Vintage German Magazine ‘Uhu’ Titelseite von Nr.11, 2. Jg. (August 1926)
Published from 1. Oktober 1924 (Heft Nr. 1) until (Heft Nr. 9) September 1934, by Ullstein Verlag.
(Source: vorkriegscomics)
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Vintage German Magazine ‘Uhu’ Titelseite von Nr.11, 2. Jg. (August 1926)
Published from 1. Oktober 1924 (Heft Nr. 1) until (Heft Nr. 9) September 1934, by Ullstein Verlag.
(Source: vorkriegscomics)
Eine überraschende Genre-Adaption - Views von Marc-Uwe Kling
Die beste Möglichkeit, um Marc-Uwe Klings sichere Position bei seinem Verlag deutlich zu machen ist die Abfolge der Genres, welche er in den vergangenen Jahren abgearbeitet hat. Nach seinen Anfängen als Satiriker, den Erfolgen mit seinen Sketch-Sammlungen rund um das Känguru, zwei dystopischen Romanen, diversen Kinder- und Jugendbüchern mit lustigen wie ernsten Themen sowie einem Fantasy-Detektiv-Abenteuer-Roman mit seinen Töchtern hat er sich nun den Thriller vorgenommen. Ein von vielen geliebtes, von ebenso vielen abgelehntes und von Sprachorientierten meist bewusst gemiedenes Genre, welches durch Vertreter wie Fitzek (im negativen Sinne) und Stieg Larsson (im positiven Sinne) gekennzeichnet ist. Doch das Genre sagt nicht alles über einen Text aus und Autoren bringen auch Individualität mit in ihre Variationen ein. Ganz ohne satirische Züge kann Kling nicht arbeiten, daher ist die Triggerwarnung vor Gewaltszenen bewusst groß angelegt, das dezente Cover wird vom Eindruck des pinkfarbenen Rückens überstrahlt und die Erzählstimme ist nicht nur im Hörbuch so ironisch wie üblich. Kling erzählt in rasantem Tempo und mit viel Spannungsgehalt von einer Entführung, einem Beweisvideo, selbsternannten Rächer-Truppen, aufdringlichen Viewern, dem Verlust der Anonymität auch für die Polizeibeamte oder Funktionsträger und dem Alltagsrassismus wie Machogehabe, welchem die Protagonistin wiederholt begegnet.
Doch wie der Titel deutlich macht, soll hier auch Kritik geübt werden: an den Viewern im Internet, welche Geschichten hochtreiben und Privatsphäre zu einem idyllischen, aber unerreichbaren Ziel für Personen des öffentlichen Lebens machen. Viewerzahlen als Währung und Gradmesser für Erfolg sind ein Übel des Internetzeitalters, dessen Folgen so von Science-Fiction-Autoren nicht vorhergesehen wurden. In Verknüpfung mit dem Thema von durch KIs erzeugten Videos ist die Geschichte hochaktuell. Die satirische Note, das Kennzeichen von Klings mitreißend direkten Stil, ist hier allerdings eine irritierende Zutat. Er nimmt den zu Teilen drastischen Momenten der Gewalt seine Dringlichkeit, seine direkte Gewalttätigkeit. Dies macht es einfacher den Text zu lesen, nimmt ihm aber sicher Potenzial in einigen typischen Schock- bis Splatter-Momenten des Thrillers. Rein inhaltlich adaptiert der Tausendsassa alle wesentlichen Elemente der Gattung und insbesondere der Schluss ist sehr wirkungsvoll wie ungewöhnlich realistisch angelegt. Er ist eine logische Konsequenz der vorangehenden Geschehnisse und damit ein sehr beeindruckender wie filmisch angelegter Schluss. In einer Realität voller schlecht zu Ende geschriebener deutscher Fernsehkrimis inklusive absurdester Rettungsaktionen wie unwahrscheinlich Hollywood-reifer Tode von Hauptfiguren ist dies besonders auffällig und entgegen jeder Erwartung des Lesers gestrickt.
