Die Tricks der Hersteller von POS-Displays für die Zweitplatzierung in Supermärkten sind mitunter genial! Mit einfachen Mitteln sorgen sie dafür, dass das Display immer “frisch” und aufgeräumt aussieht so lange es im Supermarkt steht. Denn nichts ist abträglicher, als wenn ein Display alt und gerupft aussieht und fremde Artikel darin abgestellt wurden.
Das, obwohl der Zeitraum, den Supermärkte als maximale Aufstellzeit vorgeben, immer kürzer werden: Im durchschnittlichen Supermarkt geht man von einer Höchstverweildauer von 2 Monaten aus, in Discountern deutlich darunter. Einige Geschäfte nehmen deshalb nur Displays für eine Zweitplatzierung an, in der maximal 100 Artikel enthalten sind, damit er sich schnell abverkauft und den knappen Platz wieder räumt. Ausnahmen gibt es allerdings für Produkte großer Markenhersteller, die sich bekanntermaßen sehr schnell drehen, oder zu einer groß angelegten Werbeaktion gehören.
Milka arbeitet mit Gummiband im Display-Karton
Ein simples Gummiband beispielsweise sorgt bei den Ständern von Milka für Ordnung. Die Bänder sind an jedem Sortenkarton der Tafelschokoladen hinten angebracht und stabilisieren die aufrecht stehenden Tafeln und drücken sie nach vorn. Im Idealfall hat der Kunde dadurch bis zur letzten Tafel den Einruck eines frischen, aufgefüllten Ständers. Allerdings kommt es vor, dass die Tafeln unter dem Band durchrutschen und dann hängt das weiße Gummi etwas unschön vorne raus, wie man auf dem neben stehenden Foto sieht.
Ritter Sport nutzt Display mit Rutsche
Ritter Sport nutzt in seinem Display für die XXL-Tafeln eine Rutsche, bei der die Großtafeln immer von hinten-oben nach vorne-unten rutschen. Das Entnahme-Fenster wird dadurch immer komplett ausgefüllt: Das sieht gut aus und verhindert, dass fremde Artikel abgelegt werden.
Smartes Display von Nestlé kann in Höhe angepasst werden
Der sehr einfach gehaltene Ständer von Nestlés Smarties verfügt über einen Trenner zwischen den Entnahme-Schütten. Diese Pappkartons in der Display-Farbe sind zweigeteilt, so dass der obere sehr einfach entfernt werden kann, wenn die oberen Schütten abverkauft wurden. Das trägt zumindest minimal dazu bei, dass das Display nach den ersten Wochen nicht allzu kahl aussieht. Größter Nachteil dieser einfacher einfachen Displays, auf denen einfach eine Kartonetage auf der anderen ruht: Aufgrund der fehlenden Rückwand weniger Werbefläche und Sichtbarkeit. Außerdem bequeme Ablagehöhe für Kunden, die einen fremden Artikel loswerden wollen. Das Display sieht dadurch schnell ungepflegt aus.
Ferreros YogurettenDisplay von der Seite lässt die Konstruktion erkennen.
Das Display als Werbefläche bei Ferreros Yogurette
Ein aktuelles Display für die Yogurette–Stäbchenschokolade von Ferrero hat mir gut gefallen, weil die Produkte durch attraktiv gestaltete Pappwände schön eingerahmt wurden. Auf den WErbeflächen wird für ein Gewinnspiel und Rezepte geworden. Die einzelnen Etagen, auf denen die Tafelschokoladen in Form stehen, können bequem und schnell vom Ladenpersonal abgeräumt werden, wenn sie sich geleert haben. Damit der Ständer mit diesem Spezialitätenprodukt nicht zu lange steht und der Kunde sich nicht zu tief bücken muss, wurde ein Pappsockel eingezogen, auf dem das ganze ruht. Betrachtet man das Display von der Seite, erkennt man die Konstruktionsweise der Pappkulisse: das Dach lässt sich aufklappen, so dass der Ständer beim Transport nur halb so hoch ist wie andere, etwa der daneben stehende von Milka.
Ferrero Giotto Display gratis probieren Klappe
Giotto-Display wird zur Probierstation – mit Tücken
Noch ein anderes, sehr innovatives Display habe ich bei Kaufland gesehen: Ferrero hat für die Limited Edition “Cookies & Cream” seiner Giottos aus dem Display sehr kreativ eine Probierstationen gemacht und damit die Beschränkung der Produktanzahl sehr sinnvoll genutzt! Dafür wurden zwei Klappen in Pappkartons eingestanzt, aus denen sich der Kunde einzeln verpackte Giottos entnehmen konnte. Das Produkt dem Kunden zum probieren anzubieten birgt allerdings die Gefahr, dass seine Neugier an dem Produkt bereits vor dem Kauf befriedigt ist bzw. er es nicht mag. In tendenziell anonymen märkten ohne soziale Kontrolle (wie etwa in Berlin) werden sich außerdem skrupellose Gesellen massenhaft an den Proben bedienen und anderen nichts übrig lassen. Auch im Kaufland am Alex war der Probierklappe bereits leergefegt, obwohl bisher kaum Produkte aus dem Display entnommen worden sind. Schöne Idee, aber – ach ja – die Welt ist schlecht…
Abbildungen der besprochenen Displays
Mondelez Milka POS-Display Tafelschokolade darkmilk
Gut zu erkennen: die heraushängenden Gummibänder, die die Tafeln nach vorne drücken.
Habe ich geschrieben “immer voll und attraktiv”? Naja, ehrlich gesagt: Bei der zweiten Begegnung mit einem Milka-Display in einem real-Markt sah die Sache schon anders aus: überall hingen die Gummibänder raus und die Tafeln flogen wild herum.
Hier kann man sehen, was passiert, wenn der Druck zu stark ist bzw. irgendwer versucht, die Tafeln zurück zu pressen: Die Tafeln brechen und dann kauft sie keiner mehr…
Milka MMMax Großtafeln mit 280 Gramm Gewicht: auch hier rutschen die Tafeln nach vorne, so dass der Ständer immer voll aussieht. Gesehen bei Lidl Berlin, im April 2019
Ritter Sport Großtafeln Display mit Rutsche
Nestlé Smarties Display Juni 2019
Ferrero Yogurette Display Dessert Genuss von vorn.
Ferreros YogurettenDisplay von der Seite lässt die Konstruktion erkennen.
Ferrero Giotto Display gratis probieren Klappe geschlossen
Ferrero Giotto Display gratis probieren Klappe
Ferrero Giotto Display gratis probieren
Ferrero Giotto Momente Cookies+Cream
Dank dieser Tricks wirken Displays immer voll und attraktiv – oder auch nicht Die Tricks der Hersteller von POS-Displays für die Zweitplatzierung in Supermärkten sind mitunter genial! Mit einfachen Mitteln sorgen sie dafür, dass das Display immer "frisch" und aufgeräumt aussieht so lange es im…