Polsubjekte
Von den römischen Herrschaften ist Ianus bifrons, der anfängliche Gott, das bekannteste Polsubjekt. Bei den römischen Damen gibt es eine Reihe von Polsubjekten, bei denen ich unsicher bin, wer die bekannteste davon ist. Ist es das beförderte Scharnierwesen, die Nymphe Carne/ Cardea? Ist das die Prudentia (bifrons), die Regina mit ihren Polobjekten, die Querela, die Bekehrung, die Iustitia/Fortuna?
Angelus Novus, von Benjamin und mit Klee als prudentia/querela angelegt: Herrschaft oder Dame, auf jeden Fall Polsubjekt und auf jeden Fall mit einer Pathosformel, die deutlich vom magischem Verkehr und Verzehr kündet.
In dem römischen Kosmos, in dem Warburg operiert, ist Polarisierung keine Degeneration. Sie kommt auch von Anfang an vor, wie so vieles in Rom. Polarisierung heißt dann nicht, dass man Polarität produzieren würde. Das bedeutet nicht, zu spalten. Wenn Warburgs Polarforschung sich mit Polobjekten und Polsubjekten, und so auch mit Kulturtechniken der Polarisierung beschäftigt, dann in Bezug die Operationalisierung von Polarität, nicht ihre Erzeugung, nicht ihr Abschaffung. Polsubjekte haben nicht ihre Bestimmung, nicht ihre Bestimmtheit verloren. Ihre Vagheit verunklart nichts, man kann ihnen nicht vorwerfen, das Gesetz zu vernebeln oder für Rechtsunsicherheit zu sorgen. Polsubjekte sind Pendler und Kipper, sie schaukeln und schwanken.