Kling hat sich bewusst um eine weibliche Perspektive bemüht und seine Protagonistin ist – was in diesem Genre nicht immer gegeben ist – eine überzeugende Figur ohne psychische Störungen oder extreme Anwandlungen. Sie ist auch keine Überfigur, eher eine Vertreterin des Mittelmaß mit menschlichen Makeln und schwachen Momenten, sowohl als Mutter als auch als Polizistin. Die Entfernung zu ihre Tochter spiegelt ein wenig die Angst des Autoren vor der Pubertät seiner eigenen Kinder wider, dennoch ist sie auffallend verständnisvoll und das Tochter-Mutter-Team ist ebenso sympathisch wie der Rest des Ermittlungsteams. Dennoch ist da eine ständige Distanz vom Erzähler zu seiner Geschichte wie von der Protagonistin zu ihren Kollegen. Grund dafür ist der angesprochene Tonfall welcher Ironie als dezente Grenze zwischen die Geschichte und ihre Leser setzt. Andererseits wird die Gewalt dadurch weniger real, ein vergleichbares Gefühl wie bei Serienkillerserien á la Dexter oder Hannibal. Die Reaktionen der Ermittler allerdings sind stets offener Schock und Entsetzen, eine ausgleichende inhaltliche Einordnung. Distanz schafft auch emotionale Entfernung und damit ein gewisses Sicherheitspolster für den Leser. Dies bedeutet nicht, dass Klings Debüt als Thriller-Autor langweilig oder spannungsarm wäre, ganz im Gegenteil weiß er mit einfachen Mitteln eine logische Handlung dramatisch gut anzulegen ohne dabei auf seine Vorzüge als Autor zu verzichten. Views bleibt durchweg ein überraschendes wie kurzweiliges Buch und dieser Mangel an Vorhersehbarkeit ist das größte Pfund der Geschichte. Kling weiß ein ihm – auf dem Papier zumindest - sehr fernes Genre zu adaptieren und in seinem typischen Stil eine überzeugende Geschichte zu erzählen. Für einen Krimi mag der Tonfall zunächst etwas überraschen, aber letztlich weiß er auch, was den Spannungsaufbau betrifft zu glänzen. Und dies ist dem Sketchfachmann hoch anzurechnen.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie Klings Fähigkeiten im langen Romanformat mit jeder Veröffentlichung steigen. An das Niveau seiner Dystopie Qualityland mag Views nicht heranreichen, aber es erfüllt genau das, was von Kling zu erwarten ist: kurzweilige Unterhaltung, pointierte Dialogmomente und gut vertretbare politische Kritik wie Aktualität. Nach eigener Aussage gibt der Ullstein-Verlag seinem sicheren Bestsellerautor mittlerweile freie Hand bei der Genrewahl und den Themen. Nach der Lektüre von Der Spurenfinder könnte man sich durchaus auch einen klassischen Detektivroman von Marc-Uwe Kling vorstellen. Womit er sich und seine Leser als nächstes überraschen und herausfordern will ist abzuwarten. Vielleicht erleben wir irgendwann auch ein Musical oder gar eine Oper, ein Theaterstück oder einen klassischen Liebesroman nach dem Vorbild von Jane Austen? Oder vielleicht doch eher einen Western nach dem Vorbild von Terence Hill und Bud Spencer? Der Ullstein-Verlag würde ihn vermutlich von nichts abhalten. Die Wahl im Fall von Views überrascht ebenso wie das große Finale des erstem Krimis aus Klings Feder. Für die zahlreichen Kling-Fans ist die Lektüre oder auch das Anhören dieses kurzen, aber prägnanten Thrillers (ja, die Bezeichnung ist treffend und unumgänglich) keine Frage, aber auch für Krimi-Leser lohnt sich der Blick in diesen besonderen Vertreter einer scheinbar um sich greifenden wie ausgelaugten Gattung. Man kann sie auch individuell ausgestalten und Komik mit Ernst zu einem klingenden Sonderling verbinden. Langeweile kann hier nicht aufkommen und Desinteresse auch nicht. Folgerichtig steht Views nun an der Spitze der Bestseller-Liste. Damit erkauft sich Kling weitere Freiheit und weitere Zeit auf dem Bestseller-Listen Platz 1. Das nächste Projekt kann gerne bald folgen.
https://www.bookola.de/buchrezensionen/1132-nina-brockmann/2540-nina-brockmann-deine-zeit-zu-sein.html
Heilung ist das, was die Welt gerade am meisten braucht. Doch wie können wir etwas heilen, das manchmal so hoffnungslos zerstört scheint? Indem wir zunächst uns selbst heilen.
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Sehr geniale, wenn auch nicht ganz so positive, Lebensgeschichte.
eine ganz einfache, schlichte und zudem höchst ansprechende umschlaggestaltung von rothfos & gabler, von der uns ein schimpanse auf sympathischste weise ins gesicht schaut - uns erzählenden affen... toller einband für ein geniales werk aus dem ullstein verlag (kritik zum buch im vorigen beitrag).
