werden und der Typ am Eingang wusste, dass wir mit dem Guide eine Weile in der Höhle sein werden und c.) in der halben Stadt wird das selbe Rollermodell vermietet, bei dem man mit egal welchem Rollerschlüssel der gleichen Marke den Tankdeckel öffnen kann (wir haben es selbst getestet). Mein Tipp: Macht einfach immer Fotos vom Tank vor ihren Augen und checkt ihn direkt danach wieder oder, um unnötigen Ärger zu ersparen, leiht euch ein Fahrrad. Nachdem wir uns beim Mittagessen vom Ärger beruhigt hatten, mussten wir nochmals Tanken gehen und fuhren weiter in Richtung der Karstfelsen, genauer gesagt zum Pha Ngeun. 200 Höhenmeter bei 36° und verschwitzten Füssen in rutschigen Flip-Flops sind zwar nicht ideal, aber der Ausblick auf dem Gipfel entschädigte für alle bisher erlittenen Strapazen. Ich glaube, das hier oben, war einer der schönsten Ausblicke (wenn nicht DER schönste), die ich je in meinem Leben bisher geniessen konnte. Bilder sagen hier mehr als tausende Worte - es lohnt sich sowas von! Unseren letzten Stop des Tages legten wir bei der Blue Lagoon ein, die unterhalb der sehr coolen Höhle Tham Phu Kam liegt. In der Höhle kann man ohne Taschenlampe zu einem goldenen Buddha laufen, will man aber weiter in die gigantisch große Höhle, dann ist ein Licht obligatorisch. Der Weg ist recht slippery am Anfang, also kommt man nur langsam voran, weiter geht es dann aber ganz zügig und unproblematisch. Was auch hilfreich wäre, ist nicht die Orientierung zu verlieren, denn die Höhle ist riesig (Licht aus und man sieht nach einer Weile das Tageslicht des Ausganges). Irgendwann erreichten wir einen Punkt, an dem es nicht mehr weiterging und wir umdrehen mussten - auch nicht schlimm, denn draussen wartet die Blue Lagoon auf uns, an der es zu unserem Glück mittlerweile sehr leer geworden ist. Man kann von zwei verschiedenen Ästen eines Baumes ins tiefe und sehr frische Wasser hüpfen oder wahlweise auch hinein schwingen - me gusta! Vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir wieder Vang Vieng, das so langsam zu erwachen schien. In der Kangaroo Sunset-Bar schnappten wir noch zwischen 10 - 11 p.m. ein paar gratis Vodka-/Whiskeymixgetränke und wurden von einem besoffenen Iren göttlich unterhalten. Zuerst tanzte er ungefähr jeden an (auch den Pool-Tisch und die Stühle), bis er Gefallen an einer Topfpflanze fand. Er riss ein Blatt ab und steckte es sich unter seine Cap, bisher er später obszöne Bewegungen mit der Pflanze andeutete. Einem holländischen Barkeeper platzte nun der Kragen, ging auf ihn los und wollte ihn der Bar verweisen. Nach einem kurzen Disput schien das Problemchen gelöst zu sein, doch eine laotische Barkeeperin wollte auch noch ihre Wut ausdrücken, schnappte sich die Pflanze und knallte sie voller Wucht auf den Boden :D :D :D












