Der Hanser Verlag will künftig auf Einschweißfolie bei seinen Büchern verzichten. Ab Herbst diesen Jahres betreffe dies 80 bis 90 Prozent der Titel, die an die Buchhandlungen ausgeliefert würden, sagt Herstellungs-Abteilungsleiterin Schelleis. Damit setzt sich ein Trend in der Buchbranche fort. Bereits zuvor hatten andere Verlage angekündigt, auf eine Plastikumhüllung der Bücher weitgehend verzichten zu wollen. Der Ullstein-Verlag hatte den Verzicht auf Plastikfolie im Herbst letzten Jahres getestet. "Die Resonanz im Buchhandel und beim Endkunden war sehr gut", so Verlagssprecherin Kasten. Der Verlag will seine Frühjahrstitel nun ebenfalls großteils plastikfrei ausliefern. Schelleis betont, für Buchverlage stelle der Plastikverzicht auch ein Risiko dar. Bücher seien künftig weniger geschützt. Letztendlich glaube man aber, dass alle Beteiligten reif für diesen Schritt seien: "Wir erwarten die Kooperation der Buchhändler, aber auch der Kunden", so Schelleis. Plastikverpackungen geraten wegen der Verschmutzung der Meere, des Abwassers und des Bodens durch die Kunststoffpartikel zunehmend in Verruf. Branchenübergreifend produziert Deutschland mehr Plastikmüll als jedes andere Land in Europa. Im Jahr 2016 lag der Wert laut Umweltbundesamt bei mehr als 18 Millionen Tonnen.