Der Hanser Verlag will künftig auf Einschweißfolie bei seinen Büchern verzichten. Ab Herbst diesen Jahres betreffe dies 80 bis 90 Prozent der Titel, die an die Buchhandlungen ausgeliefert würden, sagt Herstellungs-Abteilungsleiterin Schelleis. Damit setzt sich ein Trend in der Buchbranche fort. Bereits zuvor hatten andere Verlage angekündigt, auf eine Plastikumhüllung der Bücher weitgehend verzichten zu wollen. Der Ullstein-Verlag hatte den Verzicht auf Plastikfolie im Herbst letzten Jahres getestet. "Die Resonanz im Buchhandel und beim Endkunden war sehr gut", so Verlagssprecherin Kasten. Der Verlag will seine Frühjahrstitel nun ebenfalls großteils plastikfrei ausliefern. Schelleis betont, für Buchverlage stelle der Plastikverzicht auch ein Risiko dar. Bücher seien künftig weniger geschützt. Letztendlich glaube man aber, dass alle Beteiligten reif für diesen Schritt seien: "Wir erwarten die Kooperation der Buchhändler, aber auch der Kunden", so Schelleis. Plastikverpackungen geraten wegen der Verschmutzung der Meere, des Abwassers und des Bodens durch die Kunststoffpartikel zunehmend in Verruf. Branchenübergreifend produziert Deutschland mehr Plastikmüll als jedes andere Land in Europa. Im Jahr 2016 lag der Wert laut Umweltbundesamt bei mehr als 18 Millionen Tonnen.
Hanser Verlag liefert Bücher ohne Plastikfolie aus:
Einschweißfolien aus Plastik schützen neue Bücher vor Schäden. Nach dem Auspacken landet die Folie dann im Müll.
Der Hanser Verlag möchte gegen die Plastikmüllberge nun aktiv etwas unternehmen und lässt den Kunststoff weg. Nach Verlagsaussage werden schon im Herbst 2019 bis zu 90 Prozent aller Titel so ausgeliefert.
Auch der Ullstein-Verlag machte damit bisher schon gute Erfolge.
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© Paul Bock
Mit ein wenig Abstand betrachtet
Der Roman beginnt 1915, als Hauptcharakter Otto geboren wird. 1932 lernt er seine große Liebe Sala kennen. Sechs Jahre später zwingt Salas familiärer Hintergrund sie zur Flucht, als der Krieg beginnt, wird Otto von der Wehrmacht eingezogen. Ab da beginnt eine Odyssee, die die beiden erst Jahre später wieder zusammenführt.
„Der Apfelbaum“ beginnt mit einem Vorspann, der als wegweisend für die folgenden Ereignisse gelten kann. Ein Kind beobachtet, wie alte Bäume gefällt werden, ein knorriger Apfelbaum bleibt allerdings stehen. Der Apfelbaum kann hier nicht nur als Sinnbild für einen Familienstammbaum stehen, sondern auch für die Personen im Roman, die alle eine eigene Last zu tragen haben und dennoch aufrecht stehen. Dabei gliedert sich der Roman in zwei Teile. Einen erzählenden in der Vergangenheit und einen gegenwärtigen, der stellenweise den Eindruck einer Kommentarfunktion vermittelt. Die Verknüpfung zwischen beiden ist der Erzähler, der sich als Ich-Erzähler selbst in die Gegenwartshandlung schreibt.
Hinter dem Roman steckt intensive Recherche, was vor allem daran deutlich wird, dass der Zeitgeist der Vergangenheit, die Lebensumstände der beschriebenen Personen und deren Beziehungen zueinander fast schon detailliert erzählt werden. Die Schonungslosigkeit mit der sowohl menschliche Abgründe als auch bedingungslose Liebe geschildert werden, macht den Reiz des Romans aus. Die Perspektivenwechsel sorgen in diesem Zusammenhang immer wieder für ein kurzes Auftauchen und Innehalten beim Lesen. Diese bewusst gesetzte Unterbrechung des Leseflusses lässt den Leser aber auch aufmerksam werden und kurz über das Gelesene nachdenken. Wer sich das Buch aufgrund des Prominenzbonus kauft, wird sicherlich enttäuscht sein, da man über Christian Berkel selbst nicht viel erfährt. „Der Apfelbaum“ ist die fiktionalisierte Geschichte seiner Eltern und teilweise auch seiner Großeltern. Wovon man allerdings nur schwerlich enttäuscht sein kann, ist die Erzählung selbst. Diese ist fesselnd und von ihrer Struktur her spannend zu lesen.
was verkörpert besser (zumindest einen bereich der) kultur, als eine wunderbar gestaltete majuskel, wie sie auf dem cover von terry eagletons neuem buch zu sehen ist? so gut wie diese gestaltung und die ungewöhnliche haptik des covers, so genial ist der inhalt...