Und jeden Morgen wache ich auf, mache mir zwei Stunden später Frühstück und lese die Zeitung. Welche Zeitung, sei dahingestellt. Es würde nichts ändern, eine andere zu lesen. Verallgemeinern wir „die Zeitung“ mal, als alle Zeitungen, und pauschalisieren sie zu dem Begriff „Phrasenschwein“. Das Phrasenschwein sagt mir jeden Morgen das gleiche. Immer und immer wieder. Griechenland ist pleite, Griechenland ist scheiße, wir wollen nicht für Griechenland zahlen. Gaddafi ist scheiße, Gaddafi ist im Unrecht, Gaddafi gehört weg. Zwischendurch ein kleiner Bericht auf Seite 8 – also gleichauf mit den nackten Frauen, ist ja immerhin Kultstatus – über das variable Weltgeschehen, wie z.B. heute Norwegen und … okay, ja, heute Norwegen. Ansonsten steht da, dass in Burkina Faso ein Busunfall mit drei Verletzten war, oder ähnlich relevantes.
Das Phrasenschwein deprimiert mich. Anfang des Jahres waren Nachrichten interessant und individuell wie nie zuvor. Schon komisch, was sich nach einigen turbulenten Monaten ändern kann. Vielleicht ist diese neue Welle an Informationen einfach zum ganz normalen Wahnsinn verkommen, der jetzt in den Redaktionen Österreichs und der Welt nur noch abgearbeitet wird, bis man Feierabend macht. Journalismus ist tot. Zumindest der in den Zeitungen. Aber zum Glück gibt’s ja noch Blogger wie mich. Manche machen auch nicht den Fehler, solche lange Einleitungen zu schreiben wie diese hier, darum leite ich jetzt langsam zum Thema über: In einem hat das Phrasenschwein Recht. Wenn man zwischen den Zeilen liest – was nicht schwer ist – steht da immer nur „Die Welt ist am Arsch“. Oder „Uns geht’s nicht gut“. Oder, meine Lieblingsversion – „Bald kracht’s gewaltig“. Wirtschaftscrash, politischer Crash, militärischer Crash, whatever, bald geht’s richtig los. Und dann betrifft’s uns alle, auch die, die das Phrasenschwein nie kannten.
Dies ist der Start einer neuen Blogreihe, die ich über die nächsten paar Tage fortsetzen werde. Dieses „Bald kracht’s gewaltig“ interessiert mich. Allerdings will ich hier nicht die Weltwirtschaft erklären – daran arbeite ich noch. Mir geht’s um Politik. Spätestens hier verabschieden sich die meisten Leser, aber soll mir Recht sein. Irgendwas muss sich ändern, irgendwas wird sich ändern. Und damit eben auch das politische System. Wir leben in einer Demokratie, stimmt’s? Stimmt halb. In der Theorie leben wir in einer Demokratie. In der Theorie leben auch über eine Milliarde Chinesen in einer Demokratie. In der Praxis wiederum leben wir in keiner Demokratie. Wir leben in … irgendwas. Irgendein Mischmasch aus politischen Konstrukten, nennen wir es mal einfach „globalisierte Welt“, ohne jetzt Rücksicht auf die politischen Systeme zu nehmen, die uns zur Auswahl stehen.
In unserer globalisierten Welt herrscht ein Zustand, der sich in kein bestehendes System gänzlich einfügen lässt. Das wird sich ändern. Wie und wieso das so ist, erkläre ich in meinem nächsten Blog. Dies ist ja nur die Einleitung, die Spannung erzeugen soll. Wooooooooh. Jedenfalls werde ich in mehreren Einträgen – schauen wir mal, wie viele es sein werden – dem auf den Grund gehen. Warum wird sich die Welt ändern? Hier kommt der Verschwörungstheoretiker und Politikbegeisterte in mir auf, kein Problem, das schaff ich. Wie wird sie sich ändern? Darüber spekuliere ich. Darum wird’s hier im Endeffekt gehen. Das versuche ich, zu vermitteln, und darüber solltet ihr nachdenken. Das will ich zumindest erreichen. Die folgenden Blogs werden möglicherweise mein größtes Vorausdenken werden, möglicherweise erweist sich auch alles aus Blödsinn und in zehn Jahren spricht immer noch nichts für mich. Aber wäre nicht das erste Mal, dass meine Blogs über die Zukunft ins Schwarze treffen. Also widme ich mich diesem Thema. Allein deswegen, weils das Phrasenschwein nicht tut. Watch out